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Aris San

Als Aris San (geb. Aristeídis Seïsanás in Kalamata, Griechenland, 1940) 1957 in Israel ankam, war er nur ein namenloser griechischer Jugendlicher mit einer Gitarre. Als er 1969 das Land verließ, war er der erfolgreichste Musiker des Landes. Während seiner zwölf Jahre in Israel schaffte er es, nicht nur zu einer Ikone der Berühmtheit, des europäischen Chic und der musikalischen Mode zu werden, sondern auch zu einem Markennamen, der mit "Hochzeitsmusik", einem Arbeiterpublikum und Mizrahiyut ("Orientalischer Kultur" oder der Kultur der Juden des Nahen Ostens in Israel) assoziiert wird. San war ein Schlüsselakteur bei dem Aufstieg griechischer Musik – oder, genauer gesagt, des Konglomerats von Stilen, Klängen und Stereotypen, das dieser Begriff lose zusammenhält – von den verrauchten Räumen eines Einwanderercafés in Jaffa zu den prestigeträchtigsten Musikstätten Israels, den offiziellen Feiern zum Unabhängigkeitstag, dem nationalen Fernsehen und den Wohnungen führender Generäle und Politiker. In einer Ära, in der sich die Bouzouki weltweit als das Nationalinstrument Griechenlands etablierte, schwang San eine E-Gitarre als sein Soloinstrument. Durch den Einsatz von Bouzouki-Techniken und Melodieformeln schuf er einen einzigartigen, unverwechselbaren Klang, der sowohl an die Virtuosität der Bouzouki als auch an die der Rockgitarre erinnert. Auf diese und andere Weise gelang es seiner musikalischen Persönlichkeit, die beiden Fiktionen von der westlichen Moderne und der orientalischen Rückständigkeit zu durchkreuzen.

Ziel dieses Beitrags ist es, Sans Karriere als ein Fenster in die Aushandlungen kultureller Identitäten zu betrachten, die in den 1960er Jahren in Israel/Palästina (und im gesamten östlichen Mittelmeerraum) zwischen eurozentrischen nationalen Eliten und marginalisierten, oft mit orientalischen Geschmackskulturen assoziierten Gruppen stattfanden. Es wird Sans Karriere als Performer, Musiker, Clubmanager und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens nicht nur um des Erzählens der Geschichte eines Individuums willen dargestellt: In all diesen Funktionen ermöglichte San die Entstehung von Mittelmeer-"Audiotopien": physische oder virtuelle klangliche Identifikationsräume, in denen musikalische Stereotypen von Ost und West sowohl mobilisiert als auch überwunden wurden und in denen ein ideales Mittelmeer skizziert wurde, das von Umm Kulthum bis zu mexikanischen Balladen alles umfasst.

Oded Erez (Fachbereich Musik, Bar-Ilan Universität) ist Dozent für populäre Musik und Filmmusik und arbeitet an der Schnittstelle von historischer Musikwissenschaft, Musikethnologie und Kulturwissenschaften. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Politik und Ästhetik, mit einem Schwerpunkt auf Musik in Israel und im Mittelmeerraum. Gegenwärtig arbeitet er an der Fertigstellung eines Buchmanuskripts über griechische Musik und ethnische Klassenpolitik in Israel.

SİNEMA TRANSTOPIA

bei der Berlin ART WEEK

Videoprogramm  ART IN DARK TIMES

Art in Dark Times diskutiert einige der akuten Probleme, die unsere heutigen Gesellschaften betreffen, wie Frauenfeindlichkeit, Rassismus und historischer Revisionismus. Die Videoprogramm ist eine Fortsetzung des diskursiven Programms, das bereits Anfang dieses Jahres im bi’bak begonnen hat, und vereint die Videoarbeiten von drei Künstlerinnen. Unter Bezugnahme auf die Geschichte der Okapi, die 1919 aus belgischen Kolonien in den Antwerpener Zoo gebracht wurden, hinterfragt Jelena Jurešas Ubundu (2019) die rücksichtslose Ausbeutung der Natur durch moderne Gesellschaften und die kulturellen Projektionen, die diese Arroganz begleiten. Yael Bartanas Inferno (2013) zeichnet die Ideen hinter dem Bauprojekt des dritten Tempels Salomos in Sao Paolo und die inhärente Selbstzerstörung dieser neokonservativen Denkweise nach. Fatoş Irwens Şiryan (2012) enthüllt den zunehmenden Druck auf die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks, spielt aber auch auf die Ausdauer im Umgang mit solchen Beschädigungen an.

Die Filme werden während der Berlin Art Week an der Fassade von SİNEMA TRANSTOPIA, dem Kino-Experiment von bi’bak im Haus der Statistik, präsentiert.

UBUNDU, Jelena Jureša, 2019, 17 Min.

INFERNO, Yael Bartana, 2013, 22 Min.

ŞIYAN, Fatoş Irwen, 2012, 10 Min. (gekürzte Fassung)

Jelena Juresa wurde in Novi Sad geboren und lebt derzeit in Gent. Sie hat sich an Hand von Fotografie, Video und Text intensiv mit Fragen der kulturellen Identität, des Geschlechts, der Politik der Erinnerung und des Vergessens beschäftigt. In ihrer Arbeit bezieht sie individuelle Geschichten und Identitätsfragen auf kollektive Prozesse des Vergessens und Erinnerns.

Yael Bartanas Filme, Installationen und Fotografien erforschen die Bilder kollektiver Identitäten und Erinnerungspolitiken anhand von Zeremonien, öffentlichen Ritualen und Abweichungen von der sozialen Norm. Ihre Filmtrilogie And Europe Will Be Stunned, in der die Beziehung zwischen Judentum und polnischer Identität diskutiert wird, wurde im polnischen Pavillon der Biennale von Venedig Mit Projekten wie Inferno (2013),True Finn (2014) und Pardes (2015), erweiterte sie ihre künstlerische Arbeit kinematografisch. Bartanas Werke wurden auf der ganzen Welt ausgestellt und sind Teil von Sammlungen in Museen wie dem Museum of Modern Art in New York City, der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris.

Fatoş Irwen ist in der historischen Sûr-Nachbarschaft in Diyarbakır, Türkei, geboren und aufgewachsen. Nach ihrem Abschluss an der Abteilung für visuelle Kunst an der Dicle-Universität begann sie an Sekundarschulen in Batman, Diyarbakır und dann in Istanbul zu unterrichten. Sie hat zu mehreren Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und Performance-Veranstaltungen beigetragen. Irwen wurde kürzlich aus einer dreijährigen Haft entlassen. Sie bleibt weiterhin mit einem Lehrverbot belegt.

Esmeray

In diesem Klangvortrag beleuchten wir das Leben und den musikalischen Werdegang von Esmeray, einer der interessantesten und ansprechendsten türkischen Sängerinnen. Obwohl Esmeray von einer älteren Generation in der Türkei geschätzt wird, ist sie einem internationalen Publikum weitgehend unbekannt. Obwohl die afro-türkische Künstlerin vor allem wegen ihres Hits "Gel Tezkere Gel" aus dem Jahr 1977 in Erinnerung bleibt, beleuchten ihr gesamtes musikalisches Vermächtnis und ihr kultureller Hintergrund viele Ebenen des türkischen Kulturerbes. Der Klangvortrag ist ein Versuch, Esmerays Musik, kulturelle Identität und ihren Einfluss auf die zeitgenössische türkische Gesellschaft vorzustellen.

Kornelia Binicewicz ist eine polnische Schallplattensammlerin und Kuratorin sowie DJ und Gründerin von "Ladies on Records", einem facettenreichen Projekt, das sich auf das musikalische Erbe von Frauen auf der ganzen Welt konzentriert und weibliche Musik der letzten Jahrzehnte präsentiert. Ihre Leidenschaft für die Musik weiblicher Akteure brachte sie in die Türkei, wo sie begann, die unentdeckte Welt der türkischen Frauenmusikszene zu erkunden. Im Laufe von fünf Jahren, in denen sie Schallplatten ausgrub und vergessene oder nicht anerkannte Sängerinnen in der Türkei kennenlernte, gelang es ihr auch, in die Archive alter türkischer Labels einzutauchen. Sie kuratierte die Sammelwerke "Turkish Ladies. Female Singers from Turkey 1973 - 1988" (Epic Istanbul) und "Uzelli Psychedelic Anadolu" (Uzelli), die beide auf Vinyl erschienen. Kornelia arbeitet derzeit an einem besonderen Projekt, das Sängerinnen aus der Türkei aus einem der Archive der türkischen Labels gewidmet ist.

SİNEMA TRANSTOPIA

Regie Anocha Suwichakornpong, Ben Rivers und Tulapop Saenjareon

OmeU

Krabi 2562 + Room with a coconut’s view

KRABI 2562
Regie: Anocha Suwichakornpong/Ben Rivers, Thailand 2019, 94 Min.

Krabi 2562 erforscht die Landschaft und Geschichte des Tourismusziels Krabi im Süden Thailands. Die Filmemacher*innen fangen die Stadt in Momenten ein, in denen die prähistorische und die neuere Vergangenheit, verkörpert von verschiedenen Protagonist*innen, unbehaglich mit dem Jetzt aufeinandertreffen.

ROOM WITH A COCNUT'S VIEW
Regie: Tulapop Saenjareon, Thailand 2018, 28 Min. 

In Room with a coconut’s view führt Kanya ihren ausländischen Gast Alex durch eine täuschend hübsche Stadt am Strand. Alex ist unzufrieden mit den sterilen, touristischen Bildern und beschließt, alleine auf Entdeckung zu gehen. Langsam verflechten sich lokale Korruption und die Geschichte des thailändischen Kinos immer mehr und man beginnt sich zu fragen, inwiefern unser Verständnis der Welt durch Filme geprägt ist. Beide Filmewerfeneinen satirischen Blick auf den touristischen Süden Thailands, der weltweit als “exotisches Paradies” und für seinen Massentourismus bekannt ist, und brechen Stereotype durch eine Gegenüberstellung von lokalen und touristischen Perspektiven auf.

Im Anschluss an den Film: Discussion “On Thai Tourism” + Opening Party mit Thai food

Sarnt Utamachote ist 1992 in Bangkok geboren und lebt seit 2015 in Berlin. Als Filmemacher setzt er sich kritisch mit Stereotypen auseinander und sucht nach den menschlichen Aspekten hinter der Oberfläche. Er arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur und Editor verschiedener Kurzfilme und Musikvideos und ist in diversen Bereichen audiovisueller Medien, Ausstellung und Veranstaltungsmanagement tätig.

Rosalia Namsai Engchuan ist Anthropologin, Filmemacherin und Kuratorin mit Fokus auf Südostasien. Sie promoviert derzeit am Max Planck Institut für Sozialanthropologie mit einer Dissertation zum Thema Cinematic Practices as Collective Worldmaking. In ihren eigenen Videoarbeiten versteht sie das Filmen als Methode um unsichtbare Strukturen explizit zu machen und zu überwinden. Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt.

SİNEMA TRANSTOPIA

Regie Visra Vichit-Vadakan und Foundation for Women

OmeU

Karaoke Girl + Westwärts: Südostasiatinnen in der BRD

KARAOKE GIRL (สาวคาราโอเกะ) 
Regie: Visra Vichit-Vadakan, Thailand 2013, 77 Min.

Sa, ein junges Mädchen vom Land, kommt in die große Stadt, um ihre Familie zu unterstützen und endet in der Sexarbeit. Diese Geschichte wurde schon unzählige Male im Kino erzählt, aber vielleicht noch nie so leichtfüßig und elegant wie in diesem jungen thailändischen Film. Er erzählt weniger von Sex gegen Geld als von Träumen und Hoffnungen – seien es die eigenen, oder diejenigen, die andere in einen setzen. Fiktion und Dokumentarisches fließen ineinander und vermischen sich zum vielschichtigen Porträt eines Karaoke Girls.

WESTWÄRTS: SÜDOSTASIATINNEN IN DER BRD
Foundation for Women, Deutschland 1990, 50 Min.

Vier Frauen von der Südostasien-Informationsstelle in Bochum und der Foundation for Women (FFW) in Bangkok haben gemeinsam einen Film über das Leben von Asiatinnen in der Bundesrepublik gedreht. Anhand dreier Frauenbiographien - einer in Trennung lebenden Thai, einer Ex-Prostituierten, und einer illegal lebenden philippinischen Hausangestellten - werden die persönlich und gesellschaftlich bedingten Motive der Emigration, ihr Tagesablauf in der Bundesrepublik und ihre Probleme im Alltag und mit den Arbeitgeber*innen thematisiert.

Ban-Ying e.V. ist eines der ältesten Berliner Frauenprojekte und setzt sich für die Rechte von Migrantinnen ein, die Erfahrungen von Gewalt, Ausbeutung oder Menschenhandel gemacht haben.

Aktuell
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Von Sebastian Reier aka Booty Carrell, Pamela Owusu-Brenyah aka DJ Pam Bam, Florian Sievers, Oded Erez, Kornelia Binicewicz, Mountains of Tongues, Rahman Məmmədli, Ekaterina Borisova, Yuriy Gurzhy und Can Sungu

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OUTERNATIONALE: Stars from Outer Space

2020 widmet sich bi’bakaudio mit dem Projekt OUTERNATIONALE: Stars from Outer Space dem Konzept der sogenannten Outernational Music, einer Gegenposition zur Weltmusik bzw. World Music. Während Weltmusik dazu tendiert, Musik, die außerhalb der westlichen Welt produziert wird, zu exotisieren oder sie für den westlichen Geschmack zu zähmen, begreift Outernational Music die Unterscheidung zwischen westlicher Musik und Weltmusik selbst als eine Verlängerung des kolonialen Blicks. Im Gegensatz dazu wendet sich das Konzept Outernational Music den Klangproduktionen zu, die fernab des westlichen Musikmarktes in grenzüberschreitenden Geographien rezipiert und gefeiert wird. Outernational Music ist weder Mainstream noch Underground, sie ist vielsprachig und durch diverse Musiktraditionen und Kulturen beeinflusst. Die Reihe OUTERNATIONALE stellt im Gespräch mit Expert*innen ausgewählte Outernational Stars und deren künstlerisches Schaffen und Biographien vor. Jenseits kultureller oder sprachlicher Barrieren wagen wir eine musikologische Kollektivrecherche.

Ekaterina Borisova ist Musikjournalistin in Sankt Petersburg, Russland. Seit Mitte der 80er Jahre schreibt sie Artikel über Rockmusik für russische Zeitschriften und Zeitungen. Gleichzeitig ist sie ein großer Fan von und hat sich ein tiefes Wissen über die russische Underground-Rock-Szene angeeignet. Sie ist auch Autorin mehrerer Bücher - darunter zwei Bücher über Yanka Dyagileva, die 1998 - 2005 herausgegeben und wieder aufgelegt wurden.

Florian Sievers ist Journalist, Autor und Kurator, der alternative Geschichten aus afrikanischen Städten erzählt, in denen derzeit eine aufstrebende Mittelschicht – von Mode über Kunst bis hin zu vor allem Musik – hippe kulturelle Ausdrucksformen hervorbringt. Ursprünglich ausgebildeter Journalist für Politik und Wirtschaft, recherchiert Florian Sievers seine zukunftsweisenden Geschichten in Auseinandersetzung mit den lokalen urbanen Gemeinschaften. Ganz nebenbei ist Florian auch zum Hobbysammler alter Schallplatten aus Afrika geworden.

Kornelia Binicewicz ist eine polnische Schallplattensammlerin und Kuratorin sowie DJ und Gründerin von "Ladies on Records", einem facettenreichen Projekt, das sich auf das musikalische Erbe von Frauen auf der ganzen Welt konzentriert und weibliche Musik der letzten Jahrzehnte präsentiert. Ihre Leidenschaft für die Musik weiblicher Akteure brachte sie in die Türkei, wo sie begann, die unentdeckte Welt der türkischen Frauenmusikszene zu erkunden. Im Laufe von fünf Jahren, in denen sie Schallplatten ausgrub und vergessene oder nicht anerkannte Sängerinnen in der Türkei kennenlernte, gelang es ihr auch, in die Archive alter türkischer Labels einzutauchen. Sie kuratierte die Sammelwerke "Turkish Ladies. Female Singers from Turkey 1973 - 1988" (Epic Istanbul) und "Uzelli Psychedelic Anadolu" (Uzelli), die beide auf Vinyl erschienen. Kornelia arbeitet derzeit an einem besonderen Projekt, das Sängerinnen aus der Türkei aus einem der Archive der türkischen Labels gewidmet ist.

Mountains of Tongues (Ben Wheeler und Stefan Williamson-Fa) hat die letzten sieben Jahre damit verbracht, die Kaukasusregion zu bereisen, Aufnahmen zu machen und Beispiele weniger bekannter musikalischer Traditionen zu sammeln. Mit Hilfe von Ausschnitten aus ihren Feldaufnahmen, kombiniert mit Stücken aus einem persönlichen Archiv Langspielplatten, Tonbändern, CDs und VHS-Aufnahmen aus der ganzen Region, bieten ihre Live-Shows einen einzigartigen Einblick in die Klanglandschaften des Kaukasus. Ob Lo-Fi-Bootlegs aserbaidschanischer Gitarrist*innen, die Gesangsgymnastik der gurianischen Polyphonie, schmetternde jesidische Holzbläser bei einer Verlobungsparty, Auto-Tune dagestanischer Techno, kreisende tschetschenische Sufi-Rituale oder Vintage-Synthesizer von Yamaha, die Lieder in isolierten Sprachen begleiten - Mountains of Tongues präsentiert Musik an der Schnittstelle zwischen dem Modernen / Traditionellen, dem Partizipatorischen / Präsentativen und dem Heiligen / Säkularen.

Oded Erez (Fachbereich Musik, Bar-Ilan Universität) ist Dozent für populäre Musik und Filmmusik und arbeitet an der Schnittstelle von historischer Musikwissenschaft, Musikethnologie und Kulturwissenschaften. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Politik und Ästhetik, mit einem Schwerpunkt auf Musik in Israel und im Mittelmeerraum. Gegenwärtig arbeitet er an der Fertigstellung eines Buchmanuskripts über griechische Musik und ethnische Klassenpolitik in Israel.

Pamela Owusu-Brenyah ist Musikberaterin, Festivalorganisatorin und DJ, die sich für eine bessere Sichtbarkeit der zeitgenössischen afrikanischen Popkultur in Deutschland einsetzt. Mit ihrer Community-Plattform AFRO x POP bietet sie regelmäßig eine Musikfestbühne für aufstrebende Künstler der afrodeutschen Szene. Pamela, studierte Politikwissenschaftlerin, lebt in Berlin und hat familiäre Wurzeln in Ghana. Sie hat drei Jahre lang in Ghanas Hauptstadt Accra als DJ gearbeitet und pendelt seitdem zwischen den beiden musikalischen Welten hin und her.

Rəhman Məmmədli wurde 1961 im Bezirk Füzüli von Qarabağ geboren und wuchs umgeben von der Musik dieser Region auf. Durch seine Verbundenheit mit der traditionellen Mugham- und Aşık-Musik ist es ihm gelungen, diese Genres durch neue und eigenständige Spieltechniken auf die E-Gitarre zu übertragen. Seine Fähigkeit, die Stimmen der klassischen muğam xanənde Sänger nachzuahmen, führte dazu, dass er als der Mann mit "oxuyan barmaqlar" (singenden Fingern) bekannt wurde. Məmmədli inspiriert weiterhin neue Generationen von Gitarrist*innen, die in Aserbaidschan eine einzigartige Gitarrensubkultur und einen einzigartigen Gitarrenstil entwickeln.

Booty Carrell ist der DJ-Name des Vinyl-Liebhabers, Golden Pudel Resident- und outernationalen DJs Sebastian Reier. Carrell forscht in den Tiefen des Vinyl-Universums und taucht mit Vorliebe in die zweite Welle der musikalischen Globalisierung ein.

Yuriy Gurzhy wurde in der Ukraine geboren und lebt in Berlin. Er ist Musiker, Songwriter, DJ und Produzent und bekannt für seine Arbeit mit RotFront, Shtetl Superstars und The Disorientalists sowie für seine Partyreihen Russendisko, Born in UA und Disko Kosmopolit.

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Kuratiert von Galit Eilat und Erden Kosova

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ART IN DARK TIMES

Die Lähmung der Weltgesellschaften in der gegenwärtigen Pandemie hat die Definition des Begriffs der "Krise" unumkehrbar verändert und das Gefühl tiefgehender tektonischer Veränderungen in Bezug auf die innere Strukturierung unserer heutigen Gesellschaften und die Zerstörung der Natur im Kapitalismus verstärkt. 
Doch der Appell an den Begriff des "Krisen"-Jahrzehnts ist bereits mit den nachfolgenden Erschütterungen der politischen Sphäre ausgereizt worden: die Turbulenzen der staatlichen Souveränität, die Auflösung grundlegender Prämissen der Säkularisierung durch die Hände neuer und traditioneller ideologischer Bewegungen, das Aufkommen des Geschichtsrevisionismus, der vergangene Verbrechen auslöscht, um neue zu ermöglichen, der zunehmende Anklang von Frauenfeindlichkeit, Mehrheitspolitik und Autoritarismus, die katastrophalen Folgen des Hyperkonsums und andererseits das verschwiegene Wiederaufleben der menschlichen Sklaverei.
Die Vortragsreihe ART IN DARK TIMES versucht, die Wege nachzuzeichnen, auf denen künstlerische und kulturelle Praktiken (kuratorische Projekte, wissenschaftliche Texte, Kampagnen von Aktivisten, Video und Film) diesen gegensätzlichen Verwicklungen begegnen. Bezug nehmend auf die spezifischen Konflikte ihrer eigenen belasteten Geographien werden die geladenen Gäste den verflochtenen und globalen Charakter dieser sich verändernden Voraussetzungen untersuchen. Das Programm der Reihe wurde im vergangenen Herbst konzipiert und unlängst an die aktuellen Verwicklungen der Pandemie angepasst.

Gefördert durch den Bezirkskulturfonds des Bezirksamt Mitte in Berlin

Erden Kosova ist Kunstkritiker in Berlin und Istanbul. 2017 kuratierte er die Ausstellung „Syndromes of the Present”, die in Thessaloniki, Izmir, Amsterdam und Berlin gezeigt wurde. 2019 war er Mitorganisator der Young Curators Academy, die im Rahmen des 4. Berliner Herbstsalons im Maxim Gorki Theater stattfand. Er war 2019 ebenfalls an der Ausstellung des Sis Collective „In the Blink of A Bird” in der nGbK beteiligt. Kosova ist Redakteur des Istanbuler Online-Magazins red-thread.org.

Galit Eilat ist freie Kuratorin und Schriftstellerin mit Sitz in Amsterdam. Sie entwickelte ihre Praxis durch eine Vielzahl von Plattformen und Rollen als Institutsleiterin und Herausgeberin von Büchern und einer Zeitschrift. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte befassen sich mit dem Syndrom der Gegenwart und der Kunst unter Autoritarismus. Eilat ist Empfängerin des Keith Haring Fellowship in Art and Activism, Bard College, 2017-18 und seit 2018 Direktorin der Meduza Foundation.

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Demnächst
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Ein Reise-Kochbuch über den Spaziergang des Tigers

Workshopleitung Tuna Arkun und Heather Purcell

Der Tiger kommt zu Tisch

Jetzt geht es um die Wurst! So dachte der Tiger, als er zum ersten Mal in seinem Leben das Fleisch in so kleinen glänzenden Päckchen verpackt sah. Geruchsdicht und steril. Er hätte nicht sagen können, ob es sich um Schweinenacken, Rehbrust oder eine saftige Antilope handelt, wenn die Verkäuferin ihm die dazugehörigen Tiersymbole nicht gezeigt hätte. Wie viele Tiere in diesem Kühlschrank Platz gefunden hatten und woher sie gekommen waren, konnte die Dame aber nicht sagen. Dem Mann, der gerade an der Fleischtheke das Mittagsangebot verspeiste, war es auch Wurst, wie das Eisbein auf seinen Teller gekommen ist. Da der Tiger die Tiere mit vier Beinen, zwei Ohren und einem Schwanz kannte und er ein leidenschaftlicher Fleischfresser war, war die Wurst ihm nicht Wurst. Er machte sich auf den Weg, um die Tiere zu finden die später die Schnitzel werden. 

Fleisch und andere tierische Produkte sind jeden Tag in allen unseren Mahlzeiten dabei, aber einen Sonntagsbesuch im Schlachtbetrieb würde sich nicht jeder zumuten. Tiere finden wir süß, aber der Gestank im Stahl ist uns eher unangenehm.  Dass das Schnitzel mal ein Tier war ist heute nicht mehr allen klar. Noch tragischer ist, dass das Fleisch so billig zu erwerben ist, dass wir es ohne Bedenken wegschmeißen, wenn wir es nicht essen.

Uns ist Fleisch wertvoll, weil es das Leben eines Tieres bedeutet. Wir wollen mit  Kindern zusammen, mehr über die Vorgeschichte unseres Essens erfahren und uns anschauen, wo die Tiere leben, denen wir unser Essen verdanken. Mit unseren selbst gebundenen Skizzenbüchern besuchen wir verschiedene Bauernhöfe rund um Berlin, informieren uns darüber wie Milch und Fleisch produziert werden, zeichnen, fragen, kosten und kochen, zurück im Projektraum leckere Rezepte. Als Endprodukt wollen wir ein Buch gestalten, in dem wir unsere Bild- und Textrecherche zusammenfassen. Das Buch wird den Charakter eines Tagebuchs haben, in dem die Reise des Tigers ins Umland von Berlin zu den Orten an denen Tiere leben, dokumentiert wird und das durch unsere leckeren Rezepte ergänzt wird.

In Kooperation mit der MIK - Jugendkunstschule Mitte und der Humboldthain Grundschule

Gefördert durch das Projekt Jugend ins Zentrum! der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren im Rahmen des Programms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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Experimentelle Filmwerkstatt

Workshopleitung Svenja Schulte und Dennis Vetter

Experiment Film

Wir laden zu einer experimentellen Filmwerkstatt ein, in der wir das Kino durch die spielerische Auseinandersetzung mit echtem 35mm Filmmaterial verstehen lernen: Wie erzeugt sich eigentlich das Bild, das wir sehen? Welchen Einfluss hat Licht?  

In einem 4-tägigen Workshop tauchen wir in die Welt des analogen Films ein. Spielerisch und experimentell setzen sich die Kinder mit dem Filmmaterial auseinander und erfahren so, wie Film durch Licht, Schnitt und Ton entsteht. Analoge Filmtrailer werden zerschnitten und neu zusammengeklebt oder mit Farbe bemalt. Die Ergebnisse werden zwischendurch mit einem Projektor gesichtet, um nachzuvollziehen, was wir entstehen lassen können; mit Hilfe von Film und Licht.  Wir fühlen die Bilder und überlegen im zweiten Schritt gemeinsam welche Töne sie begleiten könnten, welche Musik wir ihnen live hinzufügen wollen.

Die Ergebnisse werden nach dem Workshop in einer Filmvorführung im bi’bak präsentiert, zu der die Kinder, Freunde, Familie und Nachbarn eingeladen werden. Zudem bekommt jedes Kind eine DVD mit den digitalen Filmversionen.

Ein Projekt von bi’bakwerk in Kooperation mit dem Hort der Erika Mann Grundschule

Gefördert durch der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und das Bezirksamt Mitte von Berlin

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SİNEMA TRANSTOPIA

Film Workshop mit Pimpaka Towira und un.thai.tled collective in Kooperation mit bi’bak

Workshopleitung Pimpaka Towira

AB-UND-ZU-GEHÖRIGKEITSANGELEGENHEITEN

Zum OPEN CALL

Filmische Praxis kann eine Möglichkeit bieten, Hoffnungen und Ängste zu thematisieren, die nicht einfach in Worte zu fassen sind. Der Workshop vermittelt jugendlichen People of Color in den Bereichen Stoffentwicklung, öffentliches Pitching, Produktionsvorbereitung, Produktion und Postproduktion das notwendige technische und methodische Grundwissen für eine kritische  filmische Auseinandersetzung mit den eigenen Geschichten und Erfahrungen. Die Produktion der vier Kurzfilme, die während des Workshops entstehen, wird intensiv betreut und zusammen mit den MentorInnen entwickelt, um potentiell auf Filmfestivals zu zirkulieren. Ziel des Workshop ist es, die Sichtbarkeit von PoC-Filmemacher*innen zu erhöhen und zukünftigen Generationen den Einstieg in das Filmemachen zu ermöglichen. Die vier Kurzfilme werden beim un.thai.tled Film Festival 2021 in Berlin gezeigt.

Der Workshop wird von Pimpaka Towira geleitet. Pimpaka war eine der ersten thailändischen Filmemacher*innen, deren Filme international erfolgreich waren. Sie fungierte als Jury bei internationalen Filmfestivals und wurde 2009 mit dem Silpathorn Award des thailändischen Kulturministeriums ausgezeichnet. Ihr Film The Island Funeral (2015) wurde mit dem Best Asian Future Award des Tokyo International Film Festival ausgezeichnet. Seit 2019 ist Pimpaka Mentorin der vom thailändischen Kulturministerium unterstützten Initiative Deep South Young Filmmakers, über die jugendliche Filmemacher*innen aus der Konfliktregion im Süden Thailands ihre Debutfilme produzieren können.

 

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Kuratiert von Sarnt Utamachote und Rosalia Namsai Engchuan

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un.thai.tled FILM FESTIVAL BERLIN 2020

„Thailändische" Identität ist zu einer Art Hyperrealität geworden. Bilder über Thailand werden seit Jahrzehnten verbreitet und sind längst verinnerlicht worden – auch von Thailänder*innen. Doch wenn Bilder von promiskuitiven Frauen und entsexualisierten Männern normalisiert werden, werden thailändische Menschen hinter diesen Stereotypen unsichtbar. Das un.thai.tled Film Festival hat zum Ziel, über diese eindimensionalen und oberflächlichen Repräsentationen hinauszublicken. Wie sieht eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Klischees aus? Welche Gegenbilder finden sich in Filmen von thailändischen Filmemacher*innen? Das Filmprogramm, in dokumentarischen, poetischen und fiktionalen Formaten, ermöglicht diverse Einblicke, die über stereotype Darstellungen hinausgehen. Sie befassen sich eingehend mit sozialen Erfahrungen und vermitteln auf unterschiedliche Weise gelebte soziale Realitäten in Thailand und in der Diaspora. 

un.thai.tled vereint Künstler*innen und Kreative aus Thailand bzw. mit thailändischem Hintergrund in Deutschland, die sich gegen Unsichtbarmachung, Fremdzuschreibung und Ignoranz in den öffentlichen Diskursen des Westens einsetzen. Das Kollektiv kuratiert Kino- und Kulturveranstaltungen, in denen die Thailand-bezogenen Stereotype kritisch betrachtet und politisches Engagement unterstützt wird.

Rosalia Namsai Engchuan ist Anthropologin, Filmemacherin und Kuratorin mit Fokus auf Südostasien. Sie promoviert derzeit am Max Planck Institut für Sozialanthropologie mit einer Dissertation zum Thema Cinematic Practices as Collective Worldmaking. In ihren eigenen Videoarbeiten versteht sie das Filmen als Methode um unsichtbare Strukturen explizit zu machen und zu überwinden. Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt.

Sarnt Utamachote ist 1992 in Bangkok geboren und lebt seit 2015 in Berlin. Als Filmemacher setzt er sich kritisch mit Stereotypen auseinander und sucht nach den menschlichen Aspekten hinter der Oberfläche. Er arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur und Editor verschiedener Kurzfilme und Musikvideos und ist in diversen Bereichen audiovisueller Medien, Ausstellung und Veranstaltungsmanagement tätig.

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Kuratiert von Kaspar Aebi

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Mit dem Haushalt rechnen!

Spätestens ab 1900 war Berlin der größte Industriestandort Deutschlands. Hinter der sichtbaren Arbeit in den Fabriken lag die unsichtbare Arbeit zuhause. Kochen, pflegen, putzen, erziehen, Sex - oder wie Silvia Federici und Nicole Cox 1975 zugespitzt schreiben: „Hausarbeit ist weitaus mehr als Hausreinigung. Sie besteht in der physischen, emotionalen und sexuellen Wartung der Lohnverdiener: darin, diese Lohnverdiener Tag für Tag auf die Arbeit vorzubereiten. Mit dem Haushalt rechnen! wirft einen Blick in die Wohnungen, Schlafzimmer und Küchen im industriell geprägten Nordwesten Berlins. Die Filme zeigen Care Work und Reproduktionsarbeit zwischen ökonomischem Zwang und Verweigerung, familiärer Gemeinschaft und Kontaktabbruch, Kindern und Kinderlosigkeit, Ehe, Scheidung und sozialem Rückzug, verwickelt in Abhängigkeiten, Widerstand und soziale Erwartungen. Der Fokus liegt auf den Umbruchsjahren der frühen sechziger bis in die achtziger Jahre. Nachdem die Industrie das Alltagsleben im Westberliner Norden fast ein Jahrhundert lang bestimmt hat, schlossen nach dem Bau der Mauer innerhalb von nur zwanzig Jahren die größten Arbeitgeber ihre Werke. Was passiert mit der „Wartung der Lohnverdiener” in einer Zeit großer Unsicherheit, zwischen Massenentlassung und Mauerbau, vor dem Hintergrund des aufkommenden Second Wave Feminismus?

Kaspar Aebi ist Film- und Medienwissenschaftler, freier Kurator und Autor. Seine Schwerpunkte sind Popkultur, Architektur, Dokumentar- und Experimentalfilm.

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Karawane, Kargo, Autokorso

Dinge, Menschen und Bilder in Bewegung

Von Anna Faroqui und Haim Peretz

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Karawane, Kargo, Autokorso

Mehr als je zuvor in der Geschichte ist unsere Welt durch Mobilität bestimmt: Ob beruflich bedingt, touristisch oder gezwungen durch Kriege und Konflikte, sind Menschen weltweit in Bewegung. Wer jedoch reisen darf und wer nicht, ist dabei ungleich reglementiert. Je nachdem ob „Expat”, „Tourist*in” oder „Migrant*in” wird durch Begrifflichkeiten differenziert, wer ein Recht auf Mobilität hat und wer nicht. Auch innerhalb der Stadt wird bei genauerem Hinsehen deutlich: Mobilität ist keine Selbstverständlichkeit, sondern abhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus und körperlichen Voraussetzungen. Ganz andere Regeln als für menschliche Reisende gelten in der Welt der Dinge und Waren, die sich häufig unbeschwert in globalen Handelsnetzen von einem Ort zum anderen bewegen dürfen. Im Gegensatz zu den mühsamen und riskanten Anfängen des Welthandels in Karawanen sind heute Millionen von Waren und Gütern auf dem ganzen Globus in Bewegung.

In zwei Workshops beschäftigen wir uns mit verschiedenen Formen des Unterwegsseins von Menschen und Dingen. Ausgehend von diversen Routen, Transportmitteln und Reiseanlässen untersuchen wir Formen jeglicher Mobilität, die sowohl Menschen als auch Waren und Güter von einem Ort zu dem anderen führen. 

Basierend auf den Überlegungen und eigenen Erfahrungen der Teilnehmer*innen entwickeln die Jugendlichen Szenen, die sie dann in Animationen verarbeiteten. Denn wie ließe sich besser über Mobilität erzählen als mit „bewegten” Bildern? Dafür lassen wir uns von den Ursprüngen des Films inspirieren, bei denen der Prozess der Bewegung im Gegensatz zu digitalen Technologien noch sichtbar wird: Dem Zoetrop, dem Thaumatrop, der Laterna Magica und dem Daumenkino. Die Jugendlichen experimentieren mit diesen alten Bewegtbild-Apparaten und präsentieren ihre Animationen am Ende in einer öffentlichen Ausstellung. 

Ein Projekt von bi’bakwerk in Kooperation mit der MiK Jugendkunstschule Berlin Mitte und der Theodor-Heuss-Schule
Gefördert durch der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

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Kuratiert von Özge Calafato

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A DREAM FOR EACH

Während die Corona-Pandemie einen privilegierten Teil der Weltbevölkerung in Quarantäne hielt, konnten es sich viele aufgrund von prekären Lebensbedingungen nicht leisten, zu Hause zu bleiben. Doch die globalen ökonomischen Ungleichheiten, die durch diese Polarisierung sichtbarer wurden, verweisen auf eine längere, in neoliberale Machtverhältnisse verstrickte Geschichte von Herrschaft, Gefangenschaft und ungleicher Verteilung von Arbeit und Reichtum. Mit Filmen, die Raum für Nuancen lassen, beschäftigt sich A Dream for Each mit den bis heute nachwirkenden kolonialen Überresten im globalisierten Handel, in Technologie und Tourismus.

Özge Calafato ist Kuratorin, Lektorin und Schriftstellerin. Sie arbeitete für zahlreiche Filmfestivals und Institutionen, unter anderem Cinema Akil, Abu Dhabi Film Festival (ADFF), SANAD Development and Post-Production Fund, Documentarist, DOK Leipzig, DokuFest, The Arab Fund for Arts und Imagine Science Film Festival. Sie ist Mitbegründerin der Nationalen Filmbibliothek der Vereinigten Arabischen Emirate.

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