Reihen
bis

Beyond the War

Syrische Gesellschaft und Politik vor und nach 2011

Von Amer Katbeh

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BITTER THINGS

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

Kuratiert von Malve Lippmann und Can Sungu

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Kuratiert von Necati Sönmez

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True Voyage is Return

Bedeutet wahres Reisen Wiederkehr, wie Ursula Le Guin in ihrem Roman Freie Geister schreibt? Oder treffen es vielmehr die Worte von Thomas Wolfe und Chet Baker: „Es führt kein Weg zurück”; in denen die Unmöglichkeit mitschwingt, zweimal an denselben Ort zurückzukehren? Die Rückkehr nach Hause, an den Ort, der uns und unsere Eltern geprägt und zu den Menschen gemacht hat, die wir heute sind, führt letztlich zu der Frage: wo ist eigentlich Zuhause?

Die Filmreihe erkundet verschiedene Bedeutungen des Begriffs Zuhause und der Rückkehr an Orte, die sich manchmal nicht mehr wie Zuhause anfühlen. Durch eine Auswahl von Dokumentarfilmen aus verschiedenen Regionen der Welt – von der Türkei bis nach China, von Palästina bis nach Bangladesch – verfolgen wir die Erlebnisse der (Enkel-) Kinder von Migrant*innen, die in die Herkunftsländer ihrer Eltern reisen.

Diese Reisen führen unweigerlich zur jüngeren oder ferneren Geschichte der verschiedenen Regionen und werden mitunter zur Konfrontations- oder Erinnerungsarbeit für die Filmemacher*innen. Die Überlagerungen von Vergangenheit und Gegenwart, persönlichem und kollektivem Gedächtnis können sowohl Spannungen schaffen als auch lindern. Aus diesem Grund ist es notwendig, diese Geschichten zu erzählen.

Necati Sönmez arbeitet als Filmkritiker und Journalist, Dokumentarfilmemacher und -kurator. 2008 gründete er das Documentarist Filmfestival, das sich bald zum wichtigsten Dokumentarfi lmfestival in der Türkei entwickelte. Er initiierte ebenfalls das Which Human Rights? Film Festival. Bislang war er Jurymitglied bei über 30 Festivals auf der ganzen Welt und kuratierte als Gastkurator auf mehreren Filmfestivals die Sektion Dokumentarfilm. Necati Sönmez lebt in Istanbul und Kairo.

Zu den Veranstaltungen

Skin

#95

Regie Afraa Batous Syrien, Libanon 2015

82 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Lisa Jöris und Afraa Batous

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KuirFest Berlin 2019

Queer Feminist Rebels

Kuratiert von Pembe Hayat KuirFest / Pink Life QueerFest, Esma Akyel und Esra Özban

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FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Vertragsarbeit und Internationalismus in der DDR

Kuratiert von Tobias Hering und Sun-ju Choi

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Regie Furqan Faridi, Ashfaque EJ, Shaheen Ahmed und Vishu Sejwal Indien 2019

43, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Shivramkrishna Patil und Susanne Gupta

Regie Aylin Kuryel und Fırat Yücel Türkei 2019

57 min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Aylin Kuryel und Fırat Yücel

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Kuratiert von Popo Fan, Tobias Hering, Malve Lippmann, Branka Pavlovic, Can Sungu, Sarnt Utamachote und Florian Wüst

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Filme

Regie Supriyo Sen Indien 2003

120 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Benjamin Zachariah

WAY BACK HOME

Mit der lang erkämpften Unabhängigkeit Indiens 1947 ging die Zweiteilung der Nation einher. Tausende von Menschen wurden infolge gewalttätiger religiöser und ethnischer Ausschreitungen getötet, und Millionen mussten fliehen. Auch die Eltern des Regisseurs mussten ihr Haus für eine unbekannte Zukunft zurücklassen. Mehr als fünfzig Jahre später kehren sie in ihre Heimat Bangladesch zurück. Supriyo Sen dokumentiert die Reise seiner Eltern, ihre Erinnerungen und ihre Sicht auf die Geschichte, die sich aus ihren persönlichen Erinnerungen auf dem Weg nach Hause ergibt.

Benjamin Zachariah ist Historiker an der Universität Trier. Er absolvierte seinen BA am Presidency College in Kalkutta und promovierte am Trinity College in Cambridge. Er veröffentlichte mehrere Bücher zur jüngeren indischen Geschichte.

Regie Chaghig Arzoumanian Libanon 2015

72 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Chaghig Arzoumanian

GEOGRAPHIES

Nazareth war zwölf Jahre alt, Lousaper noch ein Säugling, als 1915 der Völkermord an den Armeniern verübt wurde. Der Film verfolgt ihre einsamen Wege im Exil; von ihrem Dorf Burunkışla nach Beirut, durch Kairo, Karantina und ein Waisenhaus in Saida, bevor sie sich Jahre später an einem Mittagstisch im Libanon wiedertrafen, sich verliebten und beschlossen, eine Familie zu gründen.

Chaghig Arzoumanian absolvierte ihr Studium an der Universität Paris VIII, mit einem doppelten Master in Filmregie und Valorisierung des Filmerbes. Sie drehte mehrere Kurzfilme und einen Medium-Spielfilm und veröffentlichte ein Fotobuch, das die Geschichte der ersten psychiatrischen Klinik im Libanon dokumentiert.

Regie Mia Ma Frankreich 2015

50 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Mia Ma

CANTONESE RICE + RETORNADOS

CANTONESE RICE

In Cantonese Rice dokumentiert Mia Ma den Alltag ihrer Familie, die von China nach Paris immigriert ist. Ihre kantonesische Großmutter liebt den Käse des neuen Landes, aber nicht die Sprache. Ihr Vater fungiert als Dolmetscher zwischen Großmutter und Enkelin, die keine gemeinsame Sprache teilen. Der Film untersucht, wie eine Sprache in nur einer Generation verloren gehen kann und welche Auswirkungen die Sprachbarriere auf familiäre Bindungen und soziale Identitäten hat. Auf der Suche nach dem Herkunftsland ihrer Familie setzt sich die Filmemacherin mit anderen immigrierten Familien in Verbindung. Eine humorvoll erzählte Dokumentation. Retornados zeigt die Bandengewalt in Honduras, die immer weiter außer Kontrolle gerät. Drei Familien finden sich zwischen einem Staat, der sie nicht schützen kann, und einem anderen, der sie nicht ausreisen lässt.


RETORNADOS

Regie: Meredith Hoffman, Sarah Kuck
Honduras / USA 2017, 17 Min.

Retornados zeigt die Bandengewalt in Honduras, die immer weiter außer Kontrolle gerät. Drei Familien finden sich zwischen einem Staat, der sie nicht schützen kann, und einem anderen, der sie nicht ausreisen lässt.

Mia Ma studierte Philosophie und arbeitete als Journalistin, bevor sie ihre Leidenschaft für Dokumentarfilm an der Pariser Filmschule Ateliers Varan entdeckte. Cantonese Rice (2015) ist ihr erster Dokumentarfilm.

Regie Fatih Akın Deutschland 2001

60 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Ebru Taşdemir

WIR HABEN VERGESSEN ZURÜCKZUKEHREN + SEMRA ERTAN

WIR HABEN VERGESSEN ZURÜCKZUKEHREN

In seinem ersten Dokumentarfilm verfolgt Fatih Akın seine Familiengeschichte von seiner Heimatstadt Hamburg bis in das Dorf seiner Eltern in der Türkei, von wo aus sie in den 1960er Jahren als sogenannte Gastarbeiter*innen nach Deutschland auswanderten. Der Film betrachtet das kollektive Gedächtnis der Migration aus einer persönlichen und (trans-) nationalen Perspektive.


SEMRA ERTAN

Regie: Cana Bilir-Meier
Deutschland 2013, 7:30 Min.

Die Kurzdokumentation Semra Ertan portraitiert das Leben der 1956 in der Türkei geborenen Dichterin, die 1972 zu ihren Eltern in die Bundesrepublik Deutschland zog. Sie arbeitete als technische Zeichnerin und Dolmetscherin und schrieb über 350 Gedichte. 1982 verbrannte sich Semra Ertan in Hamburg öffentlich, um gegen Rassismus in Deutschland zu protestieren.

Ebru Taşdemir, freie Journalistin, studierte Turkologie und Publizistik in Berlin. Seit 2015 betreut sie das Mentoringprogramm für junge Journalist*innen der Initiative Neue deutsche Medienmacher*innen.

Palästina 2008

109 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Attia Rajab

DAS SALZ DES MEERES

Soraya, in eine Arbeiterfamilie in Brooklyn geboren und im Umfeld palästinensischer Geflüchteter aufgewachsen, findet heraus, dass die Ersparnisse ihres Großvaters nach seiner Verbannung 1948 auf einem Bankkonto in Jaffa eingefroren wurden. Um ihr rechtmäßiges Eigentum zurückzufordern, erfüllt sie sich ihren Lebenstraum: nach Palästina „zurückzukehren“. Allmählich wird Soraya mit der vorherrschenden Realität des Landes konfrontiert und muss sich ihrer eigenen Wut stellen. Sie lernt Emad kennen, einen jungen Palästinenser, dessen Ziel es ist, das Land zu verlassen. Beide haben die Zwänge, die ihr Leben bestimmen, satt und wissen, dass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen müssen, um sich zu befreien – selbst wenn es illegal ist.

Attia Rajab ist Bauingenieur und Mitglied des Palästina-Solidaritätsausschusses Stuttgart. Er war an der Organisation der Stuttgarter Konferenz 2010 beteiligt, bei der die Stuttgarter Erklärung" veröffentlicht wurde, welche die ausgehandelte Zwei-Staaten-Lösung des arabisch-israelischen Konflikts ablehnt.

Regie Aslı Özarslan Deutschland 2016

71 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Leyla Îmret

DİL LEYLA

Leyla Îmret, eine junge Frau aus Deutschland, wird mit 26 Jahren zur jüngsten Bürgermeisterin der Türkei gewählt. Mit einem Rekordsieg von 81% gewinnt sie die Wahlen in Cizre, einer Kurdenhochburg an der syrisch-irakischen Grenze. Hier ist Leyla geboren. Als ihr Vater bei einem Gefecht mit dem türkischen Militär getötet wird, kommt sie mit fünf Jahren nach Deutschland und wächst in Bremen auf. Über 20 Jahre später kehrt sie nun in ihre Heimatstadt zurück. Ihr Ziel: die vom Bürgerkrieg zerstörte Stadt wieder bewohnbar zu machen. Doch durch die anstehenden Parlamentswahlen in der Türkei 2015 spitzt sich die Situation vor Ort radikal zu: Die Erinnerungen aus ihrer Kindheit holen Leyla ein.

Leyla Îmret ist eine kurdische Politikerin in der Türkei. Zur Zeit lebt sie im politischen Exil in Deutschland.