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Regie Hind Shoufani Syrien, Libanon, Palästina 2015

120 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Nahed Awwad

Trip along Exodus

Trip Along Exodus beleuchtet die letzten 70 Jahre palästinensischer Politik anhand des Lebens des Vaters der Filmemacherin, Dr. Elias Shoufani. Der Leiter der Palästinensischen Befreiungsorganisation und linke Akademiker war 20 Jahre lang einer der Oppositionsführer gegen Arafat in der Fatah-Partei. Die in der Diaspora lebende Hind Shoufani spürt der Würde, dem freien Geist und dem Widerstand in der Geschichte ihres Vaters nach und enthüllt unbekannte Seiten der palästinensischen Geschichte.

Nahed Awwad ist eine unabhängige palästinensische Filmemacherin, die seit 1997 in den Bereichen Film und Fernsehen tätig ist. Sie hat acht Dokumentarfilme in den Bereichen Experimental, Kurzfilm und Spielfilm veröffentlicht.

Regie Mais Darwaza Palästina/Deutschland/Jordanien/Qatar 2013

80 min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Refqa Abu-Remaileh

My Love Awaits Me by the Sea

Eine poetische Dokumentation über die erste Reise der Regisseurin in ihre Heimat Palästina. Sie verlässt eine abgelegene Realität und trifft einen Liebhaber, Hassan, einen palästinensischen Künstler, der ihr hilft, eine schöne und utopische Welt zu entdecken. Märchen und Wirklichkeit sind miteinander verwoben, um Fragen zu stellen zu schwer fassbaren Orten und der Notwendigkeit, an Träume zu glauben. Ein intimer und poetischer persönlicher Film über Diaspora, Zuhause, Liebe und das Meer.

Refqa Abu-Remaileh ist Assistenzprofessorin am Arabischen Seminar der Freien Universität Berlin. Sie ist auch die Direktorin des 5-jährigen vom Europäischen Forschungsrat finanzierten Projekts PalREAD „Land der Wörter: Lesen und Rezeption palästinensischer Literatur von 1948 bis heute."

OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Jozef Miker

SO DIKHEA? KURZFILMPROGRAMM

Die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? startet mit einer Kurzfilmreise quer durch Europa: Der Spielfilm MULO (Linda McDonald Cairns, UK 2018, 27 Min.) zeigt den Überlebenskampf von Roma aus Rumänien und Bulgarien, die unter der Londoner Stadtautobahn hausen. In dem Dokumentarfilm SEARCHING FOR THE TRAVELLING PEOPLE (Rich Matthews, UK 2017, 33 Min.) besucht der Schriftsteller Damian James Le Bas britische Roma und Travellers, die die erste BBC-Radiosendung über Roma im Jahr 1964 gestalteten. JOŽKA (Hamze Bytyçi, CZ/DE 2016, 26 Min.) ist ein Filmportrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker, der für ein würdiges Gedenken an Roma-Holocaust-Opfer in Tschechien kämpft.

 

Jozef Miker kam 1965 in Sobrance in der Ostslowakei zur Welt. Er arbeitete über 30 Jahre im Bergbau, dann musste er die Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Er engagiert sich seit mehr als 20 Jahren gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Er setzte sich maßgeblich für die Schließung einer Schweinemastanlage ein, die auf dem Gelände des ehemaligen Roma-KZ Lety stand.

Deutschland 1964-1980

OF

Im Anschluss Gespräch mit Dr. Massimo Perinelli

Schlager einer kleinen Stadt

Eine 60-minütige Kompilation aus dem Fernsehen der DDR und der DEFA-Wochenschau „Der Augenzeuge“, in der Vertragsarbeit als Geschenk der DDR an sozialistische Bruderländer erscheint. Ein euphemistischer, oft paternalistischer Blick auf die „Gäste“, der viel über die Selbstdarstellung der DDR aussagt, aber wenig über migrantische Realitäten. Indem es einen Bogen von 1964 bis 1980 spannt, zeigt das Programm, wie sich Sprache und Kontext des DDR-Internationalismus beständig wandelten.

 

Dr. Massimo Perinelli ist Historiker und arbeitet als Referent für Migration in der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er ist Mitglied von Kanak Attak, Mitbegründer der Initiative "Keupstraße ist überall" und hat das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“. Er hat zu Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte publiziert, sowie zu Rassismus und migrantischen Kämpfen.

Regie Gitta Nickel DDR 1974, DEFA-Studio for Short Films, commissioned by GDR Television, First broadcast: Feb, 25th, 1975

52 Min., OF

Im Anschluss Gespräch mit Urmilla Goel

... und morgen kommen die Polinnen

Eine Gruppe polnischer Vertragsarbeiter*innen in einer Hühnerschlachtfabrik in Storkow bei Berlin. Hauptprotagonistin ist die deutsche Vorarbeiterin Christa, eine überzeugte Sozialistin und Feministin, die an Internationalismus glaubt und die Vertragsarbeit als Wiedergutmachung im Verhältnis zu Polen sieht. Während der Film diese idealistische Perspektive keineswegs verrät, kommt in den Gesprächen mit den polnischen Arbeiterinnen und dem en passant mitdokumentierten Schlachtbetrieb die Gewalt der Verhältnisse zum Ausdruck.

 

Urmilla Goel ist Vertretungsprofessorin am Institut für Europäische Ethnologie an der Humboltuniversität Berlin und forscht zu den Themen Migration - u.a. Migration in die DDR, Rassismus, Geschlecht und Sexualität sowie die damit verflochtenenen Machtverhältnisse. 

Aktuell
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Von Amal Ramsis

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Filmemacherinnen aus dem arabischen Raum: Ein vielfältiger Blick

Die reiche Filmkultur der arabischen Welt hat eine lange Geschichte etablierter Filmemacherinnen. Im westlichen patriarchalischen Diskurs wird jedoch seit jeher ein Bild der arabischen Frau konstuiert, das sie auf eine Opferrolle reduziert. So werden häufig auch nur solche Stimmen von Filmemacherinnen geschätzt, die aus eben dieser stereotypen Perspektive stammen. Amal Ramsis, Gründerin und Kuratorin des Cairo International Women's Film Festival, bringt eine Auswahl von Dokumentarfilmen und Spielfilmen arabischer Filmemacherinnen nach Berlin, um die lang gehegten Narrative zu hinterfragen, die im orientalistisch-westlichen Blick auf die arabische Welt verwurzelt sind. Die Auswahl bringt die Arbeiten großer Filmemacherinnen von den 70er Jahren bis heute zusammen, die in den Berliner Kinos bislang unterrepräsentiert geblieben sind.

Die Filmreihe Filmemacherinnen aus dem arabischen Raum: Ein vielfältiger Blick zeigt eine breite Palette von Filmen aus Algerien, Tunesien, dem Libanon, Syrien und Palästina, die ein thematisches Spektrum von Revolution und Bürgerkriegen bis hin zu Liebe und Identität eröffnen. Die eurozentrische Erwartung – die auch den internationalen Filmmarkt maßgeblich bestimmt – dass sich Filmemacherinnen in der arabischen Welt nur mit Frauenrechten befassen müssten, wird somit nicht erfüllt. In der heutigen turbulenten Welt Filme zu machen, wird stattdessen als eine anregende Debatte wahrgenommen, als eine Reflexion, eine Inspiration für eine bessere Zukunft, ein Weg zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und dem historischen Gedächtnis.

Amal Ramsis ist Filmemacherin und Gründerin des Cairo International Women's Film Festival und der Between Women Filmmakers Caravan. Darüber hinaus vermittelt sie Frauen im One-Minute Workshop-Programm die Grundlagen des Filmemachens und der Filmregie. Ihre Kurzfilme und Dokumentationen wurden mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.

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Demnächst
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SO DIKHEA? WAS SIEHST DU?

Filmische Perspektiven von Roma aus Europa

Von Hamze Bytyçi

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SO DIKHEA? WAS SIEHST DU?

Was sind Klischees und was ist Realität, wenn es um Roma geht? Kommen Filme über Roma ohne Stereotype aus? Die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? beschäftigt sich mit den Folgen der Bildwelt und der Narrative, die jahrhundertelang über und nicht mit Roma geformt wurden. Seit tausend Jahren gehören Roma zu Europa und gestalten die Kulturen und Gesellschaften mit – und trotzdem werden sie noch immer als fremd und nicht dazugehörig wahrgenommen. Der Antiziganismus macht blind gegenüber einer vielfältigen, komplexen Realität: Hintergründe zu den Fluchtursachen für Roma aus den Balkanländern werden oft ausgeklammert; die Unverzichtbarkeit von Arbeitsmigration in einer zunehmend alternden Gesellschaft ignoriert. Um diese einseitige Sichtweise zu ändern, lädt die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? zum genauen Hinschauen und zur Diskussion ein.

RomaTrial e.V. ist eine transkulturelle Berliner Roma-Selbstorganisation, die einmal im Jahr das Roma-Filmfestival  AKE DIKHEA? veranstaltet, mit dem Ziel, die komplexen Problematiken des Antiziganismus ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. AKE DIKHEA?, auf Romanes NA SIEHST DU?, zeigt Filme von und mit Rom*nja, Sinti*zzi und anderen Menschen mit Romno-Hintergrund. Es findet zwischen 5. und 9. Dezember 2019 zum dritten Mal in Berlin statt. 

Hamze Bytyçi lebt und arbeitet in Berlin. 2012 gründete er RomaTrial e.V., 2013 war er Gründungsmitglied der International Romani Film Commission. 2017 initiierte er das Roma-Filmfestival AKE DIKHEA?, das er seitdem leitet. 2018 war er Co-Kurator der 1. Roma-Biennale COME OUT NOW!

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FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Vertragsarbeit und Internationalismus in der DDR

Von Tobias Hering und Sun-ju Choi

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FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Dass mit dem Fall der Mauer Deutschland nicht zu einer offenen und freien Gesellschaft wurde, bekamen insbesondere die geschätzten 160.000 Arbeitsmigrant*innen und Studierenden zu spüren, die auf der Basis von Staatsverträgen mit sozialistischen „Bruderländern“ seit Anfang der 1950er Jahre in die DDR gekommen waren und zum gesellschaftlichen Wohlstand beigetragen hatten. Auch wenn die DDR nicht das Paradies war, als das sie sich nach außen hin darstellte, so gelang es doch vielen Vietnames*innen, Mosambikaner*innen, Chilen*innen, Algerier*innen, Koreaner*innen und Menschen anderer Herkunft, in der DDR Fuß zu fassen oder sich zumindest temporär zu arrangieren. Die verbale und physische Gewalt, die ihre rasche Entrechtung in der Nachwendezeit flankierte, warf ein kurzes Schlaglicht auf ihre Anwesenheit, die jedoch unter dem Stichwort „Ausländerproblematik“ sogleich stigmatisiert wurde. Doch rassistische Gewalt und Ausgrenzung begannen nicht erst 1989, sondern gehörten auch in der DDR zur Alltagserfahrung vieler Menschen. In der späteren Einordnung wird jedoch ebenso selten eingestanden, dass die „solidarische“ und „internationalistische“ Außenpolitik der DDR, auch wenn sie opportunistische Motive hatte, von vielen Menschen beim Wort genommen wurde und ihnen auch reale Chancen bot ‒ Inländer*innen wie Ausländer*innen. 

Das Programm versucht zum einen, aus den Archiven von DEFA und DDR-Fernsehen die öffentliche Wahrnehmung von Migrant*innen zu rekonstruieren und dabei jenseits ideologisch normierter Muster auch Spuren der Wirklichkeit zu entdecken. Zum anderen gibt es Raum und Zeit für aktuelle künstlerische und aktivistische Positionen, die das Thema aus der heutigen Perspektive der zweiten Generation beleuchten.

Gefördert durch die Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Sun-ju Choi ist Gründungsmitglied von korientation e.V. – Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven und Vorstandsmitglied der ndo (neue deutsche organisationen). Sie publizierte gemeinsam mit Heike Berner den Erzählband Zuhause – Erzählungen von deutschen Koreanerinnen (2006). Sie leitet seit 2007 gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin. Zuletzt erschien ihre Dissertation Vater Staat und Mutter Partei: Familienkonzepte und Repräsentation von Familie im nordkoreanischen Film (2017).

Tobias Hering ist freier Filmkurator und Journalist und derzeit u.a. verantwortlich für das Archivprojekt re-selected der Kurzfilmtage Oberhausen. Migration und Interkulturalität sind regelmäßige Themen seiner Arbeit, zuletzt bei der Filmreihe In deutscher Gesellschaft: Passagen-Werke ausländischer Filmemacher*innen 1962-1992 (Zeughauskino Berlin, 2017, ko-kuratiert von Tilman Baumgärtel), einer Retrospektive von Filmen, die nicht-deutsche Filmemacher*innen in der BRD und der DDR realisiert haben.

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Das Morgen im Jetzt

bi'bak @ Hansabibliothek

Von Florian Wüst

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Das Morgen im Jetzt

Nach 1945 bestand eine der größten Herausforderungen des Wiederaufbaus Deutschlands in der Schaffung von Wohnraum. Die auf neuen rationellen Bauweisen basierenden Leitbilder der Vorkriegsmoderne lieferten die Vorlage für die „Stadt von morgen“: die radikale Abkehr von der alten Industriestadt mit ihren Mietskasernen, dunklen Hinterhöfen und engen Straßen. Die Modernisierung des „Stadtkörpers“ wurde als ein Heilungsvorgang beschrieben, der Autorität und Anleitung von oben benötige. Spätestens ab Mitte der 1960er Jahre setzte jedoch die Auflehnung gegen die in immer größerem Maße praktizierte sogenannte Kahlschlagsanierung ein. Das Verhältnis von Teilhabe und intransparenten Planungsprozessen, von teurem Neubau und bezahlbaren Bestandswohnungen ist weiterhin umkämpft – heute mehr denn je. Vor diesem Hintergrund präsentiert die zweiteilige Filmreihe Das Morgen im Jetzt eine Auswahl an historischen und zeitgenössischen Kurzfilmen, die vor allem mit künstlerischen Mitteln auf die Wirklichkeit der modernen Stadt sowie beispielhafte Ansätze alternativer Architektur- und Lebensmodelle blicken.

Florian Wüst lebt als freischaffender Filmkurator, Künstler und Verleger in Berlin. Er ist Mitgründer der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt und seit 2016 Film- und Videokurator der transmediale.

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BITTER THINGS | Frankfurt

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

Von Can Sungu und Malve Lippmann

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BITTER THINGS | Frankfurt

BITTER THINGS – Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien ist ein forschungsbasiertes Ausstellungsprojekt von bi’bak, das die Auswirkungen von Arbeitsmigration auf Mutterschaft und Familie aus der Perspektive von Arbeitsmigrantinnen und ihren Kindern untersucht. Ausgehend von Erfahrungen transnationaler Familien aus Vergangenheit und Gegenwart bringt die Installation Erzählungen mit Objekten zusammen, die in den Familien eine zentrale Rolle spielen.

Arbeitsmigration führt weltweit zu neuen Familienmodellen, die häufig transnational organisiert sind. Der familiäre Kontakt wird dabei trotz geografischer Trennung aufrechterhalten. In der Zeit der Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren waren viele Eltern gezwungen, ihre Kinder bei Verwandten zurückzulassen. Die Arbeitszeiten waren so vereinnahmend, dass die Kinderbetreuung nicht zu bewältigen war. Heute sind es im europäischen Raum vorwiegend Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die ihre Familien verlassen, um in wirtschaftlich besser gestellten Ländern ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Doch wie definiert sich das Verhältnis von Eltern und Kindern neu, wenn Geschenke und materielle Unterstützung an die Stelle von gemeinsamem Erleben treten? Wenn körperliche Nähe hinter Chat und Videotelefonie zurücktreten muss? Wie ergeht es dabei den Kindern und wie ihren Eltern? BITTER THINGS versammelt Positionen zum Thema von den 1960er Jahren bis heute.

Parallel zur Ausstellung hat bi’bak ein Begleitprogramm aus Filmvorführungen, Vorträgen und Diskussionen kuratiert. Zum Thema ist darüber hinaus eine Publikation mit wissenschaftlichen und literarischen Beiträgen, Interviews, Liedern und Fotos erschienen, die das Thema interdisziplinär beleuchtet. Die Publikation kann hier bestellt werden. Ein Booklet mit ausgewählten Texten auf Deutsch und Ausstellungsansichten ist hier verfügbar.

Konzept und Künstlerische Leitung: Malve Lippmann, Can Sungu
Ausstellungsdesign: Malve Lippmann
Redaktion, Forschung: Maike Suhr
Projektassistenz: Zeynep Dişbudak, Esra Akkaya, Duygu Atçeken, Megan Black
Presse-und Öffentlichkeitsarbeit: Selim Özadar
Graphikdesign: Jan Grygoriew

Ein Projekt von bi’bak in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt. 

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Deutsch-türkische Film- und Videokultur in Berlin

Von Can Sungu

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In Berlin lebt eine große deutsch-türkische Community, die heute ein fester Bestandteil des Berliner Kulturlebens ist. Mit dieser Community etablierte sich über die Jahre auch die türkische Filmkultur in Berlin. Angefangen mit Vorführungen türkischer Filme in Berliner Kinos, eroberte in den 1980er Jahren das türkischsprachige Video als willkommene Alternative zu den ausschließlich deutschen Fernsehsendern den Markt. Eine zentrale Rolle spielten dabei die zahlreichen Videotheken, in denen diese Filme angeboten wurden, ebenso wie der „Türkische Basar” am U-Bahnhof Bülowstraße. In den Familien wurden die Videoabende zu wichtigen sozialen Events, zu denen Nachbar*innen und Freund*innen eingeladen wurden. Neben der gesamten Palette der Yeşilçam-Produktionen (der damaligen Istanbuler FIlmindustrie) mit seinen Komödien, Melodramen und Actionfilmen fanden auch u.a. in Deutschland produzierte türkische Filme Anklang, in denen die Migrationserfahrungen, die Entfremdung von der Herkunftsregion bzw. dem Herkunftsland, Identität, Religion und Familie thematisiert wurden. Diese Filme und ihre Ästhetik haben eine ganze Generation anerkannter deutscher Filmemacher*innen wie z.B. Thomas Arslan, Fatih Akin, Ayse Polat u.a. geprägt. Die Geschichte dieser in Deutschland entstandenen migrantischen Filmkultur fehlt bisher fast gänzlich in den Diskursen zum postmigrantischen Film. Die Filme und ihre transnationalen Narrative, sowie die dazugehörenden Orte und Akteur*innen sind ein wichtiges Zeugnis deutscher Film- und Kulturgeschichte und müssen so auch erinnert und wahrgenommen werden. Mit dieser Publikation widmet sich bi’bak der Wiederentdeckung der deutsch-türkischen Film- und Videokultur in Berlin.

Kuratiert von Can Sungu. Beiträge von Ömer Alkin, Cem Kaya u.a. 

Gefördert durch das Programm zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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