bi'bak
bi'bakino #09

L’ ABRI / THE SHELTER

Donnerstag, 14.04.2016 um 20 Uhr

bi’bakino #09 präsentiert Fernand Melgers preisgekrönten Dokumentarfilm THE SHELTER. Der Regisseur verbrachte den Winter in einer Notunterkunft in Lausanne. Vor diesem Bunker spielen sich allabendlich dramatische Szenen ab: Genau 50 Obdachlose – nur in Ausnahmefällen wird die Zahl erhöht – dürfen die Bediensteten des städtischen Nachtasyls einlassen. Eine Zerreißprobe für beide Seiten, denn die Abgewiesenen finden im blitzsauberen schweizerischen Lausanne kaum Möglichkeiten, die Nacht ohne Ärger mit der Polizei und vor der Kälte geschützt zu verbringen.
Fernand Melgar erzählt von einer neuen Armut, die nicht nur rumänische Roma-Familien, sondern auch die einstige Mittelschicht und afrikanische Migranten aus dem von der Krise geschüttelten Teil Europas betrifft. Und er erzählt davon, wie das reiche Europa damit umgeht. Der Regisseur folgt denen, die keinen Einlass fanden, in die Nacht und ist bei ihnen, wenn sie – unter uns, aber doch fast unsichtbar – auf Straßen oder in öffentlichen Einrichtungen den Tag rumbringen. Der Film ist die beklemmende Analyse eines Systems, das durch barmherzige Spenden nicht zu reparieren ist.

Regie/Buch/Produktion/Kamera: Fernand Melgar
Switzerland, 2014, 101 min, OmengU
Trailer

Fernand Melgar ist 196 in Tangiers in Marokko in einer Familie spanisher Anarchisten geboren. Seine Eltern schmuggelten ihn 1963 in die Schweiz als sie als Saisonarbeiter ins Land kamen. Fernand Melger lebt seit 1963 in Lausanne.Er ist  Autodidakt. Seit 1985 ist als freier Filmemacher und Produzent tätig. Die Ausländerpolitik gehört zu Melgars bevorzugten Themen.