bi'bak
bi'bakino #29

EKMEK PARASI – GELD FÜR’S BROT

25.05.2017, um 21 Uhr
Anschließendes Publikumsgespräch mit Gisela Tuchtenhagen

Im Rahmen der Filmreihe Stadt, Land, Fremde, kuratiert von Florian Wüst, zeigt bi’bakino #29 den Film Ekmek Parasi – Geld für’s Brot.

Das Gemüse kommt aus dem Garten hinterm Haus, der Fisch kommt aus der Dose und das Geld für’s Brot aus der Fabrik. Dieses Geldes wegen kamen sie her. Frauen aus der Türkei, Frauen aus Mecklenburg – gemeinsam stehen sie am Fließband der Hawesta Fischfabrik in Lübeck. Braungefärbte Hände, penetrant haftender Fischgeruch, schmerzende Arme und Rücken. Würde diese Arbeit von Männern gemacht, wäre sie längst schon automatisiert. Aber Frauenarbeit ist billig und die Frauen beklagen sich nicht, trotz der vielen Probleme. Sie haben gelernt zu arbeiten. Auch das ist ihr Stolz.

„Es ist Serap Berrakkarasu gelungen, ein Vertrauensverhältnis herzustellen, weil sie sich den Frauen mit Gefühl und großem Interesse nähert – und weil sie ihre Sprache spricht. Ekmek Parası – Geld für’s Brot ist ein Film in deutscher und türkischer Sprache. Auch daraus bezieht er seinen Reiz und seine Authentizität. Typische Frauenarbeit war immer kommunikativ. Es ist das Verdienst von Serap Berakkarasu und Gisela Tuchtenhagen, diese Kommunikation aufgenommen und in ihrer Direktheit und Spontaneität für den Film bewahrt zu haben. Am Ende werden die Filmemacherinnen von den Frauen in der Fischfabrik verabschiedet wie Kolleginnen: Ein schönes Wochenende!“ (Linde Fröhlich)

Regie: Serap Berrakkarasu & Gisela Tuchtenhagen
DE 1994, 100 Min., Deutsch-türkische Originalfassung mit deutschen Untertiteln