bi'bak
bi'bakino #19

ALMANYA ACI VATAN — DEUTSCHLAND, BITTERE HEIMAT

Donnerstag, 17.11.2016 um 20 Uhr

bi’bakino #19 zeigt Almanya Acı Vatan („Deutschland, bittere Heimat“, 1979) von Şerif Gören, einen Meilenstein im deutsch-türkischen Migrationskino und größtenteils in Berlin gedreht. „Almanya Acı Vatan“ ist der erste vollständige Versuch im türkischen Film das Thema der Migration nach Deutschland über das reine Melodrama hinausgehend mit den Mitteln des Sozialrealismus zu behandeln. Der Film betrachtet das Leben der sogenannten “Gastarbeiter*Innen” aus gesellschaftskritischer Perspektive.

Güldane ist eine selbstsichere junge Türkin, die als Arbeitsmigrantin in Berlin lebt und arbeitet. Während ihres Sommerurlaubs in der Türkei begegnet sie Mahmut, einem Bekannten aus dem Dorf. Mahmut möchte mit ihr der Form halber und gegen Bezahlung heiraten, um so problemlos nach Deutschland zu kommen. Güldane akzeptiert Mahmuts Angebot, ohne sich für ihn als Mensch zu interessieren. Als sie jedoch in Deutschland von einem anderen Mann belästigt wird, wendet sie sich schutzsuchend an ihn. Mahmut und Güldane nähern sich einander an, aber das harte Leben in Deutschland bringt ihnen mehr Verzweiflung als Freude.

Şerif Gören wurde in Griechenland geboren. Über ein Stipendienprogramm gelangte er in die Türkei. Der Zugang zur Filmwelt eröffnete sich ihm über die Erman Filmstudios, in denen er zunächst als Cutter tätig war. Seit Anfang der 1970er hat Gören insgesamt 45 Spielfilme gedreht, wovon viele zu den wichtigsten der türkischen Filmgeschichte gezählt werden können. Für seinen bekanntesten Film „Yol – der Weg” erhielt er 1982 mit Yılmaz Güney zusammen die Goldene Palme von Cannes.

Regie: Şerif Gören
Kamera: Izzet Akay
mit Hülya Koçyiğit, Rahmi Saltuk, Mine Tokgöz, Suavi Eren
Türkei, 1979, 90 min., Original mit deutschen Untertiteln

Mit freundlicher Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin (LEZ)