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bi’baxchange strebt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Akteur*innen und Initiativen aus unterschiedlichen Disziplinen der Kunst und Wissenschaft an. Ausgehend von interdisziplinären und transnationalen Kooperationsprojekten sucht bi’baxchange den Austausch von Ideen, Perspektiven und Know-How. In Lecture-Performances, Pop-Up-Ausstellungen, Lesungen und Präsentationen fokussiert sich das Programm auf die dezentrale, rhizomhafte Verbindung von Kunst, Design, Wissenschaft, Partizipation, Stadtraum und lokalem Engagement.

 

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Common Visions Berlin

Common Visions Berlin ist ein Freiraum, der unseren Freund*innen und Genossen*innen gewidmet ist. In unregelmäßig stattfindenden Veranstaltungen wie Filmvorführungen, Diskussionen und Vorträgen wird das SİNEMA TRANSTOPIA von befreundeten Organisationen und Initiativen bespielt, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit der transnationalen Stadtgesellschaft in Berlin leisten. Denn wir sind überzeugt, nur in Allianzen und Kollaborationen kommen wir voran. Denn, wie ein türkisches Sprichwort sagt: „Was kann eine Hand überhaupt ausrichten? Nur zwei Hände erzeugen einen Klang.“ Es ist dieses Zusammenspiel, dem wir uns mit Common Visions Berlin widmen wollen – für einen Raum des Austauschs und der Solidarität, der zusammenführt, inspiriert und ermutigt.

Gefördert durch den Berliner Projektfonds Urbane Praxis im Rahmen des Projektes SİNEMA HERE N’ THERE

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Veranstaltungen

Im Anschluss Performance mit Pisitakun

Pisitakun

Da sich die thailändische Geschichte nach dem Militärputsch vom 22. Mai 2014 - dem dreizehnten seit dem Ende der absoluten Monarchie im Jahr 1932 - derzeit unter Kriegsrecht entfaltet, stellt Pisitakuns Praxis einen entscheidenden Bruch mit vielen seiner thailändischen Kollegen dar: Er stellt grundlegende und zunehmend universelle Werte in Frage, ohne lediglich die Tatsache der Korruption anzuprangern oder nette Beschwichtigungen anzubieten. Pisitakuns Arbeiten beruhen auf politischen Spekulationen und den äußeren und inneren Frustrationen, denen Künstler ausgesetzt sind.

Pisitakun kommt aus Bangkok, Thailand. Er begann 2014, bildende Kunst und Musik zu schaffen und interessiert sich für Musik in verschiedenen Medienumfeldern. In seinen Liedern verwendet er eine Vielzahl von Inspirationen, wie historische Ereignisse, synthetische Klänge und verschiedene Musikinstrumente. Im Jahr 2016 schuf der das Album "Black Country". In diesem Album erzählt Pisitakun von einem Land voller Dialoge zwischen dunklen Stimmen. Derzeit befindet er sich als Artist-in-Residency in Portugal.

OmeU

Major Feelings - Vier Kurzfilme aus der Asiatisch-Deutschen Diaspora

Im Rahmen des Kurzfilm-Workshops „Minor Feelings“ haben zehn Teilnehmende aus der Asiatisch-Deutschen Community vier Kurzfilme erstellt. Der Workshop wurde geleitet von Monica Tedja (Soy Division Berlin) und Dieu Hao Do (BAFNET).

Als eine filmische Übung zur Wahrnehmung und Repräsentation der eigenen Subjektivität konnten die Teilnehmenden in der Workshopwoche ihre Identitäten erforschen, um ihre Geschichten mit einfachen filmischen Mitteln sichtbar zu machen.

Der Workshop hatte das Ziel, sowohl technisches als auch methodisches Wissen zur Erstellung eines Kurzfilms zu vermitteln und gleichzeitig die praktische Umsetzung einer eigenen Kurzfilmidee zu ermöglichen. Dabei waren der Austausch und die Vernetzung der Teilnehmenden mit der Workshop-Leitung sowie untereinander ein wesentlicher Bestandteil des Programms.

COMMUNITY EVENT: Das Screening ist ein Community-Event für Personen, die sich selbst als BPoC bzw. Personen mit Rassismus-/Antisemitismuserfahrung identifizieren sowie deren Freund:innen.

Common Ground Presents: Queer & Migrant Narratives - Screenings and Performances

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Geschlecht und Sexualität können auf verschiedene Weise mit Erfahrungen von Flucht und Migration zusammenwirken. Für Menschen, die vor Gewalt, Armut und Ausgrenzung fliehen, sowie für Migrant*innen, die für Arbeit oder ein neues Leben kommen, bedeutet die Suche nach besseren Bedingungen oft auch eine Konfrontation mit Problemen, die zwischen unterschiedlichen Generationen auftauchen. In der Folge sind queere und gender-nonconforming Personen diversen Formen von Mehrfachdiskriminierung und Missbrauch ausgesetzt. Diese Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf die migrierte Person, sondern entstehen und verkomplizieren sich generationenübergreifend. Common Ground Presents: Queer & Migrant Narratives präsentiert zwei Kurzfilme, die diesen Weg in eine neue Umgebung zeigen.

Im Anschluss an das Filmprogramm gibt es eine einstündige Drag-Performance des QueerBerg Kollektiv. 

Das Programm ist Teil von "Common Ground Presents", kuratiert von Lisa Hoffmann und Adela Lovric, Mitglieder der Initiative Common Ground an der Universität der Künste Berlin. 

 

Hazte Sentir 
Dieter Deswarte / Casa Miga, Brasilien, 2019, 26 min.

Casa Miga – Brasiliens erste Unterkunft für LGBTQI+-Geflüchtete – eröffnete 2018 in Manaus, der größten Stadt des Bundesstaates Amazonas. Hazte Sentir erzählt die Geschichte von drei venezolanischen Bewohner*innen, die versuchen, ein neues Leben in der Metropole aufzubauen. Der in Zusammenarbeit mit den Bewohner*innen von Casa Miga entstandene Dokumentarfilm ist das Ergebnis eines kollaborativen Produktionsprozesses, der eine ethischere Repräsentation anstrebt und sein therapeutisches Potenzial zur Unterstützung von Gemeinschaften anerkennt, die mit sozialer Stigmatisierung konfrontiert sind.

Jackfruit
Thùy Trang Nguyễn, Deutschland, 2021, 34 min.

Im Anschluss Gespräch mit Thùy Trang Nguyễn

Voller Zärtlichkeit erzählt Jackfruit die Geschichte von Mít, einer gender-fluiden Person, die zwischen zwei Welten steht – der vietnamesischen Diaspora und dem queeren Berlin. Mít versucht, die beiden scheinbar unvereinbaren Identitäten miteinander in Einklang zu bringen und begibt sich auch die Suche nach Verbindungen zwischen ihnen. Mit ihrer* traditionalistischen Mutter auf der einen, und ihrer* Liebhaber*in auf der anderen Seite, entdeckt Mít, dass Queerness immer schon Teil ihrer* Geschichte war und findet die Kraft, ihre* eigene Zukunft zu gestalten.

 

QueerBerg ist ein BIPOC-Kollektiv für queere und trans* Tänzer*innen, Performer*innen, Sänger*innen und Musiker*innen, die gemeinsam ihre Position als von Rassismus und Gewalt gegen queere und trans*-Menschen betroffene Künstler*innen reflektieren. Seit Prens Emrah das Kollektiv Ende 2018 gegründet hat, bietet QueerBerg ein Unterstützungssystem für geflüchtete Künstler*innen, sowohl auf der Bühne als auch bei alltäglichen Herausforderungen. Mittlerweile besteht die Gruppe aus 15-20 Personen im Alter zwischen 19 und 32 Jahren u.a. aus Syrien, Palästina, Malaysia, Kurdistan, der Türkei und Rumänien. 

Thùy Trang Nguyễn (*1993, Berlin) ist eine viet-deutsche Filmemacher*in. Nguyễn studierte 2017 Regie und Drehbbuch. Das Ziel der künstlerischen Arbeit ist die Herausforderung normativer Sehgewohnheiten, Empowerment und die Bewahrung kulturellen Erbes.

Lisa Hoffmann bewegt sich zwischen Kunst, Film und Recherche. Sie beschäftigt sich mit Zwischenzuständen, Alltagsfiktionen und fragmentierten Realitäten, mit Fokus auf ökologische Krisenzustände und Dekonstruktionen dominanter Narrative. 

Adela Lovric ist Autorin und Kuratorin. Dabei konzentriert sie sich auf nicht-imperiale Visionen und Gegennarrative in Film und Kunst. Als Teil von Arbeitsgruppen und Organisationen entwickelt sie Publikationen, organisiert Veranstaltungen und experimentiert mit politisierten kuratorischen Strategien. 

Common Ground ist eine studentische Initiative an der Universität der Künste Berlin. Zentrale Aktivitäten sind die Unterstützung benachteiligter internationaler Studierender bei der Bewerbung, die Organisation sozialer Kunstveranstaltungen und die Etablierung postmigrantischer Diskurse im Kurrikulum der Universität.

Regie Isis Rampf Deutschland 2020

53 Min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Isis Rampf

Allesandersplatz

In Anwesenheit der Filmemacher:innen und mitwirkenden Pionier:innen

Urbanisierung, Beton, Stein, verschwindendes Grün. Am zentralsten Punkt Berlins – am Alexanderplatz – steht das Haus der Statistik, das in den letzten 12 Jahren langsam zur Ruine verkümmerte. In einer Protestaktion besetzen Künstler*innen das Haus. Langsam erwacht das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf. Stadtverwaltung, Planer*innen, Kreative und Zivilgesellschaft tun sich zusammen, um Raum für Kunst, Kultur und Soziales zu schaffen. Gelingt es diesem Ort und den Menschen, die ihn bespielen, ein neues Konzept von Stadt zu gestalten – ein Ort, an dem alles anders ist?

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Isis Rampf, geboren 1994 in Ulm, studierte Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft an den Universitäten Konstanz, Cork und Potsdam. Neben dem Studium Arbeit in diversen Filmproduktionsfirmen und als Assistentin des Regisseurs Markus Imhoof. Parallel dazu erste eigene Filmarbeiten. Seit 2021 Filmstudium an der internationalen filmschule köln.

OmeU

Under the Volcano – Bildfolgen und Gegenmontagen

Kurzfilmprogramm ca. 75 Min., Mexiko, OmeU
Kuratiert von Javier Toscano

 Ich habe kein Haus, nur einen Schatten. Aber wann immer du einen Schatten brauchst, ist mein Schatten deiner.
Under the Volcano, Malcolm Lowry

 Diese Auswahl von Kurzfilmen und Videoarbeiten aus Mexiko ist das Ergebnis einer kollektiven Reflexion über Ideen der Aneignung, der politischen Identitätsbildung und des erweiterten gemeinsamen Raums im Feld des Digitalen. Der Grundgedanke, der der Produktion dieser Werke zugrunde liegt, ist die Möglichkeit, Interpretationen und Wünsche über verschiedene Zeiten und Kontexte hinweg miteinander zu verknüpfen und so neue Lesarten einer gemeinsamen Realität zu schaffen. Während des Produktionsprozesses, der auf einen gemeinsamen theoretischen Input mit politischen Implikationen folgte, wurden die Autor*innen der Arbeiten mit der Struktur ihres eigenen kulturellen Engagements konfrontiert. Ihren subjektiven Handlungsraum auslotend, schlagen sie visuelle Kompositionen und unkonventionelle Dramaturgien vor, um auf ihre kulturelle Umgebung zu reagieren – eine Umgebung, die oft von Gewalt geprägt, aber auch von inspirierenden Motiven durchzogen ist.

Chiquitirockers
Omar Casillas, 2010, 21 Min.

Nothingness Hurts
Mariana Trejo, 2021, 8 Min.

Land
Jorge Pérez, 2021, 5 Min.

Memory Game
Andrea J. Linares, 2021, 4 Min.

Identity and self-representation. ID-objects
Javier Toscano, 2012, 7 Min.

Stream
Andrés Negrete, 2015, 3 Min.

Flight and Fall
Emil García, 2012, 4 Min.

Television Hero
Erika Loana, 2012, 2 Min.

Ana
Johnny Trujillo, 2011, 10 Min.

Narco-Nation
Rodrigo Ramos, 2015, 10 Min.

Javier Toscano (geboren in Mexiko-Stadt, lebt und arbeitet in Berlin) ist ein bildender Künstler, Dokumentarfilmer und interdisziplinärer Forscher in den Bereichen neue Medien und politischer Aktivismus. Seine Arbeit umfasst die kontinuierliche Suche nach einer Zusammenarbeit mit Minderheiten, Gemeinschaften und Gruppen mit Behinderungen, um alternative Narrative der Selbstbestätigung und der Erforschung von Lebenswelten zu schaffen. 

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OmeU

EINE LANGE FAHRT NACH MOSKAU UND EINE KURZE NACH BRASILIA

Vortrag und Filmprogramm von Erik Göngrich und Florian Wüst 

Anlässlich des Super 8-Workshops Kino, Kaffee, Kompostol von Dagie Brundert bietet dieses von Erik Göngrich und Florian Wüst gestaltete Programm einen historischen Einblick in die Vorbilder, Verbindungen und Fehlinterpretationen der zwei Bauabschnitte der Karl-Marx-Allee. Wie kam es vom stalinistischen Zuckerbäckerstil – „dem Inhalt nach demokratisch und der Form nach national“ – zu einem modernen funktionalen Systembau mit industriellen Betonplatten? Wie wird heute damit umgegangen? Der zweite Teil des Abends nimmt die städtebauliche Situation rund um das Haus der Statistik als einen Ausgangspunkt, um die künstlerischen Möglichkeiten der Abbildung der modernen Stadt anhand ausgesuchter Beispiele des Dokumentar- und Experimentalfilms aufzuzeigen. Mit Filmausschnitten u.a. von Cynthia Beatt, Matthias Müller und Herbert Vesely. 

Gefördert durch den Berliner Projektfonds Urbane Praxis im Rahmen des Projektes SİNEMA HERE N’ THERE 

Erik Göngrich ist forschender Künstler, politischer Architekt, produzierender Kurator, diskursiver Zeichner, gemeinwohlorientierter Koch und performativer Verleger. Mit der von ihm initiierten MITKUNSTZENTRALE und deren SATELLIT betreibt er seit 2019 eine Werkstatt/einen Ausstellungsraum, der Materialkreisläufe und Kunst in Zeiten des Klimanotstandes thematisiert.

Florian Wüst lebt als Filmkurator, Künstler und Verleger in Berlin. Seine Arbeit beschäftigt sich mit der europäischen Nachkriegsgeschichte und den gesellschaftlichen wie ökologischen Veränderungen im Prozess der Modernisierung der Lebenswelt. Wüst ist Mitgründer der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt.

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OmeU

Common Ground Presents: Portents of Climate Displacement

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Filmvorfühung, im Anschluss eine Performance von Luïza Luz

Künstler*innen und Filmemacher*innen finden neue Wege, von Vertreibung im Kontext der anhaltenden Klimakatastrophe zu erzählen. Die drei hier vorgestellten Kurzfilme verbinden spekulativ und metaphorisch das koloniale Erbe mit dem ökologischen Kollaps und zeigen, wie dadurch extreme, nicht vollständig vorhersehbare Migrationsbewegungen ausgelöst werden. Die künstlerischen Ansätze spiegeln die Realität des Klimas wider: Gleichzeitig schwer zu fassen und dennoch sehr offensichtlich. Sie konfrontieren uns damit, wie der Klimawandel das Leben auf der Erde - von den elementaren Dingen bis zu den Menschen - weiter beeinträchtigen wird und sich unweigerlich mit rassistischen und anderen Formen systemischer Ungerechtigkeit überschneidet. 

Reclamation 
Thirza Cuthand, Kanada 2018, 13 Min.

4 Waters: Deep Implicancy 
Denise Ferreira da Silva/Arjuna Neuman, USA/UK 2019, 31 Min.

Flores 
Jorge Jácome, Portugal 2017, 23 Min.

Reclamation 
Thirza Cuthand, Kanada 2018, 13 Min.

Im Anschluss an das Filmprogramm präsentiert Luïza Luz ihre Live-Performance "A Grounding Piece of Land".

A Grounding Piece of Land – Luïza Luz
In dieser Live-Performance präsentiert Luïza Luz autobiografische Soundscapes, Audio-Sampling-Collagen und Texte, die sie als eine Form der Selbst-Erinnerung komponiert hat: an den Planeten Erde als einen sich ständig verändernden lebenden Organismus. Eine Erinnerung, die durch die kollektive Erfahrung verkörpert werden soll. In Zeiten des klimatischen und humanitären Zusammenbruchs könnte sich diese Erfahrung als ein erdendes Stück Land inmitten der Verzweiflung erweisen.

Das Programm ist Teil von Common Ground Presents, kuratiert von Lisa Hoffmann und Adela Lovric, Mitglieder der Initiative Common Ground an der Universität der Künste Berlin.

Luïza Luz ist eine bra𝓼ilianische transdisziplinäre Künstlerin, die sich mit der Binarität von Natur-Kultur in Sprache, Identität und Institutionen auseinandersetzt. Ihre Poetik entwickelt sich aus geschriebenen und gesprochenen Worten, aus denen Bildern, Vorträge, Sound-Performances, Installationen und kollaborative Orte des (Un-)Learnings entstehen.

OmeU

“The gatekeepers exist to be overthrown.”
  Amos Vogel – Reprisen und Repliken: Emigration

Anschließend Gespräch mit Boris Lehman und Christoph Huber, moderiert von Tobias Hering.

Symphonie 
Boris Lehman, Belgien 1979, 34 Min., OmeU

Bruxelles – Transit 
Samy Szlingerbaum, Belgien 1980, 80 Min., OmeU

Nachdem Amos Vogel 1981 das Forum der Berlinale besucht hatte, veröffentlichte er darüber einen Artikel in Film Comment. Er begann mit einer Beschreibung des emotionalen Publikumsgesprächs nach Bruxelles - Transit, „Samy Szlingerbaum’s film of his family in the Nazi period spoken entirely in Yiddish. Present-day, nightlit, and empty Brussels streets, stylized tableaux of lyrical power, and his mother’s unrehearsed, taped recollections served as poetic representations of a past no longer available.“ Boris Lehman, der in Bruxelles - Transit Szlingerbaums Vater verkörpert, hatte kurz zuvor mit Symphonie einen in Vielem komplementären Film gedreht: „Der Held des Films heißt Jacob Rabinovitch. Er ist Jude. In Wirklichkeit ist er Romain Schneid, und zwar so, wie sich dieser seinen Zustand im Jahre 1942 vorstellt. Damals war Belgien von den Deutschen besetzt und Romain, ein Kind von zwölf Jahren, musste versteckt bei einer Dame leben, Madame Stine, in Etterbeck, einem Vorort von Brüssel, wo sich die Résistance formierte.“ (Lehman) Vogel sah die beiden Filme im Forum als Doppelprogramm. Das Trauma des plötzlich zum Paria Erklärten ebenso wie die Haltlosigkeit einer Familie im Exil müssen ihn unweigerlich an seine eigene Biografie erinnert haben. Als 17-Jähriger vor den Nationalsozialisten aus Wien geflohen, kam Vogel mit seiner Familie 1938 in die USA. Die Emigration, seine jüdischen Wurzeln, die Auslöschung von Verwandten und Jugendfreunden in den Konzentrationslagern haben eine innere Textur hinterlassen, die Vogel nie leugnete, aber auch nur in seltenen Momenten offen legte. Oft waren diese Momente Begegnungen mit Nachkriegsdeutschland, dessen vermeintliche Rekonvaleszenz er mit Interesse, aber auch großer Skepsis verfolgte. Dieser Abend gilt dem Versuch, sich im Spiegel zweier Filme und mittels Zitaten und Texten Amos Vogels Verhältnis zu seiner Emigrationsbiografie anzunähern.

“The gatekeepers exist to be overthrown.”
 Amos Vogel – Reprisen und Repliken ist eine Programmreihe des Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V., kuratiert von Tobias Hering und ermöglicht durch eine Förderung des Hauptstadtkulturfonds.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Tobias Hering ist freier Filmkurator und hat bei bi'bak zuletzt das Programm Freundschaft auf Zeit (2019) zu Vertragsarbeit und Internationalismus in der DDR vorgestellt. Er ist derzeit verantwortlich für das Archivprojekt re-selected der Kurzfilmtage Oberhausen. Seine in diesem Rahmen begonnenen Recherchen zu Amos Vogel haben u.a. die dreiteilige Hommage “The gatekeepers exist to be overthrown” hervorgebracht, mit der das Arsenal - Institut für Film und Videokunst eine lange Verbundenheit mit dem New Yorker Filmkuratorwürdigt. 

Boris Lehman ist ein experimenteller Filmemacher aus Belgien und wurde 1944 in Lausanne in eine jüdischen Familie geboren. Er hat mit mehreren Filmemacher*innen zusammengearbeitet, darunter Chantal Akerman, Samy Szlingerbaum und Henri Storck. Er hat bei rund 500 Filmen Regie geführt und produziert und gilt als "unklassifizierbarer" Filmemacher innerhalb des unabhängigen belgischen Filmschaffens.

Christoph Huber ist Kurator in der Programmabteilung des Österreichischen Filmmuseums in Wien. Er hat dort mehrere große Retrospektiven mitkonzipiert und ist mitverantwortlich für die regelmäßige Programmreihe “Amos Vogel Atlas”. Von 1999 bis 2014 war er Filmkritiker und Kulturredakteur bei Die Presse. Huber ist Europakorrespondent von Cinema Scope und schreibt für etliche internationale Print- und Online-Magazine.

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Regie Nitin Bathla und Klearjos Eduardo Papanicolaou Indien/Schweiz/Deutschland 2020

70 Min., OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Nitin Bathla und Klearjos Eduardo Papanicolaou

THINK&DRINK: NOT JUST ROADS

Not Just Roads ist ein ethnografischer Dokumentarfilm, der die Geschichte eines massiven städtischen Umbaus in Indien erzählt. Im Rahmen des Bharatmala-Programms der indischen Regierung werden Autobahnen in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit von 23 Kilometern pro Tag gebaut. Das Programm zielt darauf ab, neue Gebiete für die aufstrebende indische Mittelschicht zu erschließen. Derzeit ist das Gebiet von Dörfern, Arbeitervierteln und nomadischen Hirten bewohnt. Es ist von einheimischen Pfaden und lebenswichtigen ökologischen Gemeingütern durchzogen. Dieser Film erzählt die Geschichte eines solchen Highways außerhalb von Delhi aus der Perspektive menschlicher und nicht-menschlicher Akteure. Er bewegt sich zwischen Arbeitervierteln, die abgerissen werden, Baulandschaften, Protesten und den überzeugenden Angeboten von Immobilienhändlern, die versuchen, die Traumlandschaften zu verkaufen.

In Kooperation mit dem Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung und des Lehrbereichs Stadt- und Regionalsoziologie der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen der Think & Drink Special Events 2021/22

Der Lehrbereich Stadt- und Regionalsoziologie und das Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung laden im Semester gemeinsam zu Think & Drink Events ein. Dieses bietet einen Rahmen der Diskussion und des Austausches für alle Interessierten zum Bereich der Stadtforschung. Impulse für die Diskussion setzt jede Woche ein/e GastrednerIn der deutschen und internationalen Stadtforschung. Im Anschluss an das "Think" (an den Vortrag) können die TeilnehmerInnen sich beim "Drink" (bei Getränken und Snacks) kennenlernen und austauschen.

Anmeldungen für die Veranstaltung über: gszbuero-at-hu-berlin.de

Nitin Bathla ist Architekt, Künstler und Pädagoge und absolviert derzeit ein Doktoratsstudium an der ETH Zürich. Seine Arbeit konzentriert sich auf Arbeitsmigration, Landökologie und Wohnen in der erweiterten städtischen Region von Delhi. Neben seiner akademischen Tätigkeit arbeitet er an Filmen, Gemeinschaftskunstprojekten und sozialen Designprojekten: nitinbathla.com

Klearjos Eduardo Papanicolaou ist ein griechisch-mexikanischer Filmemacher, der sich für die Ethnografie als Filmmethode interessiert. Zu seinen Filmen und Kollaborationen gehören "The Seven Sisters Indoor Market" (2016), "The Disappearance of Robin Hood" (2018) und "Not Just Roads" (2020). Derzeit lebt er in Zürich, wo er an der ETHZ ethnografisches Filmemachen im urbanen Raum lehrt.

Motorcyclist's Happiness Won't Fit Into His Suit

Al motociclista no le cabe la felicidad en el traje

Stolz sitzt er auf seinem Motorrad, das er nie jemandem ausleihen würde. Er ist sich sicher, nur er kann den Dschungel bezwingen. Al motociclista no le cabe la felicidad en el traje ist ein spielerisches Reenactment mit vertauschten Rollen, das auf die Hybris der kolonialen Eroberer verweist. Ein Spiel mit der Dynamik zwischen Mensch und Maschine, Realität und Repräsentation, Vergangenheit und Gegenwart. 

Die Installation wird ab dem 09.11. bis zum 30.11.2021 jeden Abend von 17:00 bis 00:00 Uhr auf der Fassade des SINEMA TRANSTOPIA gezeigt.
 
Als Teil des Projektes SİNEMA HERE’N THERE gefördert durch den Berliner Projektfonds urbane Praxis

Gabriel Herrera ist ein mexikanischer Regisseur mit einem Abschluss an der Escuela Nacional de Artes Cinematográficas in Mexiko-Stadt und an der Polnischen Nationalen Filmschule in Łódź. Er hat bei mehreren Kurzfilmen und Videoarbeiten Regie geführt und ist dabei, seinen ersten Spielfilm zu drehen. Er lebt in Mexiko-Stadt, wo er Film unterrichtet und Filmtheorie studiert.

Weitere Veranstaltungszeiten:

  • 22.01.2022 17:00
  • 23.01.2022 17:00
  • 24.01.2022 17:00
  • 25.01.2022 17:00
  • 26.01.2022 17:00
  • 27.01.2022 17:00
  • 28.01.2022 17:00
  • 29.01.2022 17:00
  • 30.01.2022 17:00
  • 31.01.2022 17:00
  • 01.02.2022 17:00