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bi'bakino #35

DOUBLE FEATURE – Ulrich Seidl

Donnerstag, 19.10.2017 um 20 Uhr

Nicht nur die Warenwelt ist heute fest in der Hand von Kapitalismus und Globalisierung, auch der Wunsch nach Liebe und Sex wird weit über Landesgrenzen hinaus vermarktet. Ob in Form von Sextourismus oder von Agenturen zur Heiratsvermittlung, oft sind Exotisierung, Vorurteile und Klischeevorstellungen Teil des Wunsches, in der Ferne eine*n Partner*in für die Nacht oder fürs Leben zu finden. An diesem Double Feature Abend zeigen wir gleich zwei Filme des Österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl: Die Dokumentation Die letzten Männer von 1995 und den Spielfilm Paradies: Liebe aus dem Jahr 2012.

Der Dokumentarfilm Die letzten Männer begleitet österreichische Männer, die sich mit der zunehmenden Emanzipation ihrer Frauen nicht abfinden können. Der Lehrer Karl Schwingenschlögl sucht sein Glück daher in Fernost, wo er hofft, eine Frau nach seinen Vorstellungen zu finden. „Sauber, häuslich, sparsam und unterwürfig“ sind die Attribute, die seine zukünftige Ehefrau haben sollte. Doch die Erfüllung dieser Vorstellung erweist sich als schwieriger als erwartet.

Der Film Paradies: Liebe erzählt als erster Teil der Trilogie Paradies: Liebe, Glaube, Hoffnung vom Sextourismus in Kenia. Die 50-jährige Teresa, alleinerziehende Mutter einer pubertierenden Tochter, reist nach Kenia, um dort einen Mann kennenzulernen. Der Film stellt die anfängliche Hoffnung der Wienerin auf Zuneigung und ihre allmähliche Enttäuschung dar. Am Ende wird Teresa mit der bitteren Wahrheit konfrontiert: Prostitution bleibt Prostitution und Liebe wird dabei lediglich als kommerzielles Gut gehandelt.

Die letzten Männer
Regie: Ulrich Seidl
AT 1994, 45’
Original auf Deutsch

Paradies: Liebe
Regie: Ulrich Seidl
AT 2012, 120′
Original mit englischen Untertiteln
Trailer

Gefördert durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken aus Mitteln der BMZ