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Regie Aaron Yeger Kanada 2011

99 min., OF

Im Anschluss Gespräch mit William Bila

A PEOPLE UNCOUNTED

Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar zeigen wir den Dokumentarfilm A PEOPLE UNCOUNTED. In elf Ländern gedreht, portraitiert der Film dutzende Roma, darunter Holocaust-Überlebende, Historiker*innen und Aktivist*innen. Durch das Zusammenspiel von Poetik, Musik und den überwältigenden einzelnen Biografien erweckt A PEOPLE UNCOUNTED die Historie der Roma zum Leben. In Zeiten, in denen ethnische Intoleranz europaweit erneut entfacht, präsentiert der Dokumentarfilm die gängigen Narrative über Roma als Sinnbild für das Erbe des Rassismus und Genozids.

William Bila ist einer der Protagonisten im Film. Er war Vizepräsident des Roma Community Centre in Toronto, Mitglied des Roma Education Support Trust (UK), des Roma Education Fund (CH, SK, RO) und Präsident von La Voix des Rroms (F). Bila ist in den Vereinigten Staaten in einer slowakische Roma-Familie geboren und aufgewachsen. Er spricht Slowakisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Tschechisch und als Muttersprache Englisch.

Stadtlabor-Forum Historisches Museum Frankfurt

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Helma Lutz, Malve Lippmann und Maike Suhr, Pantoula Vagelakou

Care-Arbeit und transnationale Familienbeziehungen

Expert*innen aus der Wissenschaft, Beratung und Kunst diskutieren, wie Frauen* in der Carearbeit mit der arbeitsbedingten Trennung von ihren Familien und Kindern umgehen.

Mit der forschungsbasierten Installation BITTER THINGS - Erinnerungen und Narrative transnationaler Familien von bi’bak legt die Stadtlaborausstellung Kein Leben von der Stange einen transdiziplinären Schwerpunkt auf dieses bisher wenig beachtete Thema. 
 

Gefördert vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt
Aktuell
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BITTER THINGS | Frankfurt

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

Von Can Sungu und Malve Lippmann

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BITTER THINGS | Frankfurt

Vom 27.11.2019 bis 05.4.2020 ist BITTER THINGS – Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien im Hisorischen Museum Frankfurt im Rahmen der Ausstellung Kein Leben von der Stangezu sehen.

BITTER THINGS – Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien ist ein forschungsbasiertes Ausstellungsprojekt von bi’bak, das die Auswirkungen von Arbeitsmigration auf Mutterschaft und Familie aus der Perspektive von Arbeitsmigrantinnen und ihren Kindern untersucht. Ausgehend von Erfahrungen transnationaler Familien aus Vergangenheit und Gegenwart bringt die Installation Erzählungen mit Objekten zusammen, die in den Familien eine zentrale Rolle spielen.

Arbeitsmigration führt weltweit zu neuen Familienmodellen, die häufig transnational organisiert sind. Der familiäre Kontakt wird dabei trotz geografischer Trennung aufrechterhalten. In der Zeit der Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren waren viele Eltern gezwungen, ihre Kinder bei Verwandten zurückzulassen. Die Arbeitszeiten waren so vereinnahmend, dass die Kinderbetreuung nicht zu bewältigen war. Heute sind es im europäischen Raum vorwiegend Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die ihre Familien verlassen, um in wirtschaftlich besser gestellten Ländern ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Doch wie definiert sich das Verhältnis von Eltern und Kindern neu, wenn Geschenke und materielle Unterstützung an die Stelle von gemeinsamem Erleben treten? Wenn körperliche Nähe hinter Chat und Videotelefonie zurücktreten muss? Wie ergeht es dabei den Kindern und wie ihren Eltern? BITTER THINGS versammelt Positionen zum Thema von den 1960er Jahren bis heute.

Zum Thema ist darüber hinaus eine Publikation mit wissenschaftlichen und literarischen Beiträgen, Interviews, Liedern und Fotos erschienen, die das Thema interdisziplinär beleuchtet. Die Publikation kann hier bestellt werden. Ein Booklet mit ausgewählten Texten auf Deutsch und Ausstellungsansichten ist hier verfügbar.

Konzept und Künstlerische Leitung: Malve Lippmann, Can Sungu
Ausstellungsdesign: Malve Lippmann
Redaktion, Forschung: Maike Suhr

Ein Projekt von bi’bak in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt. 

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SO DIKHEA? WAS SIEHST DU?

Filmische Perspektiven von Roma aus Europa

Kuratiert von Hamze Bytyçi

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SO DIKHEA? WAS SIEHST DU?

Was sind Klischees und was ist Realität, wenn es um Roma geht? Kommen Filme über Roma ohne Stereotype aus? Die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? beschäftigt sich mit den Folgen der Bildwelt und der Narrative, die jahrhundertelang über und nicht mit Roma geformt wurden. Seit tausend Jahren gehören Roma zu Europa und gestalten die Kulturen und Gesellschaften mit – und trotzdem werden sie noch immer als fremd und nicht dazugehörig wahrgenommen. Der Antiziganismus macht blind gegenüber einer vielfältigen, komplexen Realität: Hintergründe zu den Fluchtursachen für Roma aus den Balkanländern werden oft ausgeklammert; die Unverzichtbarkeit von Arbeitsmigration in einer zunehmend alternden Gesellschaft ignoriert. Um diese einseitige Sichtweise zu ändern, lädt die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? zum genauen Hinschauen und zur Diskussion ein.

RomaTrial e.V. ist eine transkulturelle Berliner Roma-Selbstorganisation, die einmal im Jahr das Roma-Filmfestival  AKE DIKHEA? veranstaltet, mit dem Ziel, die komplexen Problematiken des Antiziganismus ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. AKE DIKHEA?, auf Romanes NA SIEHST DU?, zeigt Filme von und mit Rom*nja, Sinti*zzi und anderen Menschen mit Romno-Hintergrund. Es findet zwischen 5. und 9. Dezember 2019 zum dritten Mal in Berlin statt. 

Hamze Bytyçi lebt und arbeitet in Berlin. 2012 gründete er RomaTrial e.V., 2013 war er Gründungsmitglied der International Romani Film Commission. 2017 initiierte er das Roma-Filmfestival AKE DIKHEA?, das er seitdem leitet. 2018 war er Co-Kurator der 1. Roma-Biennale COME OUT NOW!

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Kooperationspartner 140journos

Von Çağdaş Erdoğan

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Almanya'dan Sevgiler | From Almanya with Love

Für die Kurzfilmreihe Almanya'dan Sevgiler | From Almanya with Love kooperiert bi’bak mit dem bekanntesten „Counter-Media“-Kanal aus der Türkei, 140journos. Die Serie zeigt sechs Minidokumentarfilme unter der Regie von Çağdaş Erdoğan, die eine Vielzahl von Migrationsgeschichten aus der Türkei nach Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart portraitieren.

Turbulente Politik spielte im Laufe des letzten Jahrhunderts eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der transnationalen Migrationsbewegungen zwischen der Türkei und Deutschland. Die sogenannten Gastarbeiter*innen, die nach 1961 in die Bundesrepublik kamen, um die Nachkriegsökonomie aufzubauen, begründeten die bislang größte ethnische Minderheit in Deutschland. Die gewalttätigen ideologischen Auseinandersetzungen der 1970er Jahre oder die repressive Politik der 1990er Jahren in der Türkei führten dazu, dass zahlreiche, meist linksgerichtete und kurdische Asylsuchende nach Deutschland kamen. Heute lässt sich eine neue Gruppe von Migrant*innen aus der Türkei hauptsächlich in Berlin nieder. Diese Journalist*innen, Künstler*innen, Akademiker*innen und jungen Fachkräfte entgehen einer andauernden Verfolgung und suchen nach einer besseren Zukunft. In seinen Filmen untersucht Çağdaş Erdoğan eine vielfältige Auswahl von Hintergründen und Geschichten der Migration aus der Türkei nach Deutschland und bringt Gegenerzählungen gegen dominante Stereotype ans Licht.

Çağdaş Erdoğan, 1992 in der Osttürkei geboren, ist Fotograf und Künstler. Als Fotojournalist konzentriert sich seine Arbeit auf Minderheiten im Nahen Osten. Seine Arbeiten wurden in weltweit führenden Zeitungen und Magazinen wie der New York Times, Stern, dem British Journal of Photography, der Times, dem Guardian, dem Iz Magazine und vielen weiteren veröffentlicht. Er wurde vom British Journal of Photography unter den "Ones to Watch in 2017" gelistet. Sein erstes Fotobuch mit dem Titel Control wurde bei Akina Books veröffentlicht. Er arbeitet mit dem Videokollektiv 140journos zusammen und ist seit Oktober 2019 Stipendiat bei bi’bak.

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Ein Reise-Kochbuch über den Spaziergang des Tigers ins Umland von Berlin auf der Suche nach einer Antwort, wie das Essen auf den Teller kommt.

Workshopleitung Tuna Arkun und Heather Purcell

Der Tiger kommt zu Tisch

Jetzt geht es um die Wurst! So dachte der Tiger, als er zum ersten Mal in seinem Leben das Fleisch in so kleinen glänzenden Päckchen verpackt sah. Geruchsdicht und steril. Er hätte nicht sagen können, ob es sich um Schweinenacken, Rehbrust oder eine saftige Antilope handelt, wenn die Verkäuferin ihm die dazugehörigen Tiersymbole nicht gezeigt hätte. Wie viele Tiere in diesem Kühlschrank Platz gefunden hatten und woher sie gekommen waren, konnte die Dame aber nicht sagen. Dem Mann, der gerade an der Fleischtheke das Mittagsangebot verspeiste, war es auch Wurst, wie das Eisbein auf seinen Teller gekommen ist. Da der Tiger die Tiere mit vier Beinen, zwei Ohren und einem Schwanz kannte und er ein leidenschaftlicher Fleischfresser war, war die Wurst ihm nicht Wurst. Er machte sich auf den Weg, um die Tiere zu finden die später die Schnitzel werden. 

Fleisch und andere tierische Produkte sind jeden Tag in allen unseren Mahlzeiten dabei, aber einen Sonntagsbesuch im Schlachtbetrieb würde sich nicht jeder zumuten. Tiere finden wir süß, aber der Gestank im Stahl ist uns eher unangenehm.  Dass das Schnitzel mal ein Tier war ist heute nicht mehr allen klar. Noch tragischer ist, dass das Fleisch so billig zu erwerben ist, dass wir es ohne Bedenken wegschmeißen, wenn wir es nicht essen.

Uns ist Fleisch wertvoll, weil es das Leben eines Tieres bedeutet. Wir wollen mit  Kindern zusammen, mehr über die Vorgeschichte unseres Essens erfahren und uns anschauen, wo die Tiere leben, denen wir unser Essen verdanken. Mit unseren selbst gebundenen Skizzenbüchern besuchen wir verschiedene Bauernhöfe rund um Berlin, informieren uns darüber wie Milch und Fleisch produziert werden, zeichnen, fragen, kosten und kochen, zurück im Projektraum leckere Rezepte. Als Endprodukt wollen wir ein Buch gestalten, in dem wir unsere Bild- und Textrecherche zusammenfassen. Das Buch wird den Charakter eines Tagebuchs haben, in dem die Reise des Tigers ins Umland von Berlin zu den Orten an denen Tiere leben, dokumentiert wird und das durch unsere leckeren Rezepte ergänzt wird.

In Kooperation mit der MIK - Jugendkunstschule Mitte und der Humboldthain Grundschule

Gefördert durch das Projekt Jugend ins Zentrum! der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren im Rahmen des Programms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.