Über

bi’bakino ist ein kuratiertes Filmprogramm, das transnationalen Narrativen, Migrations- und Mobilitätsdiskursen im Film nachspürt und rund um die Filme differenzierte Diskussion und Perspektivwechsel anregen will. Dabei legt das Programm einen Schwerpunkt auf Filme, die aus dem außereuropäischen Raum stammen oder in Berlin noch nicht oder nicht oft gezeigt wurden, sowie Archivausgrabungen und Wiederentdeckungen. Im Anschluss an die Filmvorführungen finden moderierte Gespräche mit Filmemacher*innen und Expert*innen statt.

Reihen
bis

Kuratiert von Özge Calafato

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A DREAM FOR EACH

Während die Corona-Pandemie einen privilegierten Teil der Weltbevölkerung in Quarantäne hielt, konnten es sich viele aufgrund von prekären Lebensbedingungen nicht leisten, zu Hause zu bleiben. Doch die globalen ökonomischen Ungleichheiten, die durch diese Polarisierung sichtbarer wurden, verweisen auf eine längere, in neoliberale Machtverhältnisse verstrickte Geschichte von Herrschaft, Gefangenschaft und ungleicher Verteilung von Arbeit und Reichtum. Mit Filmen, die Raum für Nuancen lassen, beschäftigt sich A Dream for Each mit den bis heute nachwirkenden kolonialen Überresten im globalisierten Handel, in Technologie und Tourismus.

Özge Calafato ist Kuratorin, Lektorin und Schriftstellerin. Sie arbeitete für zahlreiche Filmfestivals und Institutionen, unter anderem Cinema Akil, Abu Dhabi Film Festival (ADFF), SANAD Development and Post-Production Fund, Documentarist, DOK Leipzig, DokuFest, The Arab Fund for Arts und Imagine Science Film Festival. Sie ist Mitbegründerin der Nationalen Filmbibliothek der Vereinigten Arabischen Emirate.

Zu den Veranstaltungen

Regie Aylin Kuryel und Fırat Yücel Türkei 2019

57 min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Aylin Kuryel und Fırat Yücel

bis

FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Vertragsarbeit und Internationalismus in der DDR

Kuratiert von Tobias Hering und Sun-ju Choi

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Veranstaltungen

Regie Mahdi Fleifel

OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Mahdi Fleifel

A Man Returned – Werkschau Mahdi Fleifel

Das Programm gibt einen Einblick in das aktuelle Werk von Mahdi Fleifel und zeigt mit Xenos (2014), A Man Returned (2016), A Drowning Man (2017) und I Signed the Petition (2018) vier seiner preisgekrönten Kurzfilme. Fleifels fesselnde Filme fordern uns heraus, über grundlegende Fragen der menschlichen Existenz nachzudenken – darüber ein Zuhause und ein Heimatland zu haben bis hin zum Leben als Geflüchtete*r – und fordern uns auf, weiter über Palästina und die palästinensische Identität nachzudenken.

Der in Dubai geborene Mahdi Fleifel lebt und arbeitet zwischen Dänemark, England und Griechenland. Als Absolvent der National Film & Television School NTFS wurde Fleifels von der Kritik gefeierter Debütfilm A World Not Ours beim Toronto International Film Festival uraufgeführt und erhielt über 30 Auszeichnungen. 2016 gewann er einen Silbernen Bären für A Mam Returned. Sein Folgefilm, A Drowning Man, wurde im offiziellen Wettbewerb in Cannes gezeigt und für einen BAFTA nominiert. I Signed the Petition gewann bei der IDFA den Preis für den besten Kurzdokumentarfilm.

Regie Maher Abi Samra Libanon/Frankreich/Norwegen/Vereinigte Arabische Emirate 2016

67 Min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Maher Abi Samra

A Maid for Each

Im Libanon kommen auf vier Millionen Einwohner*innen rund 200.000 ausländische Hausangestellte, die ihrer Grundrechte beraubt ein Leben unter ständiger Kontrolle fristen. Die Angestellten sind weniger Dienstleistende als vielmehr Waren, die von speziellen Agenturen importiert werden, unter Bedingungen, die einer modernen Variante des Sklavenhandels gleichkommen. Maher Abi Samra filmt mit vollem Einverständnis des Inhabers Zein in den Büros der El-Raed-Agentur. Anschaulich zerlegt er dieses vom Staat gebilligte System – die Ansprüche der Arbeitgeber*innen, das Verkaufstalent der Agent*innen, die Betrachtung der weiblichen Arbeitskräfte als reine Objekte.

Maher Abi Samra, 1965 in Beirut, Libanon geboren, hat Theaterwissenschaften und Filmwissenschaft in Beirut und Paris studiert und als Foto-Journalist für libanesische Tageszeitungen und für internationale Agenturen gearbeitet.

Regie Marouan Omara und Johanna Domke Ägypten/Deutschland 2018

86 Min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Marouan Omara und Johanna Domke

Dream Away

Das deutsch-ägyptische Regieduo Johanna Domke und Marouan Omara begleitet die jungen Angestellten eines der zahlreichen Luxushotels von Sharm El Sheikh. Postrevolutionäre Unruhen und Terrorattacken haben den Ferienort am Roten Meer aussterben lassen: die Hotelanlagen sind unbewohnt, die Pool-Gymnastik-Einheiten teilnehmerlos, die Ausgehmeilen gespenstisch leer. Die Flugzeuge mit den Tourist*innen überfliegen die Stadt, aber sie landen hier nicht mehr. Mit einer traumwandlerischen Aufmerksamkeit ergründet dieser Film die Lebensrealitäten, Sehnsüchte und Notlagen junger Ägypter*innen, an deren Vergangenheiten sich auf einmal keine Zukünfte mehr anschließen.

Marouan Omara und Johanna Domke arbeiten seit 2012 als Regieduo zusammen. Ihre Filme sind filmische Hybride, die auf unbestimmtem Territorium zwischen Fiktion und Dokumentarfilm umherwandern, wunderbar gestaltet durch ihren magischen Realismus. Ihr vorheriger Film CROP erhielt internationale Anerkennung auf Festivals wie IFF Rotterdam, Yamagata IDFF, Jihlava IDFF und DOK Leipzig. Sie wurden von mehreren Institutionen unterstützt, darunter La Biennale di Venezia, Hot Docs-Blue Ice Fund und IDFA Bertha Fund.