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Kurzfilmprogramm: Reise des urbanen Geistes

Das Kurzfilmprogramm Reise des urbanen Geistes wirft einen Blick in die Metropole Bangkok, wo unterschiedlichste Menschen zusammenleben und die Stadt prägen. In FFF (2017) wird Bangkok zu einer Quelle von Schmerz und Trauma, in Planetarium Project (2017) dient der Betondschungel als Anfang und in The Mental Traveller (2019) als Endpunkt einer Reise, während in Flummoxed Cocoon (2017) unterdrückte körperliche Begierde zum Reisemotiv wird. Danach thematisiert die Performance Oh Missing Moon (2020) Heimweh als Dilemma des Unrückkehrbarens nach Thailand.

FFF (วิป)
Regie: Nonthachan Prakobsup (นนทจรรย์ ประกอบทรัพย์), Thailand 2017, 20 Min.    

FLUMMOXED COCOON (ดักแด้โกลาหล) 
Regie: Theerapat Wongpaisarnkit (ธีรภาส ว่องไพศาลกิจ), Thailand 2017, 28 Min.

THE MENTAL TRAVELLER 
Regie: Taiki Sakpisit (ไทกิ ศักดิ์พิสิษฐ์), Thailand 2019, 18 Min.  

PLANETARIUM PROJECT (ท้องฟ้าจำลอง) 
Regie: Kritsamas Ualapun (กฤษฏิ์สมัชญ์ เอื้อละพันธุ์), Thailand 2017, 27 Min.

Im Anschluss Performance Oh Missing Moon von Theerawat Klangjareonchai, Kantatach Kijtikhun und Raksa Seelapan (un.thai.tled CTM 2020)

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Regie Rosalia Namsai Engchuan und Nontawat Numbenchapol

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Im Anschluss Gespräch mit Nontawat Numbenchapol

Soil Without Land + Complicated Happiness

SOIL WITHOUT LAND (ดินไร้แดน)
Regie: Nontawat Numbenchapol, Thailand 2019, 80 Min.

Nachdem Jai Sang Lod 2001 mit seiner Familie auf der Flucht vor den Kämpfen zwischen birmanischen Streitkräften und der Minderheit der Shan in einem Auffanglager an der thailändischen Grenze ankommt, leistet er seinen Militärdienst bei der Shan State Army, um einen Personalausweis und staatliche Anerkennung zu bekommen. Soil Without Land setzt sich vor dem Hintergrund der Konflikte zwischen den Shan und Myanmar mit der Konstruktion von Männlichkeit im Militär auseinander.

COMPLICATED HAPPINESS 
Regie: Rosalia Namsai Engchuan, Deutschland/Thailand 2020, 26 Min.

Der Vorfilm Complicated Happiness zeigt die thailändische Gemeinde in Berlin vor dem Hintergrund kolonialer Verflechtungen und sexuellen Machtverhältnissen. Der Film, entstanden als Berührungspunkt und in Zusammenarbeit mit der Thaipark-Gemeinde, thematisiert die Vorstellung weiblicher Macht und ihre Beteiligung an einer Geschichtschreibung, die meist von Männer dominiert ist.

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Nontawat Numbenchapol ist ein thailändischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der für seine dokumentarischen Arbeiten bekannt ist. Er ist regelmässiger Kollaborateur des Palm d'Or-Preisträgers Apichatpong Weerasethakul. Seine Filme waren auf der Berlinale, dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Amsterdam (IDFA) und dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Yamagata zu sehen. Sein Film By the River (2013) war der erste thailändische Film, der vom Internationalen Filmfestival in Locarno die Auszeichnung "Special Mention" erhielt.

Regie Phuttiphong Aroonpheng Thailand 2018

105 Min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Koen de Rooij

Manta Ray

In einem thailändischen Küstenstädtchen findet ein Fischer einen bewusstlosen, stummen Mann im Wald; womöglich einer der vielen Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar. Der Fischer nimmt ihn bei sich auf und gibt ihm den Namen Thongchai. Als der er eines Tages verschwindet, übernimmt Thongchai langsam dessen Leben, sein Haus, seinen Job. Anstatt die üblichen medialen Narrative um Rohingya-Flüchtlinge zu bedienen porträtiert der Film die vielschichtigen Dimensionen und Verhandlungen von Macht im Alltag.

Im Anschluss Diskussion und Closing Party mit Southern Thai food

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Koen de Rooij ist Filmkurator mit einem Schwerpunkt auf Ost- und Südostasiatisches Kino und seit 2017 Teil der IFFR Kurzfilm Auswahlkommission. Er interessiert sich für die Bedeutung nationaler Grenzziehungen, Migration und kolonialer Vergangenheit. Er hat mit einem MA in Asian Studies und Media Studies an Leiden University abgeschlossen. 

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Im Anschluss Gespräch mit Monira Al Qadiri

Körper, Identität, Performance: Filme von Tao Hui und Monira Al Qadiri

谈身体 Talk About Body
Tao Hui, China 2013, 4 Min.

德黑兰的黄昏 The Dusk of Tehran
Tao Hui, China 2014, 4 Min.

演技教程 The Acting Tutorial
Tao Hui, China 2015, 19 Min.

我们共同的形象 Joint Images
Tao Hui, China 2016, 15 Min.

Wa Waila (Oh Torment)
Monira Al Qadiri, Kuwait 2008, 10 Min.

Rumors of Affluence
Monira Al Qadiri, Kuwait 2012,​ 4 Min.

Abu Athiyya (Father of Pain)
Monira Al Qadiri, Kuwait 2013, 6 Min.

SOAP
Monira Al Qadiri, Kuwait 2014,​ 8 Min.

In der Videoarbeit Talk About Body sitzt Tao Hui, der einen Hijab trägt, in einem Schlafzimmer und spricht über seinen Körper. The Dusk of Tehran ist ein Reenactment einer Rede über die Liebe, die der Hongkonger Popstar Anita Mui bei ihrem letzten Konzert hielt: Hier wird sie zu einer Unterhaltung zwischen einer jungen iranischen Schauspielerin und einem Taxifahrer. The Acting Tutorial bringt Laiendarsteller*innen für eine Probe von zunehmend dramatischen Situationen zusammen. Joint Images zeigt eine Live-Synchronisation von zehn zufällig ausgewählten TV-Clips und wirft so Fragen zum Verhältnis von Massenmedien und Schauspiel auf. Wa Waila (Oh Torment) ist ein auf einem alten kuwaitischen Volkslied basierendes surreales Musikvideo, in dem die Künstlerin die Rolle des männlichen Frontsängers übernimmt. Rumors of Affluence adressiert die lange Geschichte von Korruption und Reichtum in Kuwait, indem die Spur von Gerüchten über den Börsencrash in den frühen 1980er Jahren bis hin zu neueren Skandalen verfolgt wird. Abu Athiyya ist ein Musikvideo, das auf einem Klagelied des südirakischen Sängers Yas Khodhor basiert. Auch hier spielt Al Qadiri die Rolle des Sängers, während sie gleichzeitig ein Messertanz-Ritual performt. SOAP stellt TV-Seifenopern den Wanderarbeiter*innen gegenüber, die die luxuriösen Villen reinigen, in denen die Hauptfiguren leben.

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Monira Al Qadiri ist eine in Berlin lebende und in Senegal geborene Künstlerin aus Kuwait. Sie schloss mit einem PhD in inter-media art an der Tokyo University of the Arts ab, wo sie zur Ästhetik der Traurigkeit in Poesie, Musik, Kunst und religiösen Praktiken im Nahen Osten forschte. In ihrer Arbeit untersucht sie Geschlechtsidentitäten, Petrokulturen, und das Vermächtnis von Korruption.

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Im Anschluss Gespräch mit Shohel Zahraei und Kamil Saldun

Familie, Grenze, Trennung: Filme von Liang Ying und Sholeh Zahraei & Kamil Saldun

九月二十八日·晴 A Sunny Day
Liang Ying, Fiction, Niederlande/Hong Kong 2016, 25 Min.

 妈妈的口供 I Have Nothing To Say
Liang Ying, Hong Kong/Taiwan 2017, 25 Min.

Granny's Garden
Sholeh Zahraei/Kamil Saldun, Zypern/Iran 2012, 5 Min.

Letters To Cyprus
Sholeh Zahraei/Kamil Saldun, Zypern 2014, 22 Min.

Celluloid Me
Sholeh Zahraei/Kamil Saldun, Zypern/Iran 2014, 3 Min.

The Olive Tree At The Border
Sholeh Zahraei/Kamil Saldun, Zypern 2014, 6 Min.

Dieses Kurzfilmprogramm beschäftigt sich mit Exil, Trennung und über Grenzen verstreute Familien. In A Sunny Day besucht eine junge Frau ihren Vater in seiner Wohnung in Hongkong. Es ist der 28. September 2014. Während sie versucht, mit ihm zu Mittag zu essen, formiert sich in der Stadt die Regenschirm-Bewegung. In I Have Nothing To Say trifft sich eine chinesische Mutter mit ihrer im Exil lebenden Tochter aus Hongkong. Ausgehend von seinen persönlichen Erfahrungen im Exil schildert Liang Ying auf subtile Weise das politische Dilemma von Taiwan, Hongkong und China. Granny's Garden zeigt einen jungen Mann, der sich kurz vor seinem Tod an den Garten seiner Großmutter erinnert. Letters To Cyprus basiert auf einer Brieffreundschaft, die eine Zypriotin – Kamil Salduns Mutter – während der türkischen Invasion 1974 unterhielt. Nach 42 Jahren des Wartens auf Frieden kehrt sie 2016 in das Haus zurück, das sie verlassen musste. Celluloid Me ist Ausdruck des Wunsches, eins zu werden mit Wasser, Natur und Zelluloid. The Olive Tree At The Border ist eine Reflexion über Zypern, Natur, Teilung, und einen Mann, der Grenzen überschreitet.

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Sholeh Zahraei wurde in Teheran geboren, wuchs in Berlin auf und studierte in Amsterdam und Zypern. Sholeh Zahraei hat mit Regisseuren wie Abbas Kiarostami, Jafar Panahi, Bahram Beyzaie und Derviş Zaim zusammengearbeitet. Im Jahr 2016 nahm sie als Autorin und Regisseurin an den Berlinale Talents teil. Seit 2011 hat sie zusammen mit Kamil Saldun mehrere experimentelle, fiktionale und dokumentarische Kurzfilme, Musikvideos und TV-Spots gedreht.

Kamil Saldun wurde in Famagusta (Zypern) geboren. Er schloss sein Studium an der Eastern Mediterranean University in Famagusta ab. Seit 2013 arbeitet Kamil als Film Editor. Sholeh und Kamil wurden ausgewählt, um an einer Filmemacherei teilzunehmen Workshop unter der Leitung von Abbas Kiarostami und sind Teil der Imago Mundi Luciano Benetton-Sammlung.

Aktuell
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Von Sebastian Reier aka Booty Carrell, Pamela Owusu-Brenyah aka DJ Pam Bam, Florian Sievers, Oded Erez, Kornelia Binicewicz, Mountains of Tongues, Rahman Məmmədli, Ekaterina Borisova, Yuriy Gurzhy und Can Sungu

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OUTERNATIONALE: Stars from Outer Space

2020 widmet sich bi’bakaudio mit dem Projekt OUTERNATIONALE: Stars from Outer Space dem Konzept der sogenannten Outernational Music, einer Gegenposition zur Weltmusik bzw. World Music. Während Weltmusik dazu tendiert, Musik, die außerhalb der westlichen Welt produziert wird, zu exotisieren oder sie für den westlichen Geschmack zu zähmen, begreift Outernational Music die Unterscheidung zwischen westlicher Musik und Weltmusik selbst als eine Verlängerung des kolonialen Blicks. Im Gegensatz dazu wendet sich das Konzept Outernational Music den Klangproduktionen zu, die fernab des westlichen Musikmarktes in grenzüberschreitenden Geographien rezipiert und gefeiert wird. Outernational Music ist weder Mainstream noch Underground, sie ist vielsprachig und durch diverse Musiktraditionen und Kulturen beeinflusst. Die Reihe OUTERNATIONALE stellt im Gespräch mit Expert*innen ausgewählte Outernational Stars und deren künstlerisches Schaffen und Biographien vor. Jenseits kultureller oder sprachlicher Barrieren wagen wir eine musikologische Kollektivrecherche.

Ekaterina Borisova ist Musikjournalistin in Sankt Petersburg, Russland. Seit Mitte der 80er Jahre schreibt sie Artikel über Rockmusik für russische Zeitschriften und Zeitungen. Gleichzeitig ist sie ein großer Fan von und hat sich ein tiefes Wissen über die russische Underground-Rock-Szene angeeignet. Sie ist auch Autorin mehrerer Bücher - darunter zwei Bücher über Yanka Dyagileva, die 1998 - 2005 herausgegeben und wieder aufgelegt wurden.

Florian Sievers ist Journalist, Autor und Kurator, der alternative Geschichten aus afrikanischen Städten erzählt, in denen derzeit eine aufstrebende Mittelschicht – von Mode über Kunst bis hin zu vor allem Musik – hippe kulturelle Ausdrucksformen hervorbringt. Ursprünglich ausgebildeter Journalist für Politik und Wirtschaft, recherchiert Florian Sievers seine zukunftsweisenden Geschichten in Auseinandersetzung mit den lokalen urbanen Gemeinschaften. Ganz nebenbei ist Florian auch zum Hobbysammler alter Schallplatten aus Afrika geworden.

Kornelia Binicewicz ist eine polnische Schallplattensammlerin und Kuratorin sowie DJ und Gründerin von "Ladies on Records", einem facettenreichen Projekt, das sich auf das musikalische Erbe von Frauen auf der ganzen Welt konzentriert und weibliche Musik der letzten Jahrzehnte präsentiert. Ihre Leidenschaft für die Musik weiblicher Akteure brachte sie in die Türkei, wo sie begann, die unentdeckte Welt der türkischen Frauenmusikszene zu erkunden. Im Laufe von fünf Jahren, in denen sie Schallplatten ausgrub und vergessene oder nicht anerkannte Sängerinnen in der Türkei kennenlernte, gelang es ihr auch, in die Archive alter türkischer Labels einzutauchen. Sie kuratierte die Sammelwerke "Turkish Ladies. Female Singers from Turkey 1973 - 1988" (Epic Istanbul) und "Uzelli Psychedelic Anadolu" (Uzelli), die beide auf Vinyl erschienen. Kornelia arbeitet derzeit an einem besonderen Projekt, das Sängerinnen aus der Türkei aus einem der Archive der türkischen Labels gewidmet ist.

Mountains of Tongues (Ben Wheeler und Stefan Williamson-Fa) hat die letzten sieben Jahre damit verbracht, die Kaukasusregion zu bereisen, Aufnahmen zu machen und Beispiele weniger bekannter musikalischer Traditionen zu sammeln. Mit Hilfe von Ausschnitten aus ihren Feldaufnahmen, kombiniert mit Stücken aus einem persönlichen Archiv Langspielplatten, Tonbändern, CDs und VHS-Aufnahmen aus der ganzen Region, bieten ihre Live-Shows einen einzigartigen Einblick in die Klanglandschaften des Kaukasus. Ob Lo-Fi-Bootlegs aserbaidschanischer Gitarrist*innen, die Gesangsgymnastik der gurianischen Polyphonie, schmetternde jesidische Holzbläser bei einer Verlobungsparty, Auto-Tune dagestanischer Techno, kreisende tschetschenische Sufi-Rituale oder Vintage-Synthesizer von Yamaha, die Lieder in isolierten Sprachen begleiten - Mountains of Tongues präsentiert Musik an der Schnittstelle zwischen dem Modernen / Traditionellen, dem Partizipatorischen / Präsentativen und dem Heiligen / Säkularen.

Oded Erez (Fachbereich Musik, Bar-Ilan Universität) ist Dozent für populäre Musik und Filmmusik und arbeitet an der Schnittstelle von historischer Musikwissenschaft, Musikethnologie und Kulturwissenschaften. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Politik und Ästhetik, mit einem Schwerpunkt auf Musik in Israel und im Mittelmeerraum. Gegenwärtig arbeitet er an der Fertigstellung eines Buchmanuskripts über griechische Musik und ethnische Klassenpolitik in Israel.

Pamela Owusu-Brenyah ist Musikberaterin, Festivalorganisatorin und DJ, die sich für eine bessere Sichtbarkeit der zeitgenössischen afrikanischen Popkultur in Deutschland einsetzt. Mit ihrer Community-Plattform AFRO x POP bietet sie regelmäßig eine Musikfestbühne für aufstrebende Künstler der afrodeutschen Szene. Pamela, studierte Politikwissenschaftlerin, lebt in Berlin und hat familiäre Wurzeln in Ghana. Sie hat drei Jahre lang in Ghanas Hauptstadt Accra als DJ gearbeitet und pendelt seitdem zwischen den beiden musikalischen Welten hin und her.

Rəhman Məmmədli wurde 1961 im Bezirk Füzüli von Qarabağ geboren und wuchs umgeben von der Musik dieser Region auf. Durch seine Verbundenheit mit der traditionellen Mugham- und Aşık-Musik ist es ihm gelungen, diese Genres durch neue und eigenständige Spieltechniken auf die E-Gitarre zu übertragen. Seine Fähigkeit, die Stimmen der klassischen muğam xanənde Sänger nachzuahmen, führte dazu, dass er als der Mann mit "oxuyan barmaqlar" (singenden Fingern) bekannt wurde. Məmmədli inspiriert weiterhin neue Generationen von Gitarrist*innen, die in Aserbaidschan eine einzigartige Gitarrensubkultur und einen einzigartigen Gitarrenstil entwickeln.

Booty Carrell ist der DJ-Name des Vinyl-Liebhabers, Golden Pudel Resident- und outernationalen DJs Sebastian Reier. Carrell forscht in den Tiefen des Vinyl-Universums und taucht mit Vorliebe in die zweite Welle der musikalischen Globalisierung ein.

Yuriy Gurzhy wurde in der Ukraine geboren und lebt in Berlin. Er ist Musiker, Songwriter, DJ und Produzent und bekannt für seine Arbeit mit RotFront, Shtetl Superstars und The Disorientalists sowie für seine Partyreihen Russendisko, Born in UA und Disko Kosmopolit.

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Kuratiert von Galit Eilat und Erden Kosova

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ART IN DARK TIMES

Die Lähmung der Weltgesellschaften in der gegenwärtigen Pandemie hat die Definition des Begriffs der "Krise" unumkehrbar verändert und das Gefühl tiefgehender tektonischer Veränderungen in Bezug auf die innere Strukturierung unserer heutigen Gesellschaften und die Zerstörung der Natur im Kapitalismus verstärkt. 
Doch der Appell an den Begriff des "Krisen"-Jahrzehnts ist bereits mit den nachfolgenden Erschütterungen der politischen Sphäre ausgereizt worden: die Turbulenzen der staatlichen Souveränität, die Auflösung grundlegender Prämissen der Säkularisierung durch die Hände neuer und traditioneller ideologischer Bewegungen, das Aufkommen des Geschichtsrevisionismus, der vergangene Verbrechen auslöscht, um neue zu ermöglichen, der zunehmende Anklang von Frauenfeindlichkeit, Mehrheitspolitik und Autoritarismus, die katastrophalen Folgen des Hyperkonsums und andererseits das verschwiegene Wiederaufleben der menschlichen Sklaverei.
Die Vortragsreihe ART IN DARK TIMES versucht, die Wege nachzuzeichnen, auf denen künstlerische und kulturelle Praktiken (kuratorische Projekte, wissenschaftliche Texte, Kampagnen von Aktivisten, Video und Film) diesen gegensätzlichen Verwicklungen begegnen. Bezug nehmend auf die spezifischen Konflikte ihrer eigenen belasteten Geographien werden die geladenen Gäste den verflochtenen und globalen Charakter dieser sich verändernden Voraussetzungen untersuchen. Das Programm der Reihe wurde im vergangenen Herbst konzipiert und unlängst an die aktuellen Verwicklungen der Pandemie angepasst.

Gefördert durch den Bezirkskulturfonds des Bezirksamt Mitte in Berlin

Erden Kosova ist Kunstkritiker in Berlin und Istanbul. 2017 kuratierte er die Ausstellung „Syndromes of the Present”, die in Thessaloniki, Izmir, Amsterdam und Berlin gezeigt wurde. 2019 war er Mitorganisator der Young Curators Academy, die im Rahmen des 4. Berliner Herbstsalons im Maxim Gorki Theater stattfand. Er war 2019 ebenfalls an der Ausstellung des Sis Collective „In the Blink of A Bird” in der nGbK beteiligt. Kosova ist Redakteur des Istanbuler Online-Magazins red-thread.org.

Galit Eilat ist freie Kuratorin und Schriftstellerin mit Sitz in Amsterdam. Sie entwickelte ihre Praxis durch eine Vielzahl von Plattformen und Rollen als Institutsleiterin und Herausgeberin von Büchern und einer Zeitschrift. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte befassen sich mit dem Syndrom der Gegenwart und der Kunst unter Autoritarismus. Eilat ist Empfängerin des Keith Haring Fellowship in Art and Activism, Bard College, 2017-18 und seit 2018 Direktorin der Meduza Foundation.

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Demnächst
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Film Workshop mit Pimpaka Towira und un.thai.tled collective in Kooperation mit bi’bak

Workshopleitung Pimpaka Towira

AB-UND-ZU-GEHÖRIGKEITSANGELEGENHEITEN

Zum OPEN CALL

Filmische Praxis kann eine Möglichkeit bieten, Hoffnungen und Ängste zu thematisieren, die nicht einfach in Worte zu fassen sind. Der Workshop vermittelt jugendlichen People of Color in den Bereichen Stoffentwicklung, öffentliches Pitching, Produktionsvorbereitung, Produktion und Postproduktion das notwendige technische und methodische Grundwissen für eine kritische  filmische Auseinandersetzung mit den eigenen Geschichten und Erfahrungen. Die Produktion der vier Kurzfilme, die während des Workshops entstehen, wird intensiv betreut und zusammen mit den MentorInnen entwickelt, um potentiell auf Filmfestivals zu zirkulieren. Ziel des Workshop ist es, die Sichtbarkeit von PoC-Filmemacher*innen zu erhöhen und zukünftigen Generationen den Einstieg in das Filmemachen zu ermöglichen. Die vier Kurzfilme werden beim un.thai.tled Film Festival 2021 in Berlin gezeigt.

Der Workshop wird von Pimpaka Towira geleitet. Pimpaka war eine der ersten thailändischen Filmemacher*innen, deren Filme international erfolgreich waren. Sie fungierte als Jury bei internationalen Filmfestivals und wurde 2009 mit dem Silpathorn Award des thailändischen Kulturministeriums ausgezeichnet. Ihr Film The Island Funeral (2015) wurde mit dem Best Asian Future Award des Tokyo International Film Festival ausgezeichnet. Seit 2019 ist Pimpaka Mentorin der vom thailändischen Kulturministerium unterstützten Initiative Deep South Young Filmmakers, über die jugendliche Filmemacher*innen aus der Konfliktregion im Süden Thailands ihre Debutfilme produzieren können.

Gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, Purin Pictures und das Goethe-Institut Thailand

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Kuratiert von LaborBerlin e.V.

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Out of Focus LaborBerlin

LaborBerlin lebt durch das gemeinsame Interesse, einen kollektiven Raum um die Arbeit mit Zelluloidfilm herum zu bauen. Dieser Raum entsteht permanent aufs Neue, durch die Menschen, die durch ihn hindurch gehen, ihre diversen Perspektiven und Herkünfte. Out of Focus LaborBerlin ist eine Filmreihe, die sich dem Labor als transitorischen Ort nähert. An fünf Abenden werden die Grenzen des Sichtbaren dieser kollektiven Struktur erkundet: Gespräche mit und Arbeiten von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern, die den Blick öffnen auf Motive und Themen, die über das analoge Filmschaffen hinausgehen.

LaborBerlin e.V. ist eine selbstorganisierte Filmwerkstatt. Das Kollektiv ist für alle offen, die an analoger Filmpraxis mit einem experimentellen Ansatz interessiert sind. Das Labor versteht sich als eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen rund um das filmische Schaffen, und bietet dafür die geeigneten Werkzeuge.

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Zum Archiv

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Kuratiert von Sarnt Utamachote und Rosalia Namsai Engchuan

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un.thai.tled FILM FESTIVAL BERLIN 2020

„Thailändische" Identität ist zu einer Art Hyperrealität geworden. Bilder über Thailand werden seit Jahrzehnten verbreitet und sind längst verinnerlicht worden – auch von Thailänder*innen. Doch wenn Bilder von promiskuitiven Frauen und entsexualisierten Männern normalisiert werden, werden thailändische Menschen hinter diesen Stereotypen unsichtbar. Das un.thai.tled Film Festival hat zum Ziel, über diese eindimensionalen und oberflächlichen Repräsentationen hinauszublicken. Wie sieht eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Klischees aus? Welche Gegenbilder finden sich in Filmen von thailändischen Filmemacher*innen? Das Filmprogramm, in dokumentarischen, poetischen und fiktionalen Formaten, ermöglicht diverse Einblicke, die über stereotype Darstellungen hinausgehen. Sie befassen sich eingehend mit sozialen Erfahrungen und vermitteln auf unterschiedliche Weise gelebte soziale Realitäten in Thailand und in der Diaspora. 

un.thai.tled vereint Künstler*innen und Kreative aus Thailand bzw. mit thailändischem Hintergrund in Deutschland, die sich gegen Unsichtbarmachung, Fremdzuschreibung und Ignoranz in den öffentlichen Diskursen des Westens einsetzen. Das Kollektiv kuratiert Kino- und Kulturveranstaltungen, in denen die Thailand-bezogenen Stereotype kritisch betrachtet und politisches Engagement unterstützt wird.

Gefördert durch die Stiftung Nord-Süd Brücken aus Mitteln der LEZ

Rosalia Namsai Engchuan ist Anthropologin, Filmemacherin und Kuratorin mit Fokus auf Südostasien. Sie promoviert derzeit am Max Planck Institut für Sozialanthropologie mit einer Dissertation zum Thema Cinematic Practices as Collective Worldmaking. In ihren eigenen Videoarbeiten versteht sie das Filmen als Methode um unsichtbare Strukturen explizit zu machen und zu überwinden. Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt.

Sarnt Utamachote ist 1992 in Bangkok geboren und lebt seit 2015 in Berlin. Als Filmemacher setzt er sich kritisch mit Stereotypen auseinander und sucht nach den menschlichen Aspekten hinter der Oberfläche. Er arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur und Editor verschiedener Kurzfilme und Musikvideos und ist in diversen Bereichen audiovisueller Medien, Ausstellung und Veranstaltungsmanagement tätig.

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Kuratiert von Popo Fan

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How Can We See (each other)?

Historisch verbanden die Hauptrouten der Seidenstraße China mit Zentral- und Westasien bis nach Nordafrika. Dieser Grenzen überschreitende Austausch ging über den wirtschaftlichen Warentransfer hinaus, transportierte und beeinflusste diese Lebensräume. 

Die Filmreihe How Can We See (each other)? sucht jenseits von Eurozentrismus nach den (pop-)kulturellen, sozialen und politischen Verbindungen eines "Ost-Ost-Bezugs“ und wirft einen Blick auf die transkulturellen Beziehungen unter den Gebieten. Durch das Zusammenbringen von Filmemacher*innen aus verschiedenen Regionen hoffen wir, eine Form des transnationalen Dialogs zwischen Künstler*innen und Filmemacher*innen zu schaffen. Von Hongkong bis Kairo, von Urumchi bis Kobanê und von Peking bis zu einem kleinen Dorf in Marokko überschreiten die Filme auf performative Weise Geschlechtergrenzen und nationale Zugehörigkeiten. Durch "cultural drag", Re-enactments und andere transgressive Strategien eröffnen die Filme einen Raum, in dem kulturelle Identität auf neue Weise konzeptualisiert werden kann, jenseits der Frage nach möglichen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Das Programm trägt zu einem Verständnis von politischem Widerstand bei, der die Macht kultureller, nationaler, ethnischer und geschlechtsspezifischer Kategorien gleichermaßen reflektiert und ihre Auflösung imaginiert.

Community Partners:
Korientation
Wir für Hongkong

Special Thanks:
Kurdish Film Festival Berlin
Times Art Center
Videoart at Midnight
Michael Dreyer

Popo Fan,  geboren 1985, ist ein in Berlin lebender Filmemacher, Kurator und Autor aus der chinesischen Diaspora. Zu seinen Filmen gehören queere aktivistische Dokumentarfilme und sex-positive Kurzfilme. Seit mehr als einem Jahrzehnt organisiert er das Beijing Queer Film Festival und gründete das Queer University Video Training Camp in China. Im Jahr 2019 kuratierte er bei bi'bak die Filmreihe "More Than A Midnight Rainbow" über in China produzierte und chinesischsprachige queere Filme.

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Kuratiert von Kaspar Aebi

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Mit dem Haushalt rechnen!

Spätestens ab 1900 war Berlin der größte Industriestandort Deutschlands. Hinter der sichtbaren Arbeit in den Fabriken lag die unsichtbare Arbeit zuhause. Kochen, pflegen, putzen, erziehen, Sex - oder wie Silvia Federici und Nicole Cox 1975 zugespitzt schreiben: „Hausarbeit ist weitaus mehr als Hausreinigung. Sie besteht in der physischen, emotionalen und sexuellen Wartung der Lohnverdiener: darin, diese Lohnverdiener Tag für Tag auf die Arbeit vorzubereiten. Mit dem Haushalt rechnen! wirft einen Blick in die Wohnungen, Schlafzimmer und Küchen im industriell geprägten Nordwesten Berlins. Die Filme zeigen Care Work und Reproduktionsarbeit zwischen ökonomischem Zwang und Verweigerung, familiärer Gemeinschaft und Kontaktabbruch, Kindern und Kinderlosigkeit, Ehe, Scheidung und sozialem Rückzug, verwickelt in Abhängigkeiten, Widerstand und soziale Erwartungen. Der Fokus liegt auf den Umbruchsjahren der frühen sechziger bis in die achtziger Jahre. Nachdem die Industrie das Alltagsleben im Westberliner Norden fast ein Jahrhundert lang bestimmt hat, schlossen nach dem Bau der Mauer innerhalb von nur zwanzig Jahren die größten Arbeitgeber ihre Werke. Was passiert mit der „Wartung der Lohnverdiener” in einer Zeit großer Unsicherheit, zwischen Massenentlassung und Mauerbau, vor dem Hintergrund des aufkommenden Second Wave Feminismus?

Gefördert durch den Aktionsfonds des QM Soldinerstr

Kaspar Aebi ist Film- und Medienwissenschaftler, freier Kurator und Autor. Seine Schwerpunkte sind Popkultur, Architektur, Dokumentar- und Experimentalfilm.

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Karawane, Kargo, Autokorso

Dinge, Menschen und Bilder in Bewegung

Von Florian Höhr und Ulrike Melsbach

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Karawane, Kargo, Autokorso

Mehr als je zuvor in der Geschichte ist unsere Welt durch Mobilität bestimmt: Ob beruflich bedingt, touristisch oder gezwungen durch Kriege und Konflikte, sind Menschen weltweit in Bewegung. Wer jedoch reisen darf und wer nicht, ist dabei ungleich reglementiert. Je nachdem ob „Expat”, „Tourist*in” oder „Migrant*in” wird durch Begrifflichkeiten differenziert, wer ein Recht auf Mobilität hat und wer nicht. Auch innerhalb der Stadt wird bei genauerem Hinsehen deutlich: Mobilität ist keine Selbstverständlichkeit, sondern abhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus und körperlichen Voraussetzungen. Ganz andere Regeln als für menschliche Reisende gelten in der Welt der Dinge und Waren, die sich häufig unbeschwert in globalen Handelsnetzen von einem Ort zum anderen bewegen dürfen. Im Gegensatz zu den mühsamen und riskanten Anfängen des Welthandels in Karawanen sind heute Millionen von Waren und Gütern auf dem ganzen Globus in Bewegung.

In zwei Workshops beschäftigen wir uns mit verschiedenen Formen des Unterwegsseins von Menschen und Dingen. Ausgehend von diversen Routen, Transportmitteln und Reiseanlässen untersuchen wir Formen jeglicher Mobilität, die sowohl Menschen als auch Waren und Güter von einem Ort zu dem anderen führen. 

Basierend auf den Überlegungen und eigenen Erfahrungen der Teilnehmer*innen entwickeln die Jugendlichen Szenen, die sie dann in Animationen verarbeiteten. Denn wie ließe sich besser über Mobilität erzählen als mit „bewegten” Bildern? Dafür lassen wir uns von den Ursprüngen des Films inspirieren, bei denen der Prozess der Bewegung im Gegensatz zu digitalen Technologien noch sichtbar wird: Dem Zoetrop, dem Thaumatrop, der Laterna Magica und dem Daumenkino. Die Jugendlichen experimentieren mit diesen alten Bewegtbild-Apparaten und präsentieren ihre Animationen am Ende in einer öffentlichen Ausstellung. 

Ein Projekt von bi’bakwerk in Kooperation mit der MiK Jugendkunstschule Berlin Mitte und dem Hort der Erika Mann Grundschule
Gefördert durch der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

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Analogfilmworkshop

Workshopleitung Svenja Schulte und Dennis Vetter

Bildsabotage

Das Kino, ob analog oder digital, historisch oder brandneu, ist Teil der gesellschaftlichen Realität. Es ist so politisch, so konservativ, so fortschrittlich wie diejenigen, die die Filme, ihre Spielorte und die Filmbranche in ihrem Handeln gestalten. Das Kino heute aus einer kritischen Perspektive weiterzudenken erfordert, sich mit seinen bestehenden Bildern auseinanderzusetzen. Diese Auseinandersetzung kann bedeuten, Bilder zu verändern, sie in neue Zusammenhänge zu setzen, sie zu sabotieren.

Im Workshop “Experiment Film” laden wir deshalb dazu ein, gemeinsam international populäre Bilder des US-amerikanischen Kinos praktisch in Frage zu stellen. Wir wollen Blockbuster-Filme der vergangenen Dekaden anhand ihrer Trailer auf analogen Filmrollen genauer betrachten, mit ihnen spielen, sie bearbeiten und ihre Form verändern. Mit Kratzwerkzeugen, Farben und Klebeband wollen wir den Trailern auf den Zahn fühlen. Aus dem vorgefundenen Filmmaterial entstehen schließlich völlig neue Kurzfilme. “Experiment Film” richtet sich an alle, die Bilder als politisch empfinden. Es sind keine Vorkenntnisse zu Analogfilm erforderlich.

Workshopzeiten: Freitag: 20 – 23 Uhr, Samstag & Sonntag 11 – 18 Uhr.
Anmeldung bis zum 25.10.2020 über das Anmeldeformular hier.

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt auf 15 Personen.

Ein Projekt von bi’bakwerk in Kooperation mit der MiK Jugendkunstschule Berlin Mitte.
Gefördert durch der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

Weitere Veranstaltungszeiten:

  • 30.10.2020 (20:00) - 30.10.2020 (23:00)
  • 31.10.2020 (11:00) - 31.10.2020 (18:00)
  • 01.11.2020 (11:00) - 01.11.2020 (18:00)