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Im Anschluss Gespräch mit Thanh Nguyen Phuong und Thúy Nguyen Phuong

Geblieben

Wir bleiben hier
Dirk Otto, Deutschland, 1991, 32 Min., Produktion: DEFA Studio für Dokumentarfilme GmbH

Eine junge vietnamesische Familie in Berlin am Vorabend des 3. Oktober 1990. Beide Eltern haben als Vertragsarbeiter*innen ihr „halbes Leben in der DDR verbracht“ und sind nun von Abschiebung und täglichen Anfeindungen bedroht. In krassem Gegensatz zur vorherigen Filmpraxis des In-den-Mund-Legens und Drübersprechens verzichtet dieser Film auf jeglichen Off-Kommentar und Musik. 

Sorge 87
Thanh Nguyen Phuong, Deutschland 2017, 10 Min.

„Sorge ist der Ort, den ich nie vergessen werde. Der Ort, an dem meine Eltern Fuß fassten – als Vertragsarbeiter in der DDR. In ihrer, neuen zweiten Heimat. Einer Heimat, die auch meine wurde.“ (Thanh Nguyen Phuong)

Thanh Nguyen Phuong wurde 1992 in Werdau geboren  und studierte  Kommunikationsdesign und Film an der FH Potsdam. Ihr Film “Sorge 87” feierte seine Premiere letztes Jahr auf der DOK Leipzig und wurde weltweit auf unterschiedlichen Festivals vorgeführt und ausgezeichnet.

Thúy Nguyen Phuong ist Kulturwissenschaftlerin und Aktivistin und unterstützte ihre Schwester bei Arbeiten zu “Sorge 87” .

Wenn wir zurückhören: Neu-Interpretationen von musikalischen Zeiten und Nostalgie

Dümtek lädt dazu ein, das Konzept Nostalgie und musikalisches Erbe bei einem gemütlichen Dinner mit köstlichen türkischen Meze und Rakı zu reflektieren. Gemeinsam mit den Berliner Künstler*innen Gizem Oruç, Maviş Güneşer und Petra Nachtmanova diskutieren wir, wie die Wiederkehr vergangener Musikepochen die musikalischen Praktiken und die Kultur von heute beeinflusst.

Musikalische Neuerungen sind gängige Phänomene in der Geschichte der Popmusik, bei denen jüngere Generationen von Musiker*innen entweder auf vergangene Epochen der Popmusikgeschichte verweisen oder traditionelle Musikstile interpretieren und popularisieren. Diese Wiederbelebungsprozesse versuchen oft, nicht nur bestimmte musikalische Formen zu interpretieren, sondern auch eine Zeitspanne, die nur durch Vermittlung erlebt wird und am Ende eine wertvolle Vorstellung von der Vergangenheit hervorruft.

„Wenn wir zurückhören: Neu-Interpretationen von musikalischen Zeiten und Nostalgie“ untersucht die Dynamik der Interpretation der musikalischen Vergangenheit. Was ist der Reiz, in eine Zeit zurückzukehren, die nicht gelebt, sondern durch Vermittlung erlebt wurde? Romantisieren wir die Vergangenheit? Ist das Beziehen auf die Vergangenheit (selbst-) essenziell? In welcher Beziehung stehen diese Tendenzen zur diasporischen Erfahrung? Was sind die Probleme, Tücken und Widersprüche, wenn man die Vergangenheit durch Musik revidiert?

An einem gemütlichen Esstisch mit köstlichen türkischen Meze und Raki diskutieren und reflektieren wir in Begleitung unserer Freund*innen aus der Musikindustrie die Konzepte der Nostalgie und des vergangenen musikalischen Erbes. 

Ebenso wie die Musiker, die vergangene Musikepochen in ihren musikalischen Praktiken wieder aufgreifen.

Registration required*

*Anmeldung unter: selam@dumtek.de

Gefördert durch Musicboard und Initiative Musik

Petra Nachtmanovas musikalische Wege führten sie von der Hauptstadt der klassischen Musik, Wien, über Renaissance- und Barockmusik in England, chinesische Popidole in Ningbo, bulgarische polyphone Chöre, türkische Bağlama-Musik bis zur persischen Radif-Tradition. Als Sängerin und Forscherin für Volksmusik und Lyrik konzentriert sich Petra auf Osteuropa, Zentralasien und den Nahen Osten. Sie entwickelt ihre Arbeit über türkische Musik und die Bağlama seit 2010 weiter. Sie vertrat Österreich beim Internationalen TRT Türkcevizyon Festival 2014 in Denizli.

Maviş Güneşer begann ihre Musikkarriere in Istanbul bei der Gruppe Agire Jiyan. 1998 veröffentlichte sie ihr erstes Soloalbum. Seit 2000 arbeitet sie in Berlin mit Frauen-Gesangsgruppe Lilith, die Lieder für Frauen auf Deutsch, Französisch, Jiddisch, Türkisch, Zazaca und Kurdisch sammelt und singt. Zusammen mit Metin und Kemal Kahraman veröffentlichte sie eine Reihe von Alben und arbeitete an der Filmmusik für Dokumentar- und Spielfilme. Sie gaben Konzerte in mehreren europäischen und türkischen Städten. Ihr letztes Soloalbum Ax de Vaji veröffentlichte sie im März 2019.

Gizem Oruç ist Musiker*in, Produzent*in, Sounddesigner*in, Pädagog*in und Organisator*in und lebt in Berlin. Sie engagieren sich in Kreativkollektiven, u.a. in der transfeministischen Coverband Gazino Neukölln und für die Queer-DIY-Space-Raumerweiterungshalle. Sie komponierten den Soundtrack des experimentellen Dokumentarfilms #resistayol, der die LGBTI+-Community während der Gezi-Park-Proteste in Istanbul porträtiert. Alias 6zm, veröffentlichte Gizem seit 2014 zwei EPs und trat in Europa, Nordamerika und der Türkei auf. In ihrer Arbeit bringen sie künstlerische und analytische Dimensionen zusammen.

Stadtlabor-Forum Historisches Museum Frankfurt

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

BITTER THINGS | Frankfurt - Eröffnung

Ort: Stadtlabor-Forum Historisches Museum Frankfurt
Am Saalhof 1

Mittwoch, 27.11.2019 19:00 Eröffnung

BITTER THINGS – Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien ist ein forschungsbasiertes Ausstellungsprojekt von bi’bak, das die Auswirkungen von Arbeitsmigration auf Mutterschaft und Familie aus der Perspektive von Arbeitsmigrantinnen und ihren Kindern untersucht. Ausgehend von Erfahrungen transnationaler Familien aus Vergangenheit und Gegenwart bringt die Installation Erzählungen mit Objekten zusammen, die in den Familien eine zentrale Rolle spielen.

Arbeitsmigration führt weltweit zu neuen Familienmodellen, die häufig transnational organisiert sind. Der familiäre Kontakt wird dabei trotz geografischer Trennung aufrechterhalten. In der Zeit der Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren waren viele Eltern gezwungen, ihre Kinder bei Verwandten zurückzulassen. Die Arbeitszeiten waren so vereinnahmend, dass die Kinderbetreuung nicht zu bewältigen war. Heute sind es im europäischen Raum vorwiegend Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die ihre Familien verlassen, um in wirtschaftlich besser gestellten Ländern ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Doch wie definiert sich das Verhältnis von Eltern und Kindern neu, wenn Geschenke und materielle Unterstützung an die Stelle von gemeinsamem Erleben treten? Wenn körperliche Nähe hinter Chat und Videotelefonie zurücktreten muss? Wie ergeht es dabei den Kindern und wie ihren Eltern? BITTER THINGS versammelt Positionen zum Thema von den 1960er Jahren bis heute.

Parallel zur Ausstellung hat bi’bak ein Begleitprogramm aus Filmvorführungen, Vorträgen und Diskussionen kuratiert. Zum Thema ist darüber hinaus eine Publikation mit wissenschaftlichen und literarischen Beiträgen, Interviews, Liedern und Fotos erschienen, die das Thema interdisziplinär beleuchtet. Die Publikation kann hier bestellt werden. Ein Booklet mit ausgewählten Texten auf Deutsch und Ausstellungsansichten ist hier verfügbar.

Konzept und Künstlerische Leitung: Malve Lippmann, Can Sungu
Ausstellungsdesign: Malve Lippmann
Redaktion, Forschung: Maike Suhr

Ein Projekt von bi’bak in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt. 

BITTE  ZURÜCKSPULEN: Türkische Videokassetten in Deutschland

Als in den frühen 1980er Jahren in Deutschland die ersten Videorekorder aufkamen, wurde die neue Technologie vor allem in den deutsch-türkischen Communities begrüßt. Während im Fernsehen kaum türkischsprachige Programme verfügbar waren, konnte man nun auf Videokassetten türkische Kinofilme schauen. Die Videoabende wurden zu zentralen sozialen Events, zu denen Familie, Nachbar*innen und Freund*innen zusammenkamen. Bald wurden zahlreiche Video-Produktionsfirmen in Deutschland gegründet, die aus der Türkei importierte Filme auf Videokassetten überspielten und sie bundesweit an Händler, Videotheken und türkische Supermärkte vertrieben. Die Videos füllten eine Marktnische, die ganz gezielt das türkische Publikum in Deutschland ansprach. 

Mit Replaying Home hat Can Sungu eine Video-Collage geschaffen, welche anhand von ausgewählten Ausschnitten aus türkischen Filmen, die in den 1970er und 80er Jahren in Deutschland gedreht wurden, eine neue Narration etabliert. Der Film lädt zu einer Reise durch ein fiktives Universum ein, das auf Stereotypen, Kulturschock, Okzidentalismus, Heimweh und den Traumata des Lebens in der Fremde basiert. Erweitert durch Videoschnipsel und Vorträge, gibt die Veranstaltung Einblicke in die türkische Film- und Videokultur in Deutschland und diskutiert die Rolle, welche diese Filmkultur in der deutschen Kulturgeschichte und Erinnerungskultur einnehmen sollte.

Regie Cem Kaya Deutschland 2014

96, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Cem Kaya

BITTE ZURÜCKSPULEN: Remake, Remix, Rip-Off

Die türkische Yeşilçam-Filmindustrie war in den 1960er und 70er Jahren einer der größten Filmproduzenten der Welt. Da das Fernsehen erst Mitte der 70er Jahre Einzug in türkische Wohnzimmer hielt, war Kino neben dem Radio das einzige und günstigste Massenmedium. In den großen Open-Air-Kinos des Landes wurden mehrere Filme hintereinander gezeigt. Häufig wurde das Kinoerlebnis mit einem Picknick verbunden. Cem Kaya, der mit Yeşilçam-Filmen aus den türkischen Videotheken in Deutschland aufwuchs, zeichnet in seinem Dokumentarfilm die Kopierpraxis der türkischen Filmschaffenden von den Anfängen des türkischen Kinos bis hin zu den heutigen Fernsehserien nach. Die Arbeiten an seinem Kompilationsfilm erstreckten sich über sieben Jahre, in denen tausende Filme gesichtet und etwa hundert Interviews geführt wurden.

Cem Kaya ist ein Dokumentarfilmemacher aus Berlin. Aus den kulturwissenschaftlichen kommend, verbindet er in seinem Filmen humorvolles Geschichtenerzählen mit tiefem Hintergrundwissen. Remake, Remix, Rip-Off wurde auf einigen der wichtigsten internationalen Filmfestivals gezeigt, darunter den Internationalen Filmfestspielen Berlin und FF Locarno

Aktuell
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FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Vertragsarbeit und Internationalismus in der DDR

Kuratiert von Tobias Hering und Sun-ju Choi

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FREUNDSCHAFT AUF ZEIT

Dass Deutschland mit dem Fall der Mauer nicht zu einer offeneren und freien Gesellschaft wurde, bekamen insbesondere die geschätzten 150.000 Arbeitsmigrant*innen und Studierenden zu spüren, die zu diesem Zeitpunkt auf der Basis von Staatsverträgen mit sozialistischen „Bruderländern“ in der DDR lebten. Seit Anfang der 1950er Jahre hatten Vertragsarbeiter*innen und ausländische Studierende zum internationalistischen Image der DDR und zum gesellschaftlichen Wohlstand beigetragen. Auch wenn die DDR nicht das Paradies war, als das sie sich darstellte, so gelang es doch vielen Vietnames*innen, Mosambikaner*innen, Chilen*innen, Algerier*innen, Koreaner*innen und Menschen anderer Herkunft, in der DDR Fuß zu fassen oder sich zumindest temporär zu arrangieren. Die verbale und physische Gewalt, die ihre Entrechtung in der Nachwendezeit flankierte, warf ein Schlaglicht auf ihre Anwesenheit, die jedoch unter dem Stichwort „Ausländerproblematik“ sogleich stigmatisiert wurde. In der späteren Einordnung wurde meist übersehen, dass rassistische Gewalt und Ausgrenzung nicht erst 1989 begannen, sondern schon in der DDR zur Alltagserfahrung vieler Menschen gehörten. Ebenso wird jedoch unterschlagen, dass die „solidarische“ und „internationalistische“ Außenpolitik der DDR, auch wenn sie opportunistische Motive hatte, von vielen Menschen beim Wort genommen wurde und ihnen auch reale Chancen bot – Inländer*innen wie Ausländer*innen.

Das Programm versucht zum einen, aus den Archiven von DEFA und DDR-Fernsehen die öffentliche Wahrnehmung von Migrant*innen zu rekonstruieren und dabei jenseits ideologisch normierter Muster auch Spuren der Wirklichkeit zu entdecken. Zum anderen gibt es Raum und Zeit für aktuelle künstlerische und aktivistische Positionen, die das Thema aus der heutigen Perspektive der zweiten Generation beleuchten.

Gefördert durch die Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Sun-ju Choi ist Gründungsmitglied von korientation e.V. – Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven und Vorstandsmitglied der ndo (neue deutsche organisationen). Sie publizierte gemeinsam mit Heike Berner den Erzählband Zuhause – Erzählungen von deutschen Koreanerinnen (2006). Sie leitet seit 2007 gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin. Zuletzt erschien ihre Dissertation Vater Staat und Mutter Partei: Familienkonzepte und Repräsentation von Familie im nordkoreanischen Film (2017).

Tobias Hering ist freier Filmkurator und Journalist und derzeit u.a. verantwortlich für das Archivprojekt re-selected der Kurzfilmtage Oberhausen. Migration und Interkulturalität sind regelmäßige Themen seiner Arbeit, zuletzt bei der Filmreihe In deutscher Gesellschaft: Passagen-Werke ausländischer Filmemacher*innen 1962-1992 (Zeughauskino Berlin, 2017, ko-kuratiert von Tilman Baumgärtel), einer Retrospektive von Filmen, die nicht-deutsche Filmemacher*innen in der BRD und der DDR realisiert haben.

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Das Morgen im Jetzt

bi'bak @ Hansabibliothek

Kuratiert von Florian Wüst

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Das Morgen im Jetzt

Nach 1945 bestand eine der größten Herausforderungen des Wiederaufbaus Deutschlands in der Schaffung von Wohnraum. Die auf neuen rationellen Bauweisen basierenden Leitbilder der Vorkriegsmoderne lieferten die Vorlage für die „Stadt von morgen“: die radikale Abkehr von der alten Industriestadt mit ihren Mietskasernen, dunklen Hinterhöfen und engen Straßen. Die Modernisierung des „Stadtkörpers“ wurde als ein Heilungsvorgang beschrieben, der Autorität und Anleitung von oben benötige. Spätestens ab Mitte der 1960er Jahre setzte jedoch die Auflehnung gegen die in immer größerem Maße praktizierte sogenannte Kahlschlagsanierung ein. Das Verhältnis von Teilhabe und intransparenten Planungsprozessen, von teurem Neubau und bezahlbaren Bestandswohnungen ist weiterhin umkämpft – heute mehr denn je. Vor diesem Hintergrund präsentiert die zweiteilige Filmreihe Das Morgen im Jetzt eine Auswahl an historischen und zeitgenössischen Kurzfilmen, die vor allem mit künstlerischen Mitteln auf die Wirklichkeit der modernen Stadt sowie beispielhafte Ansätze alternativer Architektur- und Lebensmodelle blicken.

Florian Wüst lebt als freischaffender Filmkurator, Künstler und Verleger in Berlin. Er ist Mitgründer der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt und seit 2016 Film- und Videokurator der transmediale.

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SO DIKHEA? WAS SIEHST DU?

Filmische Perspektiven von Roma aus Europa

Kuratiert von Hamze Bytyçi

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SO DIKHEA? WAS SIEHST DU?

Was sind Klischees und was ist Realität, wenn es um Roma geht? Kommen Filme über Roma ohne Stereotype aus? Die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? beschäftigt sich mit den Folgen der Bildwelt und der Narrative, die jahrhundertelang über und nicht mit Roma geformt wurden. Seit tausend Jahren gehören Roma zu Europa und gestalten die Kulturen und Gesellschaften mit – und trotzdem werden sie noch immer als fremd und nicht dazugehörig wahrgenommen. Der Antiziganismus macht blind gegenüber einer vielfältigen, komplexen Realität: Hintergründe zu den Fluchtursachen für Roma aus den Balkanländern werden oft ausgeklammert; die Unverzichtbarkeit von Arbeitsmigration in einer zunehmend alternden Gesellschaft ignoriert. Um diese einseitige Sichtweise zu ändern, lädt die Filmreihe SO DIKHEA? WAS SIEHST DU? zum genauen Hinschauen und zur Diskussion ein.

RomaTrial e.V. ist eine transkulturelle Berliner Roma-Selbstorganisation, die einmal im Jahr das Roma-Filmfestival  AKE DIKHEA? veranstaltet, mit dem Ziel, die komplexen Problematiken des Antiziganismus ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. AKE DIKHEA?, auf Romanes NA SIEHST DU?, zeigt Filme von und mit Rom*nja, Sinti*zzi und anderen Menschen mit Romno-Hintergrund. Es findet zwischen 5. und 9. Dezember 2019 zum dritten Mal in Berlin statt. 

Hamze Bytyçi lebt und arbeitet in Berlin. 2012 gründete er RomaTrial e.V., 2013 war er Gründungsmitglied der International Romani Film Commission. 2017 initiierte er das Roma-Filmfestival AKE DIKHEA?, das er seitdem leitet. 2018 war er Co-Kurator der 1. Roma-Biennale COME OUT NOW!

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BITTER THINGS | Frankfurt

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

Von Can Sungu und Malve Lippmann

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BITTER THINGS | Frankfurt

BITTER THINGS – Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien ist ein forschungsbasiertes Ausstellungsprojekt von bi’bak, das die Auswirkungen von Arbeitsmigration auf Mutterschaft und Familie aus der Perspektive von Arbeitsmigrantinnen und ihren Kindern untersucht. Ausgehend von Erfahrungen transnationaler Familien aus Vergangenheit und Gegenwart bringt die Installation Erzählungen mit Objekten zusammen, die in den Familien eine zentrale Rolle spielen.

Arbeitsmigration führt weltweit zu neuen Familienmodellen, die häufig transnational organisiert sind. Der familiäre Kontakt wird dabei trotz geografischer Trennung aufrechterhalten. In der Zeit der Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren waren viele Eltern gezwungen, ihre Kinder bei Verwandten zurückzulassen. Die Arbeitszeiten waren so vereinnahmend, dass die Kinderbetreuung nicht zu bewältigen war. Heute sind es im europäischen Raum vorwiegend Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die ihre Familien verlassen, um in wirtschaftlich besser gestellten Ländern ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Doch wie definiert sich das Verhältnis von Eltern und Kindern neu, wenn Geschenke und materielle Unterstützung an die Stelle von gemeinsamem Erleben treten? Wenn körperliche Nähe hinter Chat und Videotelefonie zurücktreten muss? Wie ergeht es dabei den Kindern und wie ihren Eltern? BITTER THINGS versammelt Positionen zum Thema von den 1960er Jahren bis heute.

Parallel zur Ausstellung hat bi’bak ein Begleitprogramm aus Filmvorführungen, Vorträgen und Diskussionen kuratiert. Zum Thema ist darüber hinaus eine Publikation mit wissenschaftlichen und literarischen Beiträgen, Interviews, Liedern und Fotos erschienen, die das Thema interdisziplinär beleuchtet. Die Publikation kann hier bestellt werden. Ein Booklet mit ausgewählten Texten auf Deutsch und Ausstellungsansichten ist hier verfügbar.

Konzept und Künstlerische Leitung: Malve Lippmann, Can Sungu
Ausstellungsdesign: Malve Lippmann
Redaktion, Forschung: Maike Suhr

Ein Projekt von bi’bak in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt. 

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Bitte Zurückspulen

Deutsch-türkische Film- und Videokultur in Berlin

Konzept von Can Sungu

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Bitte Zurückspulen

In Berlin lebt eine große deutsch-türkische Community, die heute ein fester Bestandteil des Berliner Kulturlebens ist. Mit dieser Community etablierte sich über die Jahre auch die türkische Filmkultur in Berlin. Angefangen mit Vorführungen türkischer Filme in Berliner Kinos, eroberte in den 1980er Jahren das türkischsprachige Video als willkommene Alternative zu den ausschließlich deutschen Fernsehsendern den Markt. Eine zentrale Rolle spielten dabei die zahlreichen Videotheken, in denen diese Filme angeboten wurden, ebenso wie der „Türkische Basar” am U-Bahnhof Bülowstraße. In den Familien wurden die Videoabende zu wichtigen sozialen Events, zu denen Nachbar*innen und Freund*innen eingeladen wurden. Neben der gesamten Palette der Yeşilçam-Produktionen (der damaligen Istanbuler FIlmindustrie) mit seinen Komödien, Melodramen und Actionfilmen fanden auch u.a. in Deutschland produzierte türkische Filme Anklang, in denen die Migrationserfahrungen, die Entfremdung von der Herkunftsregion bzw. dem Herkunftsland, Identität, Religion und Familie thematisiert wurden. Diese Filme und ihre Ästhetik haben eine ganze Generation anerkannter deutscher Filmemacher*innen wie z.B. Thomas Arslan, Fatih Akin, Ayse Polat u.a. geprägt. Die Geschichte dieser in Deutschland entstandenen migrantischen Filmkultur fehlt bisher fast gänzlich in den Diskursen zum postmigrantischen Film. Die Filme und ihre transnationalen Narrative, sowie die dazugehörenden Orte und Akteur*innen sind ein wichtiges Zeugnis deutscher Film- und Kulturgeschichte und müssen so auch erinnert und wahrgenommen werden. Mit dieser Publikation widmet sich bi’bak der Wiederentdeckung der deutsch-türkischen Film- und Videokultur in Berlin.

Kuratiert von Can Sungu. Beiträge von Ömer Alkin, Cem Kaya u.a. 

Gefördert durch das Programm zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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FAVA CONNECTION

Die kulturellen und historischen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei

Kuratiert von Pegah Keshmirshekan und Umut Azad Akkel

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FAVA CONNECTION

Das Symposium FAVA CONNECTION bietet einen Einblick in die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei, aus der Sicht von Künstler*innen, Kurator*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturschaffenden aus beiden Ländern. In einer Reihe von Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und Filmvorführungen wirft das Symposium Fragen zu geteilten Narrativen, Identitäten und Praktiken sowie Spaltung und Ausschlussmechanismen auf, die in der Geschichte der Türkei und Griechenlands und auch in der Gegenwart spürbar sind.

In sechs Veranstaltungen an der UdK Berlin und im bi'bak diskutiert FAVA CONNECTION die historischen Hintergründe der transnationalen Beziehungen, wie etwa den Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei in den 1920er Jahren, und fragt, wie ein Gefühl von Zugehörigkeit konstruiert werden kann. In diesem Zusammenhang wird die sogenannte „europäische Identität“ und ihre nachteilige Wirkung auf die Nationalstaaten in der Region überdacht. Das Symposium beschäftigt sich mit aktuellen politischen Spannungen und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben und Handeln und schafft um Grundlagen für weitere Diskussionen.

Pegah Keshmirshekan, 1997 im Iran geboren, lebt und arbeitet in Berlin und ist eine multidisziplinäre Künstlerin. Sie studiert derzeit Bildende Kunst an der UdK Berlin und hat ihre Arbeiten in Teheran und Berlin ausgestellt. Sie ist Mitglied des Soltity Collective (Fine Art Experimental Group) und Mitbegründerin der Initiative I.D.A.

Umut Azad Akkel wurde 1991 in İzmir, Türkei, geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Er praktiziert visuelle Kunst, Produktdesign und kuratiert kulturelle Seminare. Er ist einer der Mitbegründer*innen der Initiative I.D.A. (Interkulturalität / Vielfalt / Antidiskriminierung) an der Universität der Künste Berlin.

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