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Im Anschluss Gespräch mit Ekaterina Borisova und Yuriy Gurzhy

Yanka Dyagileva

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Yana "Yanka" Dyagileva (1966 - 1991) ist eine bekannte russische Sängerin / Songwriterin. Sie wurde in Nowosibirsk (Sibirien) geboren und war nie im Showbusiness; war (und ist) aber eine echte Underground-Rock-Ikone in Russland. Basierend auf Punk, psychedelischem Rock und russischen Folk- und Poesietraditionen behandelten ihre Lieder Themen wie Verzweiflung, Depression und Nihilismus. Im Alter von 25 Jahren ertrank sie im Fluss Inja in der Nähe von Novosibirisk. Ihr Vermächtnis von mehr als 30 Liedern und wenigen Versen wurde in Russland erst nach ihrem Tod bekannt, doch diese Lieder werden von vielen Menschen innigst geliebt und vielfach gecovert – unter anderem von Massive Attack. Lieder, die voller Emotionen und echter Schönheit sind und jede Seele berühren.

Ekaterina Borisova ist Musikjournalistin in Sankt Petersburg, Russland. Seit Mitte der 80er Jahre schreibt sie Artikel über Rockmusik für russische Zeitschriften und Zeitungen. Gleichzeitig ist sie ein großer Fan von und hat sich ein tiefes Wissen über die russische Underground-Rock-Szene angeeignet. Sie ist auch Autorin mehrerer Bücher - darunter zwei Bücher über Yanka Dyagileva, die 1998 - 2005 herausgegeben und wieder aufgelegt wurden.

Yuriy Gurzhy wurde in der Ukraine geboren und lebt in Berlin. Er ist Musiker, Songwriter, DJ und Produzent und bekannt für seine Arbeit mit RotFront, Shtetl Superstars und The Disorientalists sowie für seine Partyreihen Russendisko, Born in UA und Disko Kosmopolit.

Regie Michel K. Zongo Burkina Faso/Deutschland 2019

90 Min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Malve Lippmann und Michel K. Zongo

No Gold for Kalsaka

Als die Regierung von Burkina Faso im Jahr 2000 mit der Erteilung von Bergbaugenehmigungen beginnt, steigt das Goldfieber. Den Menschen in Kalsaka werden Berge von Gold versprochen: Arbeitsplätze für die Dorfbewohner*innen, Stipendien für ihre Kinder, Geld für die Staatskasse und Entwicklungshilfe für die nächsten 10 Jahre. Aber sechs Jahre später wurden ihnen Berge von Gold genommen, während ihnen selbst nichts als verschmutztes Land übrig bleibt. No Gold for Kalsaka verbindet dokumentarische und fiktiven Elemente zu einer Erzählung über Gut und Böse, wie man sie aus dem Western kennt. Referenzen zu westafrikanischen Griot-Traditionen, Cowboys und Ennio Morricone's Filmmusik kreieren eine Welt im Goldrausch.

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Michel K. Zongo wurde im 1974 in Koudougou, Burkina Faso, geboren. Er ist Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor. Von 2003 bis 2008 war er für das Interactive Debate-Cinema bei Cinomade verantwortlich, einem Verein mit Sitz in Burkina Faso, dessen Ziel es ist, durch Kino zu sensibilisieren.

Regie Kulikar Sotho/Anysay Keola/Sai Naw Kham/Anocha Suwichakornpong/Pham Ngoc Lân Kambodscha/Laos/Myanmar/Thailand/Vietnam 2020

94 Min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Sarnt Utamachote und Pham Ngoc Lân

Mekong 2030

In den 1970er Jahren initiierten paramilitärische Regierungen in Südostasien eine Reihe geopolitisch motivierter Privatisierungen am Mekong. Die dadurch entstandenen Umweltschäden beraubten die lokalen Communities ihrer Ressourcen und lösten interregionale Konflikte aus. Das ökologische Ungleichgewicht wirkte sich gleichermaßen auf die ländliche Bevölkerung und die Metropolen aus, indem sie beide zwang ihre Bedürfnisse zu überdenken und ihre Produktionsmethoden neu auszurichten. Mekong 2030 ist eine Anthologie von fünf kollaborativ entstandenen Kurzfilmen (Soul River, The Che Brother, The Forgotten Voices of Mekong, The Line, TheUnseen River), die aus einem vom Luang Prabang Film Festival initiierten Film-Workshop mit lokalen Umweltaktivist*innen entstanden.

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Sarnt Utamachote ist ein Filmemacher, Fotograf und Kurator. Er ist Mitgründer von un.thai.tled, einem Künstler*innen-Kollektiv aus der deutschen Thai-Diaspora, mit dem er das un.thai.tled Film Festival Berlin und Beyond the kitchen: Stories of Thai Park kuratierte. Seine Videoinstallation I Am Not Your Mother (2020) wurde am International Film Festival Rotterdam ausgestellt.

Pham Ngoc Lân (*Hanoi, 1986) studierte Stadtplanung an der Hanoi Architectural University. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit dem Einfluss von Stadtlandschaften auf zwischenmenschliche Beziehungen. Seine Kurzfilme wurden auf zahlreichen Filmfestivals und in Kunstmuseen gezeigt, darunter Visions du Réel, das Tokyo Metropolitan Museum of Photography und Berlinale Shorts. Zurzeit arbeitet er an seinem Spielfilmdebüt.

Regie Vicky Funari und Sergio de la Torre Mexiko/USA 2006

68 Min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Vicky Funari und Pia Chakraverti-Würthwein & Eirini Fountedaki

Maquilápolis

Maquilápolis folgt der Geschichte von Fabrikarbeiterinnen an der mexikanischen Grenze, die gegen die Umweltzerstörung und die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft durch US-amerikanische und multinationale Unternehmen kämpfen. Carmen Durán und Lourdes Luján halten ihre Kämpfe in Videotagebüchern fest und dokumentieren ihre Arbeit als promotoras: Community-Vertreterinnen für soziale Gerechtigkeit. Der Entstehungsprozess des Films bezog die promotoras aktiv in die Planung, die Dreharbeiten und den Vertrieb mit ein und führte zur Säuberung einer verlassenen Fabrik in Chilpancingo.

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Vicky Funari ist Dokumentarfilmerin und Lehrerin. Zu ihren Filmen gehören Paulina (1998) und Live Nude Girls Unite! (2000). Funari engagiert sich für ko-kreative Prozesse, die darauf abzielen, auch für die repräsentierten Individuen und Communities von Nutzen zu sein. Sie ist Senior Lecturer für Visual Studies am Haverford College.

Pia Chakraverti-Würthwein & Eirini Fountedaki sind ein Kurator*innen-Duo, das sich für verkörpertes Wissen und die Verlangsamung von Produktionsprozessen interessiert. Sie haben bei SAVVY Contemporary die Filmreihe Residing in the Borderlands mitkuratiert und sind Teil des Berlin Biennial 11 curatorial workshop how now to gather.

OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Rosalia Namsai Engchuan, Riar Rizaldi und Yeo Siew Hua

Stories from the South

Fordlandia Malaise
Susana de Sousa Dias, Portugal 2019, 40 Min.

Miasma, Plants, Export Paintings
Bo Wang/Pan Lu, China 2017, 28 Min.

An Invocation to the Earth
Yeo Siew Hua, Singapore 2020, 16 Min.

Tellurian Drama (Early Cut)
Riar Rizaldi, Indonesia 2020, 27 Min.

Stories from the South führt an Orte, an denen die Welt durch die koloniale Expansion bereits mehrfach untergegangen ist. Das Kurzfilmprogramm erforscht neue Formsprachen jenseits von hegemonialen Denkweisen – im Wissen, dass wir die Krisen der Gegenwart nicht mit den gleichen Mitteln lösen können, die diese Probleme verursacht haben. Fordlandia Malaise untersucht die Nachwirkungen einer 1928 von Henry Ford im Amazonas-Regenwald gebauten Firmensiedlung. Miasma, Plants, Export Paintings befasst sich mit Anpassungsbemühungen während der Expansion des Britischen Empires und legt die Verstrickungen zwischen Imperialismus, naturwissenschaftlichen Methoden und der Konstruktion von “Rasse” offen. An Invocation to the Earth thematisiert den Klimakollaps aus der Perspektive präkolonialer Sagen und animistischer Rituale. Tellurian Drama beschäftigt sich ausgehend von den materiellen Überresten eines kolonialen Radiosenders mit Dekolonisierung, Technologie und der Historizität von Kommunikation.

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Rosalia Namsai Engchuan ist eine zwischen Berlin und Südostasien lebende Sozialanthropologin und Filmemacherin. Zurzeit arbeitet sie mit Künstler*innen und kulturellen Akteur*innen in Südostasien zu künstlerischen Interventionen in Problemfeldern der Moderne, die weit über Klimawandel und Umweltkrise hinausgehen.

Riar Rizaldi ist ein in Hongkong ansässiger indonesischer Künstler und Amateurforscher. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Beziehung zwischen Kapital und Technologie, Extraktivismus und theoretischer Fiktion. Seine Werke wurden unter anderem auf dem Filmfestival von Locarno, der BFI Southbank London, dem Internationalen Filmfestival Rotterdam, dem NTT InterCommunication Center Tokyo und der Nation

Yeo Siew Hua ist ein Regisseur und Autor aus Singapur. Sein letzter Spielfilm, A Land Imagined (2018), gewann den Goldenen Leoparden auf dem 71. Filmfestival von Locarno und wurde als Beitrag Singapurs in der Kategorie Bester internationaler Spielfilm der 92.

Aktuell
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Von Sebastian Reier aka Booty Carrell, Pamela Owusu-Brenyah aka DJ Pam Bam, Florian Sievers, Oded Erez, Kornelia Binicewicz, Mountains of Tongues, Rahman Məmmədli, Ekaterina Borisova, Yuriy Gurzhy und Can Sungu

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OUTERNATIONALE: Stars from Outer Space

2020 widmet sich bi’bakaudio mit dem Projekt OUTERNATIONALE: Stars from Outer Space dem Konzept der sogenannten Outernational Music, einer Gegenposition zur Weltmusik bzw. World Music. Während Weltmusik dazu tendiert, Musik, die außerhalb der westlichen Welt produziert wird, zu exotisieren oder sie für den westlichen Geschmack zu zähmen, begreift Outernational Music die Unterscheidung zwischen westlicher Musik und Weltmusik selbst als eine Verlängerung des kolonialen Blicks. Im Gegensatz dazu wendet sich das Konzept Outernational Music den Klangproduktionen zu, die fernab des westlichen Musikmarktes in grenzüberschreitenden Geographien rezipiert und gefeiert wird. Outernational Music ist weder Mainstream noch Underground, sie ist vielsprachig und durch diverse Musiktraditionen und Kulturen beeinflusst. Die Reihe OUTERNATIONALE stellt im Gespräch mit Expert*innen ausgewählte Outernational Stars und deren künstlerisches Schaffen und Biographien vor. Jenseits kultureller oder sprachlicher Barrieren wagen wir eine musikologische Kollektivrecherche.

Gefördert duch den Berliner Senat für Kultur und Europa

Ekaterina Borisova ist Musikjournalistin in Sankt Petersburg, Russland. Seit Mitte der 80er Jahre schreibt sie Artikel über Rockmusik für russische Zeitschriften und Zeitungen. Gleichzeitig ist sie ein großer Fan von und hat sich ein tiefes Wissen über die russische Underground-Rock-Szene angeeignet. Sie ist auch Autorin mehrerer Bücher - darunter zwei Bücher über Yanka Dyagileva, die 1998 - 2005 herausgegeben und wieder aufgelegt wurden.

Florian Sievers ist Journalist, Autor und Kurator, der alternative Geschichten aus afrikanischen Städten erzählt, in denen derzeit eine aufstrebende Mittelschicht – von Mode über Kunst bis hin zu vor allem Musik – hippe kulturelle Ausdrucksformen hervorbringt. Ursprünglich ausgebildeter Journalist für Politik und Wirtschaft, recherchiert Florian Sievers seine zukunftsweisenden Geschichten in Auseinandersetzung mit den lokalen urbanen Gemeinschaften. Ganz nebenbei ist Florian auch zum Hobbysammler alter Schallplatten aus Afrika geworden.

Kornelia Binicewicz ist eine polnische Schallplattensammlerin und Kuratorin sowie DJ und Gründerin von "Ladies on Records", einem facettenreichen Projekt, das sich auf das musikalische Erbe von Frauen auf der ganzen Welt konzentriert und weibliche Musik der letzten Jahrzehnte präsentiert. Ihre Leidenschaft für die Musik weiblicher Akteure brachte sie in die Türkei, wo sie begann, die unentdeckte Welt der türkischen Frauenmusikszene zu erkunden. Im Laufe von fünf Jahren, in denen sie Schallplatten ausgrub und vergessene oder nicht anerkannte Sängerinnen in der Türkei kennenlernte, gelang es ihr auch, in die Archive alter türkischer Labels einzutauchen. Sie kuratierte die Sammelwerke "Turkish Ladies. Female Singers from Turkey 1973 - 1988" (Epic Istanbul) und "Uzelli Psychedelic Anadolu" (Uzelli), die beide auf Vinyl erschienen. Kornelia arbeitet derzeit an einem besonderen Projekt, das Sängerinnen aus der Türkei aus einem der Archive der türkischen Labels gewidmet ist.

Mountains of Tongues (Ben Wheeler und Stefan Williamson-Fa) hat die letzten sieben Jahre damit verbracht, die Kaukasusregion zu bereisen, Aufnahmen zu machen und Beispiele weniger bekannter musikalischer Traditionen zu sammeln. Mit Hilfe von Ausschnitten aus ihren Feldaufnahmen, kombiniert mit Stücken aus einem persönlichen Archiv Langspielplatten, Tonbändern, CDs und VHS-Aufnahmen aus der ganzen Region, bieten ihre Live-Shows einen einzigartigen Einblick in die Klanglandschaften des Kaukasus. Ob Lo-Fi-Bootlegs aserbaidschanischer Gitarrist*innen, die Gesangsgymnastik der gurianischen Polyphonie, schmetternde jesidische Holzbläser bei einer Verlobungsparty, Auto-Tune dagestanischer Techno, kreisende tschetschenische Sufi-Rituale oder Vintage-Synthesizer von Yamaha, die Lieder in isolierten Sprachen begleiten - Mountains of Tongues präsentiert Musik an der Schnittstelle zwischen dem Modernen / Traditionellen, dem Partizipatorischen / Präsentativen und dem Heiligen / Säkularen.

Oded Erez (Fachbereich Musik, Bar-Ilan Universität) ist Dozent für populäre Musik und Filmmusik und arbeitet an der Schnittstelle von historischer Musikwissenschaft, Musikethnologie und Kulturwissenschaften. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Politik und Ästhetik, mit einem Schwerpunkt auf Musik in Israel und im Mittelmeerraum. Gegenwärtig arbeitet er an der Fertigstellung eines Buchmanuskripts über griechische Musik und ethnische Klassenpolitik in Israel.

Pamela Owusu-Brenyah ist Musikberaterin, Festivalorganisatorin und DJ, die sich für eine bessere Sichtbarkeit der zeitgenössischen afrikanischen Popkultur in Deutschland einsetzt. Mit ihrer Community-Plattform AFRO x POP bietet sie regelmäßig eine Musikfestbühne für aufstrebende Künstler der afrodeutschen Szene. Pamela, studierte Politikwissenschaftlerin, lebt in Berlin und hat familiäre Wurzeln in Ghana. Sie hat drei Jahre lang in Ghanas Hauptstadt Accra als DJ gearbeitet und pendelt seitdem zwischen den beiden musikalischen Welten hin und her.

Rəhman Məmmədli wurde 1961 im Bezirk Füzüli von Qarabağ geboren und wuchs umgeben von der Musik dieser Region auf. Durch seine Verbundenheit mit der traditionellen Mugham- und Aşık-Musik ist es ihm gelungen, diese Genres durch neue und eigenständige Spieltechniken auf die E-Gitarre zu übertragen. Seine Fähigkeit, die Stimmen der klassischen muğam xanənde Sänger nachzuahmen, führte dazu, dass er als der Mann mit "oxuyan barmaqlar" (singenden Fingern) bekannt wurde. Məmmədli inspiriert weiterhin neue Generationen von Gitarrist*innen, die in Aserbaidschan eine einzigartige Gitarrensubkultur und einen einzigartigen Gitarrenstil entwickeln.

Booty Carrell ist der DJ-Name des Vinyl-Liebhabers, Golden Pudel Resident- und outernationalen DJs Sebastian Reier. Carrell forscht in den Tiefen des Vinyl-Universums und taucht mit Vorliebe in die zweite Welle der musikalischen Globalisierung ein.

Yuriy Gurzhy wurde in der Ukraine geboren und lebt in Berlin. Er ist Musiker, Songwriter, DJ und Produzent und bekannt für seine Arbeit mit RotFront, Shtetl Superstars und The Disorientalists sowie für seine Partyreihen Russendisko, Born in UA und Disko Kosmopolit.

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Kooperationspartner Trickmisch, Erika Mann Grundschule, MIK

Konzept von Malve Lippmann

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Dinge, Menschen und Bilder in Bewegung

Mehr als je zuvor in der Geschichte ist unsere Welt durch Mobilität bestimmt: Ob beruflich bedingt, touristisch oder gezwungen durch Kriege und Konflikte, sind Menschen weltweit in Bewegung. Wer jedoch reisen darf und wer nicht, ist dabei ungleich reglementiert. Je nachdem ob „Expat”, „Tourist*in” oder „Migrant*in” wird durch Begrifflichkeiten differenziert, wer ein Recht auf Mobilität hat und wer nicht. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Mobilität ist keine Selbstverständlichkeit, sondern abhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus und körperlichen Voraussetzungen. Und in den Zeiten von Corona ist nochmal alles anders.  Ganz andere Regeln als für menschliche Reisende gelten in der Welt der Dinge und Waren, die sich häufig unbeschwert in globalen Handelsnetzen von einem Ort zum anderen bewegen dürfen. Im Gegensatz zu den mühsamen und riskanten Anfängen des Welthandels in Karawanen sind heute Millionen von Waren und Gütern auf dem ganzen Globus in Bewegung.

In einer Serie von Workshops beschäftigen wir uns mit verschiedenen Formen des Unterwegsseins von Menschen und Dingen. Ausgehend von diversen Routen, Transportmitteln und Reiseanlässen untersuchen wir Formen jeglicher Mobilität, die sowohl Menschen als auch Waren und Güter von einem Ort zu dem anderen führen.

Basierend auf den Überlegungen und eigenen Erfahrungen entwickeln wir bewegte Bilder. Denn wie ließe sich besser über Mobilität erzählen als mit „bewegten” Bildern?
Wir lassen uns von den Ursprüngen des Films inspirieren, bei denen der Prozess der Bewegung im Gegensatz zu digitalen Technologien noch sichtbar wird: Dem Zoetrop, dem Thaumatrop, der Laterna Magica und dem Daumenkino. Wir experimentieren mit diesen alten Bewegtbild-Apparaten, analogem Filmaterial und Lichttischanimationen. 

Gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

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Kuratiert von Galit Eilat und Erden Kosova

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ART IN DARK TIMES

Die Lähmung der Weltgesellschaften in der gegenwärtigen Pandemie hat die Definition des Begriffs der "Krise" unumkehrbar verändert und das Gefühl tiefgehender tektonischer Veränderungen in Bezug auf die innere Strukturierung unserer heutigen Gesellschaften und die Zerstörung der Natur im Kapitalismus verstärkt. 
Doch der Appell an den Begriff des "Krisen"-Jahrzehnts ist bereits mit den nachfolgenden Erschütterungen der politischen Sphäre ausgereizt worden: die Turbulenzen der staatlichen Souveränität, die Auflösung grundlegender Prämissen der Säkularisierung durch die Hände neuer und traditioneller ideologischer Bewegungen, das Aufkommen des Geschichtsrevisionismus, der vergangene Verbrechen auslöscht, um neue zu ermöglichen, der zunehmende Anklang von Frauenfeindlichkeit, Mehrheitspolitik und Autoritarismus, die katastrophalen Folgen des Hyperkonsums und andererseits das verschwiegene Wiederaufleben der menschlichen Sklaverei.
Die Vortragsreihe ART IN DARK TIMES versucht, die Wege nachzuzeichnen, auf denen künstlerische und kulturelle Praktiken (kuratorische Projekte, wissenschaftliche Texte, Kampagnen von Aktivisten, Video und Film) diesen gegensätzlichen Verwicklungen begegnen. Bezug nehmend auf die spezifischen Konflikte ihrer eigenen belasteten Geographien werden die geladenen Gäste den verflochtenen und globalen Charakter dieser sich verändernden Voraussetzungen untersuchen. Das Programm der Reihe wurde im vergangenen Herbst konzipiert und unlängst an die aktuellen Verwicklungen der Pandemie angepasst.

Gefördert durch den Bezirkskulturfonds des Bezirksamt Mitte in Berlin

Erden Kosova ist Kunstkritiker in Berlin und Istanbul. 2017 kuratierte er die Ausstellung „Syndromes of the Present”, die in Thessaloniki, Izmir, Amsterdam und Berlin gezeigt wurde. 2019 war er Mitorganisator der Young Curators Academy, die im Rahmen des 4. Berliner Herbstsalons im Maxim Gorki Theater stattfand. Er war 2019 ebenfalls an der Ausstellung des Sis Collective „In the Blink of A Bird” in der nGbK beteiligt. Kosova ist Redakteur des Istanbuler Online-Magazins red-thread.org.

Galit Eilat ist freie Kuratorin und Schriftstellerin mit Sitz in Amsterdam. Sie entwickelte ihre Praxis durch eine Vielzahl von Plattformen und Rollen als Institutsleiterin und Herausgeberin von Büchern und einer Zeitschrift. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte befassen sich mit dem Syndrom der Gegenwart und der Kunst unter Autoritarismus. Eilat ist Empfängerin des Keith Haring Fellowship in Art and Activism, Bard College, 2017-18 und seit 2018 Direktorin der Meduza Foundation.

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Kuratiert von LaborBerlin e.V.

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Out of Focus LaborBerlin

LaborBerlin lebt durch das gemeinsame Interesse, einen kollektiven Raum um die Arbeit mit Zelluloidfilm herum zu bauen. Dieser Raum entsteht permanent aufs Neue, durch die Menschen, die durch ihn hindurch gehen, ihre diversen Perspektiven und Herkünfte. Out of Focus LaborBerlin ist eine Filmreihe, die sich dem Labor als transitorischen Ort nähert. An fünf Abenden werden die Grenzen des Sichtbaren dieser kollektiven Struktur erkundet: Gespräche mit und Arbeiten von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern, die den Blick öffnen auf Motive und Themen, die über das analoge Filmschaffen hinausgehen.

Gefördert duch die Basisförderung des Berliner Senats für Kultur und Europa

LaborBerlin e.V. ist eine selbstorganisierte Filmwerkstatt. Das Kollektiv ist für alle offen, die an analoger Filmpraxis mit einem experimentellen Ansatz interessiert sind. Das Labor versteht sich als eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen rund um das filmische Schaffen, und bietet dafür die geeigneten Werkzeuge.

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Demnächst
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Vom optischen Spielzeug zum ersten Projektor

Workshopleitung Tuna Arkun und Charlotte Kendrick

Dinge, Menschen und Bilder in Bewegung
Was macht einen Film aus? Welche Experimente mit Bewegtbildern, wurden gemacht, bevor das Medium Film die Welt eroberte? Und wie entsteht eigentlich aus einzelnen Bildern eine Animation? Diesen Fragen gehen wir spielerisch nach, wenn wir uns mit verschiedenen optischen Spielzeugen, wie dem Thaumatrop, der Wundertrommel und dem Praxinoskop beschäftigen und uns mit den Pionieren des Films auseinandersetzen. Dabei ist aufmerksame Beobachtung und reichlich Kreativität gefragt, denn unter Anleitung können die Teilnehmenden eigene optische Spielzeuge und schließlich auch einen kurzen Erzählfilm für die Laterna Magica gestalten – und damit Bilder zum Leben erwecken.
 
Workshopangebot für Kinder bis 12 Jahre

Ein Projekt von bi’bakwerk 
In Kooperation mit dem Hort der Erika Mann Grundschule
Gefördert durch der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

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BITTER THINGS | LUCRURI CARE DOR | Timisoara

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

Von Malve Lippmann und Can Sungu

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BITTER THINGS | LUCRURI CARE DOR | Timisoara

Vom 23. Oktober 2020 bis zum 04. Dezember 2020 ist bi'baks recherchebasierte Ausstellung BITTER THINGS - Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien in Timisoara, Rumänien, im Rahmen von Timisoara - European Capital of Culture 2021 und als Teil des von Prin Banat organisierten Projektes STATIONARY FIREPLACES zu sehen.

BITTER THINGS – Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien ist ein forschungsbasiertes Ausstellungsprojekt von bi’bak, das die Auswirkungen von Arbeitsmigration auf Mutterschaft und Familie aus der Perspektive von Arbeitsmigrantinnen und ihren Kindern untersucht. Ausgehend von Erfahrungen transnationaler Familien aus Vergangenheit und Gegenwart bringt die Installation Erzählungen mit Objekten zusammen, die in den Familien eine zentrale Rolle spielen.

Arbeitsmigration führt weltweit zu neuen Familienmodellen, die häufig transnational organisiert sind. Der familiäre Kontakt wird dabei trotz geografischer Trennung aufrechterhalten. In der Zeit der Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren waren viele Eltern gezwungen, ihre Kinder bei Verwandten zurückzulassen. Die Arbeitszeiten waren so vereinnahmend, dass die Kinderbetreuung nicht zu bewältigen war. Heute sind es im europäischen Raum vorwiegend Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die ihre Familien verlassen, um in wirtschaftlich besser gestellten Ländern ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Doch wie definiert sich das Verhältnis von Eltern und Kindern neu, wenn Geschenke und materielle Unterstützung an die Stelle von gemeinsamem Erleben treten? Wenn körperliche Nähe hinter Chat und Videotelefonie zurücktreten muss? Wie ergeht es dabei den Kindern und wie ihren Eltern? BITTER THINGS versammelt Positionen zum Thema von den 1960er Jahren bis heute.

Zum Thema ist darüber hinaus eine Publikation mit wissenschaftlichen und literarischen Beiträgen, Interviews, Liedern und Fotos erschienen, die das Thema interdisziplinär beleuchtet. Die Publikation kann hier bestellt werden. Ein Booklet mit ausgewählten Texten auf Deutsch und Ausstellungsansichten ist hier verfügbar.

Die Ausstellung wird von Lesungen, Gesprächen und Filmvorführungen begleitet.

Mit Unterstützung von Institut für Auslandsbeziehungen

In Kooperation mit TM2021, Prin Banat Association und Faber 

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Critical Conditions

Handlungsfelder in der Umweltkrise

Kuratiert von Sarnt Utamachote, Malve Lippmann, Rosalia Namsai Engchuan und Pia Chakraverti-Würthwein & Eirini Fountedaki

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Critical Conditions

Die Ursachen und Auswirkungen der menschgemachten Umweltkrise und der durch sie ausgelösten sozialen Verwerfungen sind eng mit Fragen der globalen Gerechtigkeit verknüpft. Die Folgen treffen in der Regel zuerst die Länder des globalen Südens, obwohl diese vergleichsweise wenig zu den Treibhausgasemissionen und zur Produktion von Abfällen beitragen. Verantwortlich sind in erster Linie globale Konzerne, die innerhalb der Rahmenbedingungen einer neoliberalen Politik enormen Schaden anrichten können. Das kollektiv kuratierte Programm bringt verschiedene Innenperspektiven aus der Umweltkrise zusammen und untersucht darin die sozioökonomischen Verschiebungen und Fortsetzungen der Machtverhältnisse zwischen dem globalen Norden und Süden. Die Filmreihe lenkt die Aufmerksamkeit auf die in der Klimakrise verankerten neokolonialen Strukturen, den globalen Konsum von Ressourcen, und die Rolle des extraktiven neoliberalen Kapitalismus.

Gefördert durch die Berliner Landeszentrale Politische Bildung

Malve Lippmann studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und am Institut für Kunst im Kontext (UdK) in Berlin. Sie arbeitete als freie Künstlerin und Designerin. Seit 2010 ist sie außerdem als Kulturmanagerin in diversen Kultur- und Community-Projekten aktiv. Sie ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin von bi‘bak und Sinema Transtopia.

Pia Chakraverti-Würthwein & Eirini Fountedaki sind ein Kurator*innen-Duo, das sich für verkörpertes Wissen und die Verlangsamung von Produktionsprozessen interessiert. Sie haben bei SAVVY Contemporary die Filmreihe Residing in the Borderlands mitkuratiert und sind Teil des Berlin Biennial 11 curatorial workshop how now to gather.

Rosalia Namsai Engchuan ist eine zwischen Berlin und Südostasien lebende Sozialanthropologin und Filmemacherin. Zurzeit arbeitet sie mit Künstler*innen und kulturellen Akteur*innen in Südostasien zu künstlerischen Interventionen in Problemfeldern der Moderne, die weit über Klimawandel und Umweltkrise hinausgehen.

Sarnt Utamachote ist ein Filmemacher, Fotograf und Kurator. Er ist Mitgründer von un.thai.tled, einem Künstler*innen-Kollektiv aus der deutschen Thai-Diaspora, mit dem er das un.thai.tled Film Festival Berlin und Beyond the kitchen: Stories of Thai Park kuratierte. Seine Videoinstallation I Am Not Your Mother (2020) wurde am International Film Festival Rotterdam ausgestellt.

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Kuratiert von Özge Calafato

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A DREAM FOR EACH

Während die Corona-Pandemie einen privilegierten Teil der Weltbevölkerung in Quarantäne hält, können es sich viele aufgrund prekärer Lebensbedingungen nicht leisten, zu Hause zu bleiben. Die globalen ökonomischen Ungleichheiten, die durch diese Polarisierung sichtbarer werden, verweisen auf eine längere Geschichte von Herrschaft und ungleicher Verteilung von Arbeit und Reichtum. Mit Filmen, die Raum für Nuancen lassen, beschäftigt sichA Dream for Each mit den bis heute nachwirkenden kolonialen Überresten im globalisierten Handel, in Technologie und Tourismus.

Gefördert durch die Stiftung Nord-Süd Brücken aus Mitteln der LEZ

Özge Calafato ist Kuratorin, Lektorin und Schriftstellerin. Sie arbeitete für zahlreiche Filmfestivals und Institutionen, unter anderem Cinema Akil, Abu Dhabi Film Festival (ADFF), SANAD Development and Post-Production Fund, Documentarist, DOK Leipzig, DokuFest, The Arab Fund for Arts und Imagine Science Film Festival. Sie ist Mitbegründerin der Nationalen Filmbibliothek der Vereinigten Arabischen Emirate.

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