Über

bi’bakino ist ein kuratiertes Filmprogramm, das transnationalen Narrativen, Migrations- und Mobilitätsdiskursen im Film nachspürt und rund um die Filme differenzierte Diskussion und Perspektivwechsel anregen will. Dabei legt das Programm einen Schwerpunkt auf Filme, die aus dem außereuropäischen Raum stammen oder in Berlin noch nicht oder nicht oft gezeigt wurden, sowie Archivausgrabungen und Wiederentdeckungen. Im Anschluss an die Filmvorführungen finden moderierte Gespräche mit Filmemacher*innen und Expert*innen statt.

Reihen

Regie Aylin Kuryel und Fırat Yücel Die Türkei 2019

57 min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Aylin Kuryel und Fırat Yücel

bis

FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Vertragsarbeit und Internationalismus in der DDR

Kuratiert von Tobias Hering und Sun-ju Choi

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bis

Kuratiert von Malve Lippmann und Can Sungu

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STÖRFELDER

Durch die sogenannten individuellen und wirtschaftlichen Freiheitsrechte innerhalb der EU haben sich der Arbeitsmarkt und die Lebensumstände der Menschen grundlegend verändert. Während die einen von der Öffnung der Grenzen und dem freien Kapitalverkehr profitieren, stoßen andere auf asymmetrische Machtstrukturen und Ausbeutung. Manche entschließen sich aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut zur Migration, in der Hoffnung, in einem anderen Land ein besseres Leben zu führen. Doch auch diejenigen, die bleiben, entwickeln Ideen und Wege, sich im System zu behaupten. Die wirtschaftliche Not kann zur Chance werden, aber gleichzeitig dient sie europaweit als Nährboden für den Rechtspopulismus. STÖRFELDER, das sind Momente, in denen wachsende Ungleichheiten sichtbar werden. In sieben Filmabenden lenkt die Reihe den Blick auf Geschichten, in denen einzelne Menschen nach Wegen suchen, damit umzugehen.

Zu den Veranstaltungen

bis

KuirFest Berlin 2019

Queer Feminist Rebels

Kuratiert von Pembe Hayat KuirFest / Pink Life QueerFest, Esma Akyel und Esra Özban

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Veranstaltungen
Kompostkino

Regie Valeska Grisebach Deutschland, Bulgarien 2017

121 min., OmdtU

WESTERN

Eine Gruppe deutscher Bauarbeiter macht sich auf den Weg auf eine Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz. Das fremde Land und die raue, wenig erschlossene Landschaft wecken die Abenteuerlust bei den Männern. Gleichzeitig sind sie mit ihren eigenen Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Das nahe gelegene Dorf wird für zwei der Männer zur Bühne eines Konkurrenzkampfs um die Anerkennung und die Gunst der Dorfbewohner*innen. Western zeigt am Beispiel eines EU-Infrastrukturprojekts eine wenig beachtete Richtung der Arbeitsmigration innerhalb der EU von West nach Ost, samt ihrer politischen und individuellen Schwierigkeiten. 

Regie Nikos Labôt Griechenland, Frankreich 2019

99 min., OmeU

HER JOB

Die Hausfrau Panayiota tritt zum ersten Mal in ihrem Leben einen bezahlten Job als Putzfrau in einem neu eröffneten Einkaufszentrum an, um ihre von der Wirtschaftskrise hart getroffene Familie zu ernähren. Obwohl sie vom Unternehmen rücksichtslos ausgebeutet wird, erlebt sie durch das eigene Gehalt zum ersten Mal ein Gefühl der Selbstermächtigung. Mit den neuen Kolleginnen erfährt Panayiota die wohl glücklichste Zeit ihres bisher tristen Lebens - bis die ersten Entlassungen eintreffen. Her Job erzählt die Emanzipation einer Frau vor dem Hintergrund der Krise als Einsturz und Neuanfang.

Regie Ken Loach Großbritannien 2007

96 min., OmeU

IT'S A FREE WORLD

Als Angie grundlos bei einer Arbeitsvermittlungsagentur gekündigt wird, nutzt sie die Gelegenheit, mit ihrer Mitbewohnerin Rose eine eigene Agentur zu gründen, die vor allem Arbeiter*innen aus Osteuropa vermittelt – auch illegal. Während Angie und Rose ihr neues Geschäft zunächst als Ausweg aus der eigenen wirtschaftlichen Not betrachten, nutzt die Agentur bald die alternativlose Lage der Migrant*innen zur Ausbeutung ihrer Arbeitskraft. Als ein Deal mit einem Auftraggeber platzt, spitzt sich die Situation dramatisch zu und Angie muss überlegen, wie weit sie gehen möchte, um ihre Haut zu retten. It’s a Free World skizziert eine ambivalente Situation ohne eindimensional zu urteilen.

Regie Marianna Economou Griechenland 2019

72 min., OmeU

WHEN TOMATOES MET WAGNER

Das griechische Dorf Elias, von der Wirtschaftskrise hart getroffen, steht kurz vor dem Aussterben. Die beiden Cousins Christos und Alexandros beschließen, unterstützt von den Großmüttern des Dorfes, ihr Glück mit biologischem Tomatenanbau zu versuchen. Geheimrezept für ihre Tomatensauce ist dabei die Musik von Wagner, mit der die Tomaten auf den Feldern beschallt werden. When Tomatoes Met Wagner kontrastiert die absurde Diskrepanz zwischen Produktionsbedingungen und Markterwartungen mit der inspirierenden Motivation von Menschen, die trotz allem weitermachen wollen.   

Regie Martina Parenti und Massimo D'Anolfi Italien 2013

80 min., OmeU

DARK MATTER

Das militärische Testgelände Salto di Quirra auf Sardinien liegt in scheinbar unberührter Natur zwischen Küste und Bergketten. Doch seit 1956 werden hier ohne Rücksicht auf Umwelt und Bevölkerung Waffentests durchgeführt. Massimo D’Anolfi und Martina Parenti dokumentieren die Spuren der Verwüstung: Der Boden ist hochgradig verseucht, immer wieder kommt es zu Missbildungen bei Menschen und den Tieren, die auf dem Versuchsgelände grasen. Anhand von minimalistischen Landschaftsaufnahmen und Archivmaterial legt Dark Matter eine apokalyptische Realität dar, die vielen völlig unbekannt ist.

Regie Danis Tanović Bosnien und Herzegovina, Frankreich, Slowenien 2013

75 min., OmeU

An Episode in the Life of an Iron Picker

Nazif kann seine Familie, die am Rande von Sarajevo lebt, mit dem Verkauf von Metallschrott und alten Autoteilen knapp über Wasser halten. Als seine schwangere Frau Senada erfährt, dass ihr ungeborenes Kind tot ist, müssen sie schnell handeln. Doch ohne Krankenversicherung will niemand die lebensnotwendige Operation durchführen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Die Laiendarsteller*innen in An Episode in the Life of an Iron Picker spielen eine Episode aus ihrem eigenen Leben, die der Regisseur Danis Tanović zu einer winterlichen Novelle verdichtet.

Regie Nikolaus Geyrhalter Österreich, Italien 2018

113 min., OmeU

DIE BAULICHE MASSNAHME

Am Grenzpass Brenner sollen neue Maßnahmen ergriffen werden, um Österreich vor Migrant*innen abzuschotten. Neben Grenzkontrollen zwischen Nord- und Südtirol ist ein Zaun im Gespräch. Die Anwohner*innen fühlen sich hin- und hergerissen: Viele fürchten die “bauliche Maßnahme“ ebenso wie die vermeintlich drohende Überfremdung ihrer Heimat Tirol. Zwei Jahre lang hat Nikolaus Geyrhalter die Region um den Brenner beobachtet und zeichnet das Portrait einer Grenzregion, die nicht zur Ruhe kommt.