Über

bi’baxchange strebt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Akteur*innen und Initiativen aus unterschiedlichen Disziplinen der Kunst und Wissenschaft an. Ausgehend von interdisziplinären und transnationalen Kooperationsprojekten sucht bi’baxchange den Austausch von Ideen, Perspektiven und Know-How. In Lecture-Performances, Pop-Up-Ausstellungen, Lesungen und Präsentationen fokussiert sich das Programm auf die dezentrale, rhizomhafte Verbindung von Kunst, Design, Wissenschaft, Partizipation, Stadtraum und lokalem Engagement.

 

Reihen/ Veranstaltungen
bis

FAVA CONNECTION

Die kulturellen und historischen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei

Kuratiert von Pegah Keshmirshekan und Umut Azad Akkel

mehr
FAVA CONNECTION

Das Symposium FAVA CONNECTION bietet einen Einblick in die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei, aus der Sicht von Künstler*innen, Kurator*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturschaffenden aus beiden Ländern. In einer Reihe von Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und Filmvorführungen wirft das Symposium Fragen zu geteilten Narrativen, Identitäten und Praktiken sowie Spaltung und Ausschlussmechanismen auf, die in der Geschichte der Türkei und Griechenlands und auch in der Gegenwart spürbar sind.

In sechs Veranstaltungen an der UdK Berlin und im bi'bak diskutiert FAVA CONNECTION die historischen Hintergründe der transnationalen Beziehungen, wie etwa den Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei in den 1920er Jahren, und fragt, wie ein Gefühl von Zugehörigkeit konstruiert werden kann. In diesem Zusammenhang wird die sogenannte „europäische Identität“ und ihre nachteilige Wirkung auf die Nationalstaaten in der Region überdacht. Das Symposium beschäftigt sich mit aktuellen politischen Spannungen und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben und Handeln und schafft um Grundlagen für weitere Diskussionen.

Pegah Keshmirshekan, 1997 im Iran geboren, lebt und arbeitet in Berlin und ist eine multidisziplinäre Künstlerin. Sie studiert derzeit Bildende Kunst an der UdK Berlin und hat ihre Arbeiten in Teheran und Berlin ausgestellt. Sie ist Mitglied des Soltity Collective (Fine Art Experimental Group) und Mitbegründerin der Initiative I.D.A.

Umut Azad Akkel wurde 1991 in İzmir, Türkei, geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Er praktiziert visuelle Kunst, Produktdesign und kuratiert kulturelle Seminare. Er ist einer der Mitbegründer*innen der Initiative I.D.A. (Interkulturalität / Vielfalt / Antidiskriminierung) an der Universität der Künste Berlin.

Zu den Veranstaltungen

Zum Archiv

Veranstaltungen

Im Anschluss Gespräch mit İz Öztat und Alexis Fidetzis

Identität jenseits des Nationalen, des Religiösen und des Europäischen

Künstler*innengespräch mit Alexis Fidetzis und İz Öztat, moderiert von Bilge Emir und Ilgaz Yalçınoğlu

Die künstlerische Praxis von Alexis Fidetzis und İz Öztat steht in engem Zusammenhang mit dem Thema Identitätsbildung und (nationale) Identität im Kontext von Griechenland und der Türkei. Mit seiner Perspektive auf den Seehandel zwischen Fischerbooten aus Griechenland und der Türkei erinnert Alexis Fidetzis jüngstes Projekt an die 1990er Jahre, als Fischerboote beider Länder auf hoher See ihren Fang austauschten, um gemeinsam von den Präferenzen und Preispolitiken zweier Märkte zu profitieren. Er spricht über Fragen des Handels, Gemeinschaft und Graswurzel-Wirtschaft und schlägt eine Utopie für die Zukunft vor. İz Öztat berichtet von ihrer künstlerischen Praxis, die diverse Fachpositionen besetzt. Sie stellt ihre künstlerischen Forschungsmethoden vor, die Fiktion, Spuk, Channeling, Kooperation und Vertragsverhandlungen umfassen in Bezug auf die Kontexte, in denen sie Gestalt annehmen.

In einer Podiumsdiskussion wird das Thema Identität im regionalen und nationalen Kontext weiter besprochen und die Möglichkeit erörtert, eine Identität jenseits von Nationalität und Religion zu konstruieren. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, wie eine Positionierung in Bezug auf das Konzept einer sogenannten „europäischen Identität“, die stark vom Westen geprägt ist, gelingen kann.

İz Öztat lebt und arbeitet in Istanbul. Sie ist in verschiedenen Disziplinen aktiv, wie zum Beispiel Produzieren, Sammeln, Schreiben, Übersetzen, Veranstalten und Vermitteln. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Rückkehr der verdrängten Vergangenheit in die Gegenwart, den Möglichkeiten der Fiktion, offizielle Narrative in Frage zu stellen und den ideologischen Implikationen der Darstellung. Sie ist Mitglied von BAÇOY KOOP, einer Gruppe für kollektives, unabhängiges Publizieren.

Alexis Fidetzis wurde 1987 in Athen geboren. Er studierte Malerei an der Athens School of Fine Arts und am Pratt Institute in New York City, wo er sich mit forschungsbasierter Kunst, mit einem Fokus auf Kunst und Geopolitik befasste. Seine künstlerische Arbeit basiert größtenteils auf historischer Forschung.

Im Anschluss Gespräch mit Persefoni Myrtsou

Maltepe Gelinleri | The Brides of Maltepe

Künstler*innengespräch mit Alexis Fidetzis und İz Öztat, moderiert von Bilge Emir und Ilgaz Yalçınoğlu

Die künstlerische Praxis von Alexis Fidetzis und İz Öztat steht in engem Zusammenhang mit dem Thema Identitätsbildung und (nationale) Identität im Kontext von Griechenland und der Türkei. Mit seiner Perspektive auf den Seehandel zwischen Fischerbooten aus Griechenland und der Türkei erinnert Alexis Fidetzis jüngstes Projekt an die 1990er Jahre, als Fischerboote beider Länder auf hoher See ihren Fang austauschten, um gemeinsam von den Präferenzen und Preispolitiken zweier Märkte zu profitieren. Er spricht über Fragen des Handels, Gemeinschaft und Graswurzel-Wirtschaft und schlägt eine Utopie für die Zukunft vor. İz Öztat berichtet von ihrer künstlerischen Praxis, die diverse Fachpositionen besetzt. Sie stellt ihre künstlerischen Forschungsmethoden vor, die Fiktion, Spuk, Channeling, Kooperation und Vertragsverhandlungen umfassen in Bezug auf die Kontexte, in denen sie Gestalt annehmen.

In einer Podiumsdiskussion wird das Thema Identität im regionalen und nationalen Kontext weiter besprochen und die Möglichkeit erörtert, eine Identität jenseits von Nationalität und Religion zu konstruieren. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, wie eine Positionierung in Bezug auf das Konzept einer sogenannten „europäischen Identität“, die stark vom Westen geprägt ist, gelingen kann.

Persefoni Myrtsou wurde in Thessaloniki geboren und ist bildende Künstlerin und Kulturanthropologin. Sie studierte Bildende Kunst an der Glasgow School of Art und später am Institute for Art in Context an der UdK Berlin. Persefoni stellte vielfach aus und performte in verschiedenen Kontexten. Sie lebt und arbeitet in Istanbul und reist regelmäßig nach Berlin und Thessaloniki.

Universität der Künste (UdK) Berlin

Im Anschluss Gespräch mit Aspasia Anogiati

Die Geschichte von Politiki Lyra / Klasik Kemençe als Beispiel für Interkulturalität

Aspasia Anogiati wird in ihrem Vortrag die Geschichte eines Instruments diskutieren, dessen Ursprünge im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Die Geschichte der 'Kemençe' (in der Türkei) oder 'Lyra' (in Griechenland) ist ein Beispiel dafür, wie Menschen, die in derselben Region wohnen, ähnliche Landschaftseindrücke teilen, zu denselben Melodien singen und tanzen, fast alles gemeinsam haben, ganz gleich, was ihre Pässe oder Religionen sagen oder welche Wörter sie in ihrer Sprache verwenden. Es gibt eine gemeinsame Sprache, die Menschen verbindet, und Musik ist ein wichtiger Aspekt davon.

Aspasia Anogiati ist ausgebildete Schauspielerin, Musikwissenschaftlerin und Musikerin. Sie absolvierte die Schauspielschule des Athener Konservatoriums und machte später einen Abschluss in Politiki Lyra an der Technischen Universität von Epirus. Sie hat Theater und Musik an verschiedenen öffentlichen Schulen und Institutionen unterrichtet und ist immer noch eine aktive Musikerin auf dem Gebiet der traditionellen Musik des östlichen Mittelmeers (Lyra und Gesang).

Universität der Künste (UdK)

Im Anschluss Gespräch mit Ayşenur Babuna

Der*die zeitgenössische Künstler*in als reflexive*r Kolonisator*in: Anthropologische Predigt

Für ihre erste mitteleuropäische aktivistische Aktion im Herzen Berlins lädt Ayşenur Babuna alle kritischen und reflektierten Seelen der Stadt zu einer phantasmagorischen, ultra-südosteuropäischen performativen Vortragsparty ein. Gemeinsam versuchen wir, brennende Fragen unserer Zeit zu beantworten: Ist der anthropologische Blick nur eine Vertuschung der kulturellen Aneignung? Können wir nach dem europäischen Islam über Euro-Arabeske sprechen? Können nur westliche Künstler*innen gute Kolonialist*innen und Ethnograph*innen sein? Ist die humanitäre Perspektive die einzige Möglichkeit, Politik, Kunst und Kultur zu verstehen? Und weiß der globale Süden, dass er globaler Süden ist? Ayşenur freut sich darauf, all diese kritischen Fragen mit ihrer fantastischen Berliner Herde zu besprechen ❤ 

Ayşenur Babuna ist eine feministische Unternehmerin und islamische Aktivistin aus der Türkei, die unter dem Dach einer international vernetzten Schwesternschaft an verschiedenen interkulturellen und interreligiösen Projekten arbeitet. Posthumane weibliche Verkörperungen, marginaler islamischer Feminismus und zwiespältige Konfigurationen von Seltsamkeit, Weiblichkeit und Sexualität werden unterlaufen, ergänzt und konterkariert durch totalitäre Fantasien der Kulturschaffenden, neo-osmanische Ausnahmefällen und romantische Vorstellungen von Widerstand und Autonomie. Ayşenur wiederholt ihre orts- und kontextspezifischen Handlungen nie und ist mitunter eine fiktive Person.

www.aysenurbabuna.com, https://www.facebook.com/aysenurbabuna

Identifikation als Elladitis/a oder Türkisch

Im Anschluss Gespräch mit Banu Karaca, Viron Erol Vert und Hera Büyüktaşcıyan

Fragen der Marginalität und der Peripherie des Kanons

Künstler*innengespräch: Hera Büyüktaşcıyan und Viron Erol Vert

Hera Büyüktaşcıyan zeigt in ihrem Vortrag eine Auswahl von Arbeiten, die sich  in Bezug auf Abwesenheit, Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit mit der „aquatischen Natur der Erinnerung” befassen, im Rahmen der Beziehung zwischen Raum und Geschichte. Viron Erol Vert stellt seine aktuelle Arbeit "All Borders are Within Us" vor. Mit dieser Arbeit als Ausgangspunkt spricht er über Praktiken innerhalb der Migration, kulturelle Identifikation und soziale Transformation.

Vortrag: Kunst, Enteignung und das Schreiben postosmanischer Kunstgeschichten

In Banu Karacas Vortrag über „Kunst, Enteignung und das Schreiben postosmanischer Kunstgeschichten“ wird diskutiert, wie Nationalismus und Enteignungspolitik kunsthistorische Erzählungen geprägt und dabei Kunstwerke unlesbar gemacht haben.

Podiumsdiskussion:

In einer Podiumsdiskussion diskutieren die Gäste Fragen zur Minderheit in Griechenland und der Türkei sowie zur Identifizierung von Elladitis/a und Türkisch.

Banu Karaca (Ph.D.) arbeitet an der Schnittstelle von politischer Anthropologie und kritischer Theorie, Kunst und Ästhetik, Nationalismus und Kulturpolitik, Museen und feministischen Gedächtnisstudien. Ihre jüngsten Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Meinungsfreiheit in den Künsten, der Visualisierung geschlechtsspezifischer Erinnerungen an Krieg und politische Gewalt sowie mit visueller Kompetenz. Sie ist derzeit EUME Fellow am Forum Transregionale Studien, Berlin. Ihre laufende Forschung untersucht, wie enteignete und „verlorene" Kunstwerke das Schreiben postosmanischer Kunstgeschichten geprägt haben.

Viron Erol Vert, geboren in Deutschland, lebt und arbeitet derzeit zwischen Istanbul und Berlin. Er studierte Kleidungsdesign an der HTW Berlin und am Institut für Bildende Kunst an der Royal Academy in Antwerpen. Vert hat die Meisterklasse für Modedesign an der HTW und an der Abteilung für experimentelle Oberflächen an der KHB in Berlin mit Auszeichnung abgeschlossen.

Hera Büyüktaşcıyan lebt und arbeitet in Istanbul. Sie studierte an der Marmara Universität, Fakultät für bildende Künste, Abteilung Malerei. Sie benutzt den Begriff der Abwesenheit und Unsichtbarkeit, um eine imaginäre Verbindung zwischen Identität, Erinnerung, Raum und Zeit durch unsichtbare und vergessene Aspekte der Geschichte herzustellen.

Kleine Exkursionen um das osmanische Schattentheater

Im Anschluss Gespräch mit Birgit Auf der Lauer

Abschluss Event & Zitternd ist der Vorhang, erschüttert der Bildschirm:

Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli geben einen kurzen Überblick über die Geschichte und Struktur des osmanischen Gölge Oyunu (Schattentheaters).

In diesem Workshop verwandelt sich des Projektraum bi'bak in ein temporäres Schattentheater, in dem ein osmanisches Schattentheaterensemble zu Leben erwacht. Es erschienen Juden und LGBTIQ+'s Araber, Dandies, Bauchtänzer*innen, Armenier*inner, Opiumsüchtige, Hexen, europäische und anatolische Typen. Die Künstler*innen laden dazu ein, neue Monster-Schattenpuppen zu bauen und zu fragen, wie sich die nationalistische Ideologie auf die Figuren im Schattenspiel auswirkt.

Abschluss Event beginnt um 19:00

Birgit Auf der Lauer arbeitet seit 2010 gemeinsam mit Caspar Pauli. Ihr Interesse gilt der künstlerischen Darstellung von geschichtlichen, ästhetischen und politischen Ebenen von urbanem und ländlichem Raum. Nach detaillierten Recherchen arbeiten sie mit verschiedenen Ausdrucksmitteln wie Installation, Zeichnung und Performance. Für ihre Arbeiten erhalten sie regelmäßig Förderungen und Auszeichnungen. Gemeinsam mit dem Friedrichshain-Kreuzberg Museum in Berlin betreiben sie den Kanuclub zur Erforschung der Stadt.