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bi'bakino #28

DAS FREMDE

Donnerstag, 11.05.2017 um 20:30 Uhr

Anschließendes Publikumsgespräch mit Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich

Im Rahmen der Filmreihe Stadt, Land, Fremde zeigt bi’bakino #28 den Film Das Fremde. Der vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) koproduzierte Dokumentarfilm Das Fremde spürt in der besonderen historischen Situation der Nachwendezeit in Ostdeutschland verschiedenen Erfahrungen der Migration, der Rückkehr und des Fremdseins im eigenen Land nach.

Herr Mujemba, ein Doktor der Wirtschaft aus Zaire, geht als „Schwarzer zum Anfassen“ in brandenburgische Schulen, um bei Kindern Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Die Gebrüder Wentzel lassen sich in Teutschenthal bei Halle an der Saale nieder und restaurieren ihren einstigen Familienbesitz. Ein Makler aus dem Sauerland will Grundstücke aufkaufen, um Ferienwohnungen für westdeutsche Kapitalanleger zu errichten. Herr von Maltzan, Chemiker aus Berlin, versucht aus der heruntergekommenen LPG auf dem Land seiner Vorfahren einen neuen Agrarbetrieb zu machen. An der deutsch-polnischen Grenze beziehen Bundesgrenzschutzbeamte provisorische Blockhaussiedlungen. Der junge Graf Solms bereitet die Übersiedelung seines Vaters aus Namibia ins Baruther Schloß vor. In einer Greifswalder Erwachsenenschule bildet eine türkische Lehrerin aus Hamburg arbeitslose Ingenieure aus. Jugendliche im Zonenrandgebiet beklagen die Zustände, können sich aber nicht vorstellen, von Zuhause wegzugehen.

Als roter Faden dienen dem Film die Reflexionen der 1961 in Cottbus geborenen Ärztin Gabriela Willbold, Tochter eines afrikanischen Vaters und einer deutschen Mutter, die von ihrem Leben mit der anderen Hautfarbe in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland erzählt.

Regie: Detlef Gumm & Hans-Georg Ullrich
DE 1994, 86 Min., Deutsche Originalfassung

Gefördert von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin (LEZ)