bi'bak
bi'baxchange #15

SKYPE MAMA

Mittwoch, 08.03.2017  20 Uhr

Im Rahmen der Reihe Zurückgelassen, entwurzelt, versteckt: Eltern- und Kinderschicksale der Arbeitsmigration lädt bi’baxchange #15 Lydia Nagel für eine Lesung ihres Erzählbandes Skype Mama mit anschließender Diskussion ins bi’bak ein.

In elf Geschichten, die irgendwo zwischen der Ukraine und dem Westen Europas spielen, erzählt dieses Buch vom Schicksal moderner Wanderarbeiterinnen. Meist ist es schlichte Not und nicht etwa Abenteuerlust, die sie in die Büros, Küchen und Wohnzimmer des Westens treibt. In der Ukraine soll die Zahl der Familien, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland arbeitet, in die Millionen gehen. Das heißt, vielleicht eine Million Kinder, die zurückbleiben. Hilft moderne Technik da mehr als die alte Postkarte? Was passiert, wenn Mama und ihr Kind skypen? Wenn die Entfernung aber so groß bleibt wie sie ist, wenn Mama nicht da ist? Warum ist sie nicht da? Und wo ist sie? Und wann kommt sie? Und dann, wenn sie kommt? Elf Erzähler*innen geben ihre Antworten.

Skype Mama ist ein Gemeinschaftsprojekt des Vereins translit e.V. und des Verlags Wydawnyztwo Staroho Lewa, 2013 zeitgleich in der Ukraine und in Deutschland erschienen. Die Anthologie umfasst elf Prosatexte renommierter ukrainischer Autor*innen zum Thema Arbeitsmigration und Familie, die größtenteils extra für diese Publikation verfasst wurden.

Lydia Nagel (Herausgerberin) studierte in Berlin, Belgrad und Moskau Slawistik und Kulturwissenschaft. Sie lebt als freiberufliche Übersetzerin in Berlin und übersetzt aus verschiedenen slawischen Sprachen ins Deutsche, vor allem zeitgenössische Prosa und Dramatik, darunter zahlreiche ukrainische Autor*innen. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins translit e.V.

Gefördert durch den Aktionsfonds des QM Soldiner Strasse im Rahmen des Programms Zukunftsinitiative Stadtteil Teilprogramm Soziale Stadt – Investition in die Zukunft.

Foto: Walentyn Kusan